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Aussenkueste02_Buhnen_FSchwahn.JPGVielfalt bewahren

Fast täglich müssen Pflanzen und Tiere auf die rote Liste gesetzt werden. Einige verschwinden von dort auch wieder. Aber nicht, weil sich der Bestand erholt hat, sondern es diese Pflanzen und Tiere nicht mehr gibt. Ausgerottet. Einfach weg. Das war auch in der Vergangenheit schon mit anderen ebenfalls so. Das ist der Lauf der Welt, könnten wir jetzt feststellen. Aber so einfach sollten wir es uns nicht machen. Denn was weg ist ist weg. So ist die Initiative an der Ostsee nicht hoch genug einzuschätzen. Denn wo gibt es in Deutschland noch Lagunen, riesige Kranichrastplätze, echte Moore und uralte Küsten- und Erlenwälder? All das existiert in dieser Einmaligkeit nur an der Ostsee zwischen Rostock und Rügen. Daher wurde die Region als einer von dreißig „Hotspots der Biologischen Vielfalt“ in Deutschland ausgewählt. Seit 2014 setzt sich das Projekt Schatz an der Küste gemeinsam mit der Bevölkerung für den Erhalt der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt im Hotspot ein. Nun ist das Konzept für das ehrgeizige Vorhaben fertig und umfasst neben konkreten Maßnahmen und individueller Beratung viele Vorschläge, wie sich Nutzung und Schutz der biologischen Vielfalt für die Menschen in der Region auch wirtschaftlich lohnen kann.

Hotspots sind Regionen, die sich durch eine besondere Vielfalt an Arten und Lebensräumen auszeichnen. Der Hotspot 29 „Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide“ erstreckt sich über eine Fläche von 121.000 Hektar. Charakteristisch für diesen Landstrich sind die großen, sich ständig wandelnden Küstenanteile, ungestörte Anlandungsbereiche für seltene Vögel sowie lagunenartige Windwatt- und Flachwasserbereiche, die sogenannten Bodden. Diese Lebensräume zu erhalten ist Ziel des Projektes Schatz an der Küste. Neun Partner - unter ihnen die Ostseestiftung als koordinierender Partner, Naturschutzverbände und Vereine, die Universität Greifswald sowie die Hansestadt Rostock - haben sich zusammengeschlossen, um mit den Bewohnern der Region diese Vielfalt zu bewahren. „Der Hotspot 29 beheimatet eine für Deutschland einzigartige Küstenlandschaft – unseren Schatz an der Küste. Wir wollen das Bewusstsein stärken, in welch vielfältiger und wunderbarer Umge bung wir leben und wie wichtig es ist, diesen Schatz gemeinsam zu erhalten“, erläutert Projektleiterin Dr. Sabine Grube von der Ostseestiftung.

Ausgangspunkt für das von der Ostseestiftung in Greifswald erarbeitete und nun fertiggestellte Konzept „Vielfalt bewahren“ ist das Bundesprogramm Biologische Vielfalt des Bundesamtes für Naturschutz. Seit 2011 wird mit dem breit gefächerten Programm die Umsetzung der im Jahr 2007 erarbeiteten Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt unterstützt.

Im Konzept „Vielfalt bewahren“ werden konkrete Handlungserfordernisse zur Wissens- und Identifikationsstärkung der Bevölkerung, zur Förderung naturnaher Erholung sowie zum Schutz und Erhalt der naturraumtypischen biologischen Vielfalt beschrieben. Das so angestrebte Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure soll die langfristige Sicherung und den Ausbau der biologischen Vielfalt im Hotspot 29 an der Ostsee gewährleisten.

Die Initiatoren des Projektes richten sich mit dem Konzept „Vielfalt bewahren“ an regionale Akteure, z.B. an Unternehmen der Landwirtschaft, des Tourismus und an schulische und außerschulische Bildungsträger. Wesentlich ist darüber hinaus die direkte Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung. So wird derzeit der Ort der Biologischen Vielfalt 2018 gesucht; Vereine, Gemeinden oder Organisationen können sich noch bis zum 31. Januar 2018 an der Ausschreibung dafür beteiligen und die Auszeichnung gewinnen. Mit dem Wettbewerb wird das Engagement der Menschen vor Ort für Natur und Vielfalt im Projektgebiet Hotspot 29 zwischen Rostocker Heide und Westrügen sichtbar und gewürdigt.