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Wohnmobil_vermieten 07-08-19.jpgWohnmobile mieten

Die Anschaffung eines Wohnmobils ist eine größere finanzielle Entscheidung. Der Spielraum reicht dabei von etwa 40.000,- Euro bis weit über eine Million Euro. Aktuell werden in Europa wohl rund 125.000 Fahrzeuge verkauft; davon in Deutschland etwa 55.000. Die meisten Wohnmobile werden im unteren Preissegment zwischen 40 und 60.000 Euro abgesetzt, wo auch erhebliche Produktionsengpässe bestehen. Im obersten Preissegment werden rund 1.200 Fahrzeug an Kunden ausgeliefert. Dafür müssen dann auch mindestens 150.000 Euro an den Händler überwiesen werden. Wer nun denkt, hier gibt es noch die Möglichkeit, schnell zu einem Fahrzeug zu kommt, irrt. Denn die Produktion ist meist für mehr als ein Jahr im Voraus verkauft. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Interessenten zuerst einmal ein Fahrzeug ausleihen. So lässt sich auch schnell feststellen, ob die Reise- und Urlaubsform die Richtige ist.

Privat mieten?

Auch Wohnmobileigentümer ist die Marktsituation bewusst und so vermieten sie ihr privates Wohnmobil, wenn es selbst nicht gebraucht wird. Dabei helfen eigens für dieses Konzept entwickelte Plattformen. Das hört sich zunächst sehr nachhaltig an und könnte beispielsweise die Parkplatzproblematik durch nicht genutzte Wohnmobile reduzieren. Aber wie sieht das Angebot aus?

Für die Sommersaison 2020 wird die Flotte der in Deutschland über Portale wie Yescampa, PaulCamper, Campanda und Co privat vermieteten Camper auf ca. 3.800 Fahrzeuge geschätzt. Während der Sommerferien dürfte die Zahl der tatsächlich verfügbaren Fahrzeuge jedoch geringer ausfallen, denn in den schönen Monaten verreisen Wohnmobilbesitzer natürlich selbst gerne. Das Angebot an privat zu mietenden Fahrzeugen ist dann am niedrigsten, wenn die Nachfrage am höchsten ist. So etwas kommt bei kommerziellen Vermietern auch vor. So ist es sinnvoll aufgrund der Nachfrage früh zu buchen. In Deutschland wird für die Sommermonate der vermietbare Bestand auf ca. 12.000 Fahrzeuge geschätzt.

Beschädigungen am und im Fahrzeug

Doch warum fällt das Sharing-Angebot insgesamt vergleichsweise gering aus? Vermutlich schrecken viele Privatleute davor zurück, Fremden ihr Wohnmobil zu überlassen. Schließlich kann sich nicht jeder mit dem Gedanken anfreunden, andere in seinem Bett schlafen zu lassen. Erfahrungsberichte im Internet zeigen außerdem, dass Ärger und Schäden nicht ausbleiben. Ein Kunde berichtete von gravierenden Hygienemängeln im privat gemieteten Wohnmobil, ein weiterer von einem Motorschaden schon nach kurzer Reise. Ein Eigentümer beklagte nach Rückkehr seines Wohnmobils Kratzer im Lack, ein anderer einen zerbrochenen Außenspiegel und defekte Campingausrüstung. Hinzu kommt natürlich der bürokratische Aufwand: So sollte man die Vermiettätigkeit beispielsweise beim Finanzamt angeben und sich über entsprechende Versicherungen informieren. Bei kommerziellen Anbietern muss man sich über all das keine Gedanken machen und kann zudem sicher sein, dass die Wohnmobile professionell gereinigt und regelmäßig gewartet werden. Doch auch hier verfügt die Redaktion von luckx – das magazin andere Erfahrungen. So wurde ein Fahrzeug von einem kleinen Vermieter übernommen, bei dem ständig die Kontrollleuchten blickten. In der Nacht fiel der Strom aus samt Heizung und Kühlschrank. Die Reise war nach wenigen Stunden beendet.

Eigenes Fahrzeug kaufen

Trotzdem ist unser Tipp: zuerst mieten, dann kaufen. So lassen sich schnell die eigenen Anforderungen an ein Fahrzeug erkennen und die Bedürfnisse dem Händler genau darlegen. Dabei sollten gar keine bis wenige Kompromisse eingegangen werden. Wer als Händler nicht entsprechendes Zubehör einbauen kann, mehr Zubehör anbietet als erforderlich ist – was das Fahrzeug auch schwerer macht, ist nicht der richtige Partner. Also weiter suchen. Gelegenheiten zum Finden gibt’s reichlich: Düsseldorfer Caravan Salon, Leipziger Tourismus Messe oder die CMT in Stuttgart.