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Euro_im_Aufwind 08-07-19.jpgEuro im Aufwind

Es scheint so, dass es einige Staatenlenker gibt, die ein starkes Europa nicht möchten. Nicht, weil sie die Europäer nicht mögen. Es geht ihnen eher darum, ihre eigene Wirtschaft zu unterstützen. Deshalb versuchen sie bei jeder Gelegenheit einen Keil in die europäische Gemeinschaft zu treiben. Sei es, dass der amerikanische Präsident den britischen Abnabelprozeß fördern möchte und ein Wirtschaftsabkommen anbiedert; sei es, dass China sich in das wirtschaftlich am Boden liegende Griechenland einkauft. Und der russische Präsident möchte mit Erdgaslieferrouten eine Abhängigkeit der europäischen Union herstellen.

Nichtsdestotrotz steigt die Bedeutung der europäischen Währung Euro. So stiegt der Anteil des Euro an den weltweiten Devisenreserven 2018 um 1,2 Prozentpunkte. Auch als Emissionswährung von Schuldverschreibungen gewann der Euro an Bedeutung, während seine Rolle als Fakturierungswährung stabil blieb.

Entgegen der in den letzten Jahren beobachteten Tendenz hat die Gemeinschaftswährung im Jahr 2018 und Anfang 2019 international an Bedeutung gewonnen. Dies ist eine der wesentlichen Erkenntnisse des heute von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten Berichts über die internationale Rolle des Euro („The international role of the euro“).

Eiserne Reserve

Es mutet schon etwas überraschen an. Der Anteil des Euro an den weltweiten Devisenreserven lag Ende 2018 nach Bereinigung um Bewertungseffekte durch Wechselkursveränderungen bei 20,7 %, was einem Anstieg um 1,2 Prozentpunkte gegenüber dem Wert von 19,5 % zum Jahresende 2017 entspricht. Die internationale Rolle der Gemeinschaftswährung im Hinblick auf Schuldtitelemissionen und Einlagen hat ebenfalls zugenommen, ebenso wie ihr Anteil am Wert der ausstehenden internationalen Buchkredite. Die Verwendung als Fakturierungswährung blieb weitgehend stabil. Gleiches gilt für Lieferungen von Euro-Banknoten an Länder außerhalb des Euro-Währungsgebiets.

Seit seiner Einführung vor 20 Jahren konnte sich der Euro ununterbrochen nach dem US-Dollar als weltweit am zweithäufigsten genutzte Währung behaupten. Allerdings verlor er nach der internationalen Finanzkrise an Bedeutung. Nachdem 2016 ein Tiefpunkt erreicht war, hat die internationale Verwendung des Euro in der jüngsten Vergangenheit wieder etwas zugenommen.

Der Bericht liefert Hintergrundinformationen zu einer von der Europäischen Kommission im Dezember 2018 eingeleiteten Initiative zur Stärkung der internationalen Rolle des Euro. Ebenso wie die Europäische Kommission betont auch das Eurosystem, dass die internationale Bedeutung der Gemeinschaftswährung hauptsächlich dadurch gefördert werde, dass im Zuge der Durchführung einer soliden Wirtschaftspolitik im Eurogebiet eine Vertiefung und Vervollständigung der WWU, darunter auch die Weiterentwicklung der Kapitalmarktunion, erreicht wird.