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DreiFreunde.jpgDrei Freunde, ein Taxi, kein Plan

Studium bestanden, dann soll der in einem britischen Pub entstandenen Plan auch umgesetzt werden. Eine Reise um die Welt. Das seltsame Gespann Paul, Johno, Leigh und das Londoner Taxi, welches kurzerhand nicht Schorsch (Go, Trabbi, go lässt grüßen), sondern Hannah getauft wurde, wollen um die ganze Welt. Die Idee zu ihrer Weltreise entstand aus der Kombination von Alkohol, Fernweh und einem alten, auf Ebay zur Auktion angebotenen Taxi kann die skurillsten Folgen haben, wie die drei Freunde in ihrem Buch Drei Freunde, ein Taxi, kein Plan ... aber einmal um die Welt erzählen.

Solange alles nach Plan läuft, bekommst du keine guten Storys …“ Aber was heißt schon „nach Plan laufen“, wenn mit einem Taxi die Welt zu umrunden ist – natürlich auf dem größtmöglichen Umweg, wie es jeder geschäftstüchtige Taxifahrer machen würde?

Paul, Leigh und Johno sind beste Freunde und fest entschlossen, ihre Karrieren nach dem Studium erst mal auf Eis zu legen. Gemeinsam rund um die Welt - das wär’s! Aber wie? Ungezählte Pints später steht fest: Mit der längsten Taxifahrt der Geschichte. Schließlich sind Um-die-Welt-Flugtickets eine Erfindung für Beckenrandschwimmer und Taxis der ideale Raum für ungewöhnliche Begegnungen.

Paul, der Reiseerfahrenste, wird Cheforganisator für Grenzangelegenheiten, Hobby-Mechaniker Leigh soll das Taxi unterwegs bei Laune halten, und Johno steigt in kürzester Zeit zum Expeditionsfotografen auf. Immerhin besitzt er als Einziger eine brauchbare Kamera …

Aber wo ein solides, stilechtes Londoner Black Cab finden? Klar: auf Ebay! Für unglaublich günstige 1350 Pfund ersteigern die drei Freunde ihr Reisegefährt, taufen es auf den Namen Hannah und machen es weltreisetauglich – mal abgesehen von Bremsen, die nicht richtig greifen, launischen Blinkern und extrem strammen Sicherheitsgurten, die dem Fahrer nicht einmal genügend Bewegungsfreiheit für Schulterblicke lassen.

Im Zickzack-Kurs geht es von London aus auf den entlegensten und halsbrecherischsten Pisten um die Welt. Ohne Komfort, dafür mit so viel Spaß wie möglich.

Schon auf den ersten Etappen durch Europa grüßen nackte Tulpentänzer, „Kräuter“-Brot backende Lennon-Inkarnationen und zahllose andere wilde Partygewächse. In Georgien führt sie ein Georgier namens Georg durch die heimische Trinkkultur, vom derbsten Fusel zur volksfestartigen Weinverkostung. Im märchenhaft schönen Finnland erleben sie inmitten der Farbenpracht der Polarlichter einen Vollrausch ganz anderer Natur.

Katerstimmung herrscht in Russland, wo die Drei auf einem Strom aus Wodka durchs Nachtleben Moskaus fahren. Doch anders als die meisten Moskowiter stranden sie dabei nicht irgendwann unter einer Theke, sondern im Knast …

Unerwartet wohl fühlen sich die Freunde im Iran, genießen neben imposanten Bauten die Gastfreundschaft des Landes. Bis sie erfahren, was passiert, wenn man irgendwo zwischen Teheran und dem Kaspischen Meer einen auf Touristenabzocke spezialisierten, cholerischen Wirt in seinem Stolz verletzt.

Hannah entpuppt sich derweil ein ums andere Mal als echte Diva. Sie schlittert widerwillig über verschneite Straßen in Skandinavien, durch schlammige Dschungelpisten in Südostasien und schafft es dennoch auf majestätische, von Achttausendern flankierte Himalaja-Pässe.

Höher als alle Gebirgspässe zusammen türmen sich auf der Reise die bürokratischen Hürden: Wie füllt man ein Grenzformular in kyrillischer Schrift aus? Wie besteht man eine chinesische Fahrprüfung? Warum ist wildes Campen im militärischen Sperrgebiet zwischen Iran und Pakistan keine wirklich gute Idee? Und lassen sich zeitaufwendige Hafen-Inspektionen durch die Homeland Security durch gute Publicity beschleunigen?

Genug der Vorberichterstattung. Jetzt selber lesen und viel Spaß haben. Auch wenn manchmal Alkohol und Drogen zu viel sind. Der Reisebericht ist es allemal wert gelesen zu werden. Erschienen bei www.dumontreise.de