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DSC_3427.JPGSauberes Bier 

Da im Mittelalter die ungewöhnlichsten Dinge zu Bier oder ähnlichem verbraut wurden, war es irgendwann den Herrschenden zu bunt und sie legten die Bierzutaten fest: Wasser, Hopfen und Malz. Mehr sollte nicht hinein. Denn durch die unterschiedlichsten weiteren Zutaten traten bei den Untertanen Magen- und andere Schmerzen auf, so dass die Arbeitsleistungen sanken. So setzte sich nach und nach ein Gebot durch, dass seit 1516 seine festgelegte Gültigkeit hat: das deutsche Reinheitsgebot. In Erinnerung dieses ältesten Lebensmittelgesetz der Welt findet jährlich am 23. April der Tag des Bieres statt, dem Jahrestag des Erlasses.

Einige mittelständische und Familien-Brauereien in Süddeutschland, die sich in der "Gütegemeinschaft Traditionsbier" zusammengeschlossen haben, brauen seit 2003 jeweils zum Tag des Deutschen Bieres limitierte Spezialbiere unter dem Namen "Jahrgangsbier 23.04." ein, das nach ca. 120 Tagen (also Ende August) in den Handel kommt. Der Sud ist auf etwa 6000 Liter pro Brauerei beschränkt, jede Flasche trägt eine Seriennummer. Aber auch viele der kleinen Handwerksbrauereien in den anderen deutschen Landen haben sich dieser Tradition angeschlossen.

Im engeren Sinne ist Bier ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, das durch Gärung meist aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird. Für ein kontrolliertes Auslösen des Gärvorganges wird meistens Hefe zugesetzt, das erst später als Zutat zum Reinheitsgebot hinzukam. Der Alkoholgehalt von normalen Biersorten liegt in Deutschland und Österreich in der Regel zwischen 4,5 und 6 %.

Ein ganz besonderes Bier haben nun die Gründer Getränkemarke drinkforpeace

auf den Markt gebracht. Mit „Trinken für den Frieden“ wollen sie in Bosnien-Herzegowina mit einem kommunikativen Produkt mehr miteinander gesprochen als geschossen wird. In Stuttgart und in Berlin war es bereits zu probieren: das wohl friedlichste Bier der Welt. Die Craft Bier Revolution möchte das Standardbier ablösen durch geschmacklich “spannendere” Biere. Denn beim Bier ist, ähnlich wie beim Wein, eine große geschmackliche Vielfalt drin. drinkforpeace möchte aber noch mehr! Das Bier soll nicht nur besonders gut schmecken, sondern auch einen guten Zweck erfüllen. Die Idee dahinter ist einfach: Craft Bier Brauer aus Konfliktregionen entwickeln gemeinsam Bier Rezepte. Die Botschaft der Toleranz wird so direkt in´s Bier gepackt. Über den Verkauf des Bieres gehen extra noch zehn Cent pro Flasche an soziale Projekte vor Ort in die Krisenregion.Das erste Bier heißt PIVO. Und widmet sich der Krisenregion Bosnien- erzegowina. Das Rezept stammt von Igor (bosnischer Serbe), Vlado (bosnischer Kroate) und Omer (Bosniake). Brauer, die alle aus der Region Mostar stammen. Auch viele Jahre nach dem Bürgerkrieg leben dieMenschen in Mostar noch getrennt. Öffentliche Einrichtungen, wie Krankenhäuser Schulen und Universitäten, sind strikt nach Ethnien und Religion aufgeteilt. Deswegen soll das Geld aus dem Verkauf der Biere in ein soziales Projekt vor Ort fließen: Die Mostar Rock School, wo Kinder und Jugendliche aller Ethnien gemeinsam Musik machen und dabei Vorurteile abbauen.

Gebraut wird das drinkforpeace-Bier in Deutschland. In Kürze soll das PIVO aber auch in Bosnien hergestellt und verkauft werden. Geschmacklich ist es eine Fruchtbombe aus Passionsfrucht und Maracuja. Die Kraft kommt von einer angenehm malzigen Basis mit sanfter Toffee-Note. Es ist leicht bitter, dazu etwas süß und hat insgesamt 6,8 % Alkohol. Weitere Biere sind von dem Berliner Start-up geplant. So soll unter anderem ein israelisch- palästinensisches Bier entstehen oder auch ein zypriotisches. Vorerst arbeitet das drinkforpeace-Team aber erst mal am Vertrieb des ersten PIVO´S. Zu kaufen ist das Bier jetzt schon in den beiden Läden, wo es auch gelauncht wurde: in der Berlin BeerAcademy und in der Bierothek Stuttgart.