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Saubere_Wsche_25-01-19.jpgSaubere Sache

Kennen Sie das auch: da ist an irgendeiner Stelle im Bad ihres Hotelzimmers der Hinweis, dass Sie zum Schutz der Umwelt die Handtücher mehrfach verwenden sollen. Wenn die Wäsche gewechselt werden sollte, ist sie auf den Boden zu legen. Doch am Mittag zurück im Hotelzimmer sind alle benutzten Handtücher getauscht. Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt. Denn jährlich entstehen in Hotels weltweit unzählige Tonnen an Wäsche. Was das für die Umwelt bedeutet, wird anhand eines Beispiels deutlich: Im Durchschnitt benötigt ein Waschgang mit 10 kg Wäsche mindestens 50 Liter Wasser und ca. 1,2 kWh Strom. Das verbrauchte Waschmittel ist dabei nicht mit eingerechnet. Die erhoffte Wirkung ist so – zu mindestens teilweise – verpufft. Denn in vielen Hotels ist es gängige Praxis und funktioniert. So zeigen einige Beispiele von Hotels mit einer Größe von 700 Zimmern eine Ersparnis von mehr als 125.000 Handtüchern pro Jahr, was rund 129.000 Litern Wasser und 1,6 kg CO2 entspricht. Einerseits ist das rentabel für die Hotelkasse, andererseits ein enormer Gewinn für die Umwelt. Doch so etwas steht und fällt mit uns Menschen.

Schmutzig gewaschen

Neben den benötigten Ressourcen wie Wasser und Strom belasten vor allem konventionelle Waschmittel die Umwelt. Die darin enthaltenen Duftstoffe, Konservierungsmittel antibakteriellen und bleichenden Inhaltsstoffe sowie Füllstoffe können nicht (vollständig) von Kläranlagen gefiltert werden und gelangen so über das Abwasser in die Umwelt. Diese Stoffe haben schwerwiegende Folgen für Gesundheit und Umwelt, da sie wichtige Mikroorganismen vernichten und Allergien auslösen können. Gleichzeitig belasten sie die Natur mit Salzen, Phosphaten oder Bleichmitteln, wie Chlor. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie Hotels auch bei der Wäsche ihren ökologischen Fußabdruck verringern können.

Effizient gewaschen im Schwarzwald

Dort wird die im Hotel anfallende Wäsche an eine Wäscherei übergeben, die schonend und umweltfreundlich arbeitet. Diese setzt unter anderem Technologien zur Wasserrückgewinnung, Wasserwärmetauscher und Abluftwärmetauscher ein. Eine dezentrale Heizversorgung der Maschinen verteilt die Energie zudem effizient genau dort, wo sie im Waschprozess gerade benötigt wird. Gewaschen wird dort mit Ecolab zertifiziertem Waschmittel. Neben den üblichen Hinweisen zum Handtuchwechsel wurden vor einiger Zeit Lavendelsäckchen-Türschilder eingeführt, die zusätzlich unerwünschtem Zimmerservice vorbeugen sollen. Dadurch werden weitere Reinigungsprodukte – und somit Ressourcen – eingespart.

Vegane Waschküche

In Südtirol wäscht das Hotel die anfallende Wäsche im Haus selbst. Um Energie zu sparen, werden die Maschinen nur angestellt, wenn sie voll beladen sind. Die Waschmaschine ist darüber hinaus mit einem Modul zur Wasserrückgewinnung ausgestattet, wodurch sich der Wasserverbrauch um rund 40 % und der Energieverbrauch um rund 15 % reduzieren. Entsprechend der veganen Ausrichtung des Hotels werden ausschließlich vegane Waschmittel genutzt, die nicht an Tieren getestet wurden. Zudem sind alle Waschmittel biologisch abbaubar, um die Umweltbelastung zu minimieren. Darüber hinaus hilft eine Dosieranlage die Menge des Waschmittels zu kalkulieren und Verschwendung vorzubeugen. Diese richtet sich nach der Art, Größe und Temperatur der Wäsche sowie dem dafür benötigten Waschmittel. Auf diese Weise werden optimale Waschergebnisse, ein geringer Verbrauch und dadurch Kosteneinsparungen gewährleistet und die Lebensdauer der Maschine verlängert.

Von der toskanischen Sonne geküsst

In einem Hotel in der Toskana wird die Wäsche ebenfalls selbst gewaschen. Auch hier kommt eine Dosieranlage für das Waschmittel zum Einsatz, es werden nur volle Maschinen angestellt sowie biologisch abbaubare und vegane Waschmittel ohne Tierversuche verwendet. Ein besonderer Vorteil: Das warme Klima der Toskana wird hier optimal genutzt, um die Wäsche an der Luft zu trocknen, sodass kein Energieaufwand für die Trocknung anfällt. Bett- und Tischwäsche bestehen hier aus Leinen, sodass kein Bügeln erforderlich, was zusätzlich Energie einspart.

Durch die großen Mengen Wäsche, die bei Hotels weltweit anfallen, ist eine umweltfreundliche und energieeffiziente Handhabung ein Gewinn für den Umweltschutz. Bei korrekter Umsetzung zahlt sich das Vorhaben auch finanziell für die Hotels aus, ganz im Sinne der drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung. Zudem profitieren – neben der Umwelt – auch Hotelgäste gesundheitlich von einer sanften Reinigungsmethode mit natürlichen Waschmitteln.