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Strommarkt_Flexibilität 27-07-19.jpgFlexibilität

Erneuerbare Energien tragen schon heute zu einem sehr großen Teil zur Energieversorgung bei. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag er bei 44 Prozent. So ist es schon absehbar, dass in wenigen Jahren größtenteils Strom aus Erneuerbaren Energien genutzt werden kann. Da Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Einklang stehen müssen, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten, wächst der Bedarf für Flexibilität sowohl bei Stromerzeugern als bei Stromverbrauchern.

So ist zu erwarten, dass im Strommarkt der Zukunft Wind und Sonne den Takt angeben. So wird künftig das Thema „Grundlast“ wahrscheinlich keine Rolle mehr spielen, vermutet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Sie zeigt deshalb Lösungsansätze für mehr Flexibilität im Strommarkt.

Versorgungssicherheit durch Flexibilität

Wenn die Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie für die Deckung der Stromnachfrage nicht ausreicht, müssen heute und in Zukunft steuerbare Kraftwerke einspringen oder verschiebbare Lasten abgeschaltet werden. Umgekehrt gilt es, den Strom aus Wind und Sonne in Überschusssituationen möglichst sinnvoll zu nutzen. Das dynamische Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien, Verbrauchern, Speichern und Netzen, die sich gegenseitig ergänzen, sorgt für eine stabile und verlässliche Versorgung. Das gilt vor allem dann, wenn die Sonne nicht scheint und gleichzeitig der Wind nicht weht, wie das Hintergrundpapier erläutert.

Flexibilität im Strommarkt gefordert

So fordert die AEE einen bedarfsorientierten Betrieb von Biomasse-Anlagen und den Neubau hochflexibler Anlagen. Energiespeicher aber auch erneuerbare Gase sowie der Einsatz flexibler Stromverbraucher wie etwa Wärmepumpen können ebenfalls für mehr Flexibilität sorgen.

Bioenergie als ein flexibles Energiesystem

Auf der Seite der Erneuerbaren Energien bietet besonders die Bioenergie Potenzial für die flexible und bedarfsorientierte Stromerzeugung. Wurden Bioenergie-Anlagen in den vergangenen Jahren überwiegend zur Stromerzeugung im Dauerbetrieb eingesetzt, schafft die 2012 eingeführte Flexibilitätsprämie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Anreiz für die Flexibilisierung von Biogas- und Biomethananlagen. Bis November 2017 wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 2,8 Gigawatt für die Flexibilitätsprämie angemeldet. Die Prämie kann dazu beitragen, dass Biogasanlagen vor allem dann einspringen, wenn Wetter und Verbrauchsschwankungen es erfordern.

Anreize für Flexibilität

So zeigt AEE auch auf, dass viele Optionen momentan wegen Restriktionen noch nicht marktwirtschaftlich sind. Welche Vorschläge für eine Markteinführung von mehr Flexibilitätsoptionen diskutiert werden, werden ebenfalls diskutiert.