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Zinsentwicklung_02_19.jpgauzinsen weiter im Tief

Wie oft wurde von von selbsternannten Bankpropheten die Zinswende herbeigeredet? Doch die Realität sieht weiterhin anders aus. Wie Insider berichten, erwarten Banker nun eine Zinswende im Herbst 2019. Ob sich bis dahin die wirtschaftliche Situation in Italien und Frankreich verbessern wird, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft doch nicht stattfindet und eine wirtschaftliche Erholung auch in Griechenland eintreten wird; luckx – das magazin wird sich an diesen Spekulationen nicht beteiligen. Doch Immobilienerwerber und Häuslebauer können von den niedrigen Zinsen weiterhin profitieren. Doch aufgepasst: die Immobilienpreise sind auf einem sehr hohen Niveau. Schon geringe Preisnachlässe können leichte Zinssteigerung mehrfach ausgleichen. Geschicktes Verhandeln beim Erwerb ist angesagter denn je.

So bleibt für Immobilienkäufer das Zinsumfeld attraktiv. Die Konditionen für zehnjährige Darlehen sind im Lauf des Januars nochmals etwas gefallen und liegen Anfang Februar bei vielen Anbietern unter 1,3 Prozent. „So unsicher das neue Jahr politisch und wirtschaftlich gestartet ist, so sicher scheint, dass die Immobilienfinanzierung dank niedriger Zinsen auch in 2019 für viele Menschen erschwinglich bleibt", erklärt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG.

Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) in 2018 versucht, eine Normalisierung der Geldpolitik in die Wege zu leiten. Die erste Notenbanksitzung im Januar zeigte jedoch, dass die in 2019 angepeilte Zinswende auf 2020 verschoben werden könnte. Auch die US-Notenbank äußerte sich zuletzt deutlich vorsichtiger als noch im letzten Jahr. Viele Unsicherheiten halten die Zinsen auf niedrigem Niveau. Unsicherheiten führen zu einer starken Nachfrage nach sicheren Anleihen wie der zehnjährigen Bundesanleihe, sodass die Renditen dafür sinken. Das hat niedrige Bauzinsen zur Folge, da sich diese an den Renditen der langfristigen Anleihen und Pfandbriefe orientieren.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das Interhyp Bauzins-Trendbarometer, eine monatliche Befragung von Zinsexperten unter zehn deutschen Kreditinstituten. In den nächsten Wochen prognostiziert die Mehrheit gleichbleibende Konditionen. Auf Sicht von einem halben Jahr bis zu einem Jahr gehen die meisten Experten aber eher von höheren Bauzinsen aus - halten das Anstiegspotenzial jedoch für begrenzt.

Sparer sehen den Zinsausblick überwiegend kritisch. Immobilieninteressenten mit Finanzierungsbedarf können von der Situation profitieren und das Zinstief als Fundament einer soliden Finanzierung nutzen. So gilt es, schon bei Abschluss der Finanzierung die Weichen für eine spätere Schuldenfreiheit zu stellen. Je früher die Schuldenfreiheit erreicht werden soll, desto höher sollte die Tilgung sein. Wer seinen Kredit bis zum Renteneintritt abbezahlen will, sollte die Tilgung entsprechend anpassen.