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VW_IDR_Pikes_Peak_24-06-18.jpgGipfel-Stürmer

Elektrisch als erster auf dem Berg sein, das war das Ziel von Volkswagen. Doch bis es soweit war, verging viel Zeit und viel mühevolle Arbeit. Doch es hat sich gelohnt. Mit dem I.D. R Pikes Peak hat Volkswagen beim Pikes Peak International Hill Climb Geschichte geschrieben. Romain Dumas (F) bezwang die mit konventioneller Antriebstechnik fahrende Konkurrenz im 500 kW (680 PS) starken I.D. R Pikes Peak und verbesserte nicht nur die bisherige Bestmarke für Elektrofahrzeuge, sondern auch den Allzeit-Rekord von Sébastien Loeb (F) aus dem Jahr 2013 – und das um gleich 16 Sekunden. Dumas‘ neue Bestmarke von 7.57,148 Minuten steht nun an erster Stelle der Liste von Pikes-Peak-Siegern – darunter namhafte Fahrerpersönlichkeiten wie Loeb, Walter Röhrl (D), Michèle Mouton (F), Stig Blomqvist (S), Nobuhiro Tajima (J) sowie Rod Millen und dessen Sohn Rhys (beide NZ).

19,99 Kilometer, 156 Kurven, nur ein Versuch – und der gelang: Romain Dumas feierte beim legendären Pikes Peak International Hill Climb, der seit 1916 insgesamt 96 Mal ausgetragen wurde, seinen vierten Gesamtsieg. Mit dem I.D. R Pikes Peak stellte Volkswagen einen außergewöhnlichen Rennwagen auf die Räder – speziell auf die Anforderungen des berühmten Bergrennens zugeschnitten: Minimales Gewicht, größtmöglicher Abtrieb und maximale Leistung sollten die bestmögliche Performance ermöglichen. Der I.D. R Pikes Peak wiegt inklusive seiner Batteriezellen unter 1.100 Kilogramm. Bei der Dimensionierung der Leistung vertraute Volkswagen auf Software-Simulationen, um das Optimum aus Energiebedarf und Leistung für den Rekordversuch am Pikes Peak zu bestimmen. In Sachen Aerodynamik galt es, den Verlust an Abtrieb durch die geringere Luftdichte am Pikes Peak zu kompensieren – weithin sichtbares Resultat dieses Versuchs: Die schlanke und flache Karosserie in Kombination mit dem riesigen Flügel am Heck.

Auch in Sachen Ladetechnik ging Volkswagen einen neuen Weg – mit dem Ziel einer möglichst schnellen und gleichzeitig umweltschonenden Ladung. Dabei gab das Reglement die Zeit vor: Eine komplette Ladung muss im Falle eines Rennabbruchs in unter 20 Minuten realisiert werden. Der dazu benötigte Strom wurde mit Generatoren am Fuße des Pikes Peak erzeugt– die Wahl fiel auf Glycerin als Kraftstoff, das chemisch gesehen ein Zuckeralkohol ist. Dieser Kraftstoff– der beispielsweise bei der Herstellung von Bio-Diesel entsteht – verbrennt nahezu völlig ohne schädliche Abgase oder Rückstände. Glycerin selbst ist ungiftig und wird sogar in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie als Zusatzstoff verwendet.

Zwischen Bekanntgabe und Startschuss des Pikes-Peak-Projekts am 18. Oktober 2017 und der Rekordfahrt am Pikes Peak am 24. Juni 2018 lagen gerade einmal 250 Tage. Für die Entwicklung eines reinrassigen Prototyps inklusiver innovativer, rein elektrischer Antriebstechnologie, speziellen Anforderungen an die Batterien, Aerodynamik und Fahrwerk ein höchst sportlicher Auftrag. Mit dem neuen Rekord am Pikes Peak wurde dieser Aufwand und die unermüdliche Arbeit der Volkswagen Mechaniker, Ingenieure und vieler weiterer Mitarbeiter in Wolfsburg, am Motorsport-Standort in Hannover und nicht zuletzt bei den wochenlangen Vorbereitungen des Teams in Colorado Springs belohnt.

Romain Dumas war noch außer sich vor Freude: „Wahnsinn! Mit diesem Ergebnis haben wir unsere hohen Erwartungen noch übertroffen. Seit den Testfahrten in dieser Woche wussten wir, dass es möglich ist, den Allzeit-Rekord zu knacken. Dazu musste alles perfekt funktionieren – von der Technik bis zum Fahrer. Und das Wetter musste auch mitspielen. Dass alles so perfekt ineinandergreift, ist ein unglaubliches Gefühl, und der neue Rekord am Pikes Peak ist das Tüpfelchen auf dem i. Ich kann noch gar nicht glauben, dass jetzt Volkswagen und mein Name hinter dieser unglaublichen Zeit stehen. Der I.D. R Pikes Peak ist das beeindruckendste Auto, das ich je im Wettbewerb gefahren bin. Durch den Elektroantrieb ist vieles anders und ich habe in dem Projekt viel gelernt. Das Team hat einen unbeschreiblich akribischen und zugleich lockeren Job gemacht – nicht nur das Ergebnis auch der Zusammenhalt stimmt. Teil davon zu sein, macht mich unglaublich stolz.“