Story   Boulevard   Kultur   Sport   Reise   Bücher   Mobil   Familie   Geschenktipps   Archiv   

Wassertemperaturen-weltweit_10-12-18.jpgWas tun bei Regentagen?

Nach Sonnenschein kommt Regen. Manchmal ist es auch umgekehrt. Je nachdem wie positiv gestimmt wir sind. Doch was tun, wenn es den ganzen Tag regnet und die Langeweile und der Urlaubsfrust in einem herunterfließt? Ganz einfach: wer Sonnenschein will muss dorthin reisen, wo auch Sonne zu erwarten ist. Um statt mit Gummistiefel und Regenschirm bewaffnet sich den Tag zu vermiesen einfach Koffer gepackt mit T-Shirt und Shorts und ab geht die Reise. So kann die Sehnsucht nach dem nächsten Sommer schon etwas vorgegriffen werden. Luckx – das magazin hat sich einmal umgehört, wohin die Reise gehen sollte um garantiert nicht nur Sonne im Herzen sondern auch auf der Haut zu haben.

Ziele mit geringem Regenrisiko

It never rains in Southern California“ – der berühmte Hit aus den 1970ern ist das beste Beispiel, dass man sich in Bezug auf die Regenwahrscheinlichkeit ganz schön irren kann. Bereits in der zweiten Zeile heißt es nämlich: „It pours, man, it pours“ (es schüttet, Mann, es schüttet). Sogar der legendäre Sonnenstaat kann im Winter vom Traumziel zum verregneten Albtraum werden. Dann lieber auf die Malediven? Im europäischen Winter gibt es dort so gut wie keine Regentage, im Sommer regnet es dagegen durchschnittlich an jedem zweiten Tag und damit fast doppelt so häufig wie in Deutschland.

Urlaub planen

Gar nicht so einfach also, vor allem, wenn es am ersehnten Urlaubsort nicht nur regenfrei sein soll, sondern auch warm. Es gibt aber Hoffnung. Die unterschiedlichen Klimazonen der Erde bieten eine Vielzahl von sonnigen und trockenen Reisezielen zu jeder Jahreszeit. Wir sollten nur wissen, wann und wo. In unserer Übersicht zeigen wir einige Urlaubsorte, an denen man höchstens beim Baden oder Schnorcheln nass wird.

Regentage weltweit – die Klaviatur des Regens

Wie viel Regen fällt jährlich weltweit auf die Erde? Genau, schwierige Frage! Deshalb hier ein kleiner Anhaltspunkt: Die Ostsee hat ein Wasservolumen von zirka 21.630 Kubikkilometer. Wie viel Mal regnet das Wasservolumen der Ostsee auf die Erde ab? Zwei, fünf oder vielleicht zehn Mal? Es sind fast 15 Mal. Die geschätzte Regenmenge liegt bei 500.000 Kubikkilometer.

Regenfrei – ein paar generelle Tipps und Hintergründe

Erstaunlicherweise liegen einige Orte mit den größten Niederschlagsmengen in den Urlaubsregionen, für die man gewöhnlich nur Badehose und Sonnencreme einpackt. Einer dieser Orte ist die Gegend um den Vulkan Mount Wai’ale’ale auf der Insel Kauai. Dort regnet es an über 330 Tagen im Jahr. Dabei gehört die Insel Kauai zur Inselgruppe Hawaii, ist also ein ausgesprochenes Ziel für Sonnenurlauber. Interessant ist, dass es nur auf der nordöstlichen Seite des knapp 1.600 Meter hohen Mount Wai’ale’ale so häufig regnet. Auf der südwestlichen Seite gibt es dagegen so gut wie keine Niederschläge, weil sie bereits auf der anderen Seite des Berges abregnen. Deshalb herrscht im Südwesten der Insel auch genau das, was man von einem Urlaub auf Hawaii erwartet: sonniges, regenfreies Superwetter!

Dem Regen entfliehen: Nord- oder Südhalbkugel?

Ob, wann und wie viel Regen an einem Ort fällt, ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem von der Lage. Grundsätzlich kann man sich daran halten, dass es auf der Nordhalbkugel mehr regnet als auf der Südhalbkugel. Entgegen unserem Verständnis vom warmen Süden und dem kalten Norden, ist es auf der Nordhalbkugel nämlich wärmer als auf der Südhalbkugel, wo neben der Antarktis und Australien auch große Teile Südamerikas und Afrikas liegen. Je wärmer es ist, bezogen auf die Oberflächentemperatur der Ozeane, desto mehr regnet es.

Kein Wunder also, dass der offiziell trockenste Ort der Welt südlich des Äquators liegt. Im Norden von Chile gelegenen Arica, einer der ältesten Städte des Landes, regnet es durchschnittlich nicht einmal einen Millimeter pro Jahr. Zum Vergleich: Am Mount Wai’ale’ale auf Hawaii sind es weit über 10.000 Millimeter und in Berlin immerhin noch 494 Millimeter jährlich. Nun könnten Sie vermuten, dort eine karge Wüstenlandschaft rund um Arica vorzufinden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Die Flussläufe, die das Wasser von den Anden zur Küste transportieren, sorgen für fruchtbare Felder und grüne Parkanlagen. Es muss also nicht immer Regen sein.

Beliebte Sonnenziele mit Regenrisiko

Wer im Winter dem Regen und Schnee entkommen möchte, für den bietet Europa nur sehr wenige Reiseziele und der sollte in dieser Jahreszeit besser ein Fernziel ansteuern. Also auf zur Copacabana nach Rio de Janeiro oder vielleicht doch lieber auf die Seychellen?

Besser nicht. Brasilien gehört zu den Ländern nahe dem Äquator und dort regnet es weltweit am häufigsten. Nicht ohne Grund wächst der Regenwald im tropischen Gürtel rund um den Äquator. Zwar bewegen sich die Temperaturen hier ganzjährig zwischen angenehmen 20 bis 30 Grad Celsius, aber es gibt keinen Monat, in dem nicht mindestens 60 Millimeter Regen pro Quadratmeter fallen. Und das ist nur die Mindestmenge. Im Winter liegt die Niederschlagsmenge eher bei mehreren 1.000 Millimeter. In Rio de Janeiro sollte man im Dezember mit durchschnittlich 13 Regentagen rechnen, in der Hauptstadt Brasilia sind es sogar 20 Regentage. Brasilien und andere tropische Länder hebt man sich also besser für den Sommer auf. Dann regnet es zwar auch, aber wesentlich weniger.

Reiseziele mit Regenzeiten

Ein anderes Wetterphänomen sind die Regenzeiten in vielen beliebten Fernreisezielen. Dies gilt insbesondere für die Tropen und Subtropen, wozu auch Südostasien, Indien, Zentralafrika, das nördliche Südamerika, Nordaustralien und Teile Brasiliens zählen. In diesen Regionen bestimmt der Monsun die Jahreszeiten und teilt sie in eine Trocken- und eine Regenzeit. In einigen Ländern gibt es auch zwei Regenzeiten – diese Regionen liegen wiederum nahe am Äquator.

Ob es gerade viel oder wenig regnet bestimmen der Südwestmonsun (viel Regen) und der Nordostmonsun (wenig Regen). Die Regenzeit findet in den einzelnen Regionen zu unterschiedlichen Jahreszeiten statt. Bei der Reiseplanung also darauf achten, welcher Monsun gerade vorherrscht. So fällt die Regenzeit auf Mauritius und auf den Seychellen direkt in unsere Wintermonate, während auf den Malediven gerade Trockenzeit herrscht.

Regentage im Winter vermeiden

Sicher vor Regen sind die Wüstenstaaten und die sind als Reiseziele gar nicht uninteressant. Ganz oben stehen seit Jahren die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit der glitzernden Weltmetropole Dubai und die Nachbarstaaten Katar, Bahrain und der Oman. Mit einem jährlichen Durchschnitt von sieben bis 13 Regentagen kann im Hinblick auf Regen eigentlich nicht viel passieren. Die Wintermonate sind für diese Region auch deshalb für einen Urlaub gut geeignet, weil sie nicht nur trocken sind, sondern auch nicht ganz so heiß wie im Sommer.

Es muss aber nicht gleich die Wüste sein, um dem Regen im Winter zu entkommen. In Asien und Ozeanien fallen die Regenzeiten in unsere Sommermonate, in den Wintermonaten ist dort Trockenzeit. Die ein bis drei Regentage in Thailand und auf den Philippinen sind in den Monaten Dezember bis März verschwindend gering und die Temperaturen sommerlich warm. Die perfekte Reisezeit, wenn es bei uns draußen nass und kalt ist.

Auch auf dem afrikanischen Kontinent lassen sich einige „Null-Regen-Destinationen“ finden. In Gambia, an der Küste Westafrikas, kann man sich bei hochsommerlichen Temperaturen in die atlantischen Fluten stürzen, ohne danach mit dem Regenschirm zur Sonnenliege zurückzukehren. Die der Westküste vorgelagerten Kapverdischen Inseln bieten sogar von Januar bis Juni null Regentage. Die abwechslungsreiche Kap-Halbinsel in Südafrika kann man von Kapstadt aus ebenfalls ohne große Regengefahr erkunden. In unserem Winter ist dort Sommer und mit durchschnittlich drei Regentagen im Monat ist man dort auf der trockenen Seite.

Einige der beliebtesten Ziele in Afrika sollten im Winter vermieden werden, weil dann gerade Regenzeit ist. Das betrifft besonders die Länder mit den schönsten Natur- und Tierreservaten. Eine Safari in Tansania, Simbabwe oder Kenia verschiebt man besser in die Sommermonate.

Weltweite Verteilung der Regentage im Frühling

Wenn der Frühling kommt, rücken auch die regenarmen Urlaubsziele näher. In Israel regnet es im April nur noch durchschnittlich drei Tage im Monat und im Juni so gut wie gar nicht mehr. Auf Zypern sieht es ähnlich aus. Auf Malta gibt es im Frühling auch kaum noch Regentage.

Weltweite Verteilung der Regentage im Sommer

Im Sommer ist die Auswahl an Urlaubszielen mit wenigen Regentagen besonders groß. Für Fernreisen bietet sich beispielsweise Südamerika an. In Peru regnet es in den Sommermonaten durchschnittlich nur ein bis zwei Tage pro Monat, genauso wie in Brasilien im Juli und August. Wer nicht so weit reisen möchte, bleibt einfach in Europa. Spanien, Portugal, Griechenland und Italien liegen mit monatlich zwei Regentagen im Juli und August ganz vorne. Unsere nördlichen Nachbarn, wie beispielsweise Dänemark, Schweden und Norwegen, kommen mit ihren Regentagen im Sommer übrigens weit über unseren Durchschnitt. Während es in Deutschland an mindestens acht Tagen im Monat regnet, sind es dort fast doppelt so viele. In Belgien und den Niederlanden regnet es sogar noch häufiger (Amsterdam: 17 bis 19 Tage, Brüssel: 14 bis 18 Tage).

Weltweite Verteilung der Regentage im Herbst

Wer schon immer einmal nach Indien wollte, dann ist der Herbst genau die richtige Jahreszeit. In Neu-Delhi regnet es zwischen Oktober und Dezember insgesamt nur an einem bis zwei Tagen. Oder wie wäre es mit Papua-Neuguinea, wo es im Jahresdurchschnitt nur etwa 50 Tage regnet? Auch in Peking benötigt man mit durchschnittlich einem bis drei Regentagen pro Monat ganz sicher keine Regenstiefel.

Es gibt aber auch Reiseziele, die sich für jede Jahreszeit eignen. Ägypten steht ganz oben auf der Liste. Im Jahresdurchschnitt regnet es dort nur 14 Tage, da kann Regen schon zum willkommenen Ereignis werden. Das genaue Gegenteil ist Costa Rica, wo es in keinem Monat weniger als 13 Tage regnet. Dafür ist das Land aber ein grünes Paradies.

Auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein

Wie die meisten Dinge im Leben hat auch der Regen zwei Seiten. Ohne Regen würden wir sprichwörtlich im Regen stehen. Viele der wunderschönen Landschaften, die wir gerne bereisen, gäbe es nicht. Aber natürlich verzichten viele im Urlaub gern auf Regen. Wenn es dann doch einmal regnet, sollten Sie es leicht nehmen und die Pläne ändern. Museen besuchen oder historische Gebäude und andere Sehenswürdigkeiten erkunden, wo das Dach über dem Kopf hat schützt bis der Regen aufhört. Oder das Beste daraus machen wie Gene Kelly: „Singin‘ in the Rain!“