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PapertUnverfroren_27-02-15.jpgInes Paper und Thomas Senf: Unverfroren 

Da steht sie nun berichtet von ihrer Reise ins ewige Eis. Die Bilder sind beeindruckend. Hat sie das wirklich erlebt, was sie berichtet? Die Frau ist zart und schmächtig und soll 8.000er bezwungen haben? Sympathisch lächelnd signiert sie ihr neues Buch. Führt das eine oder andere Gespräch mit bekannten Gesichtern. „Für wen soll ich signieren?“, fragt sie eher leise. „Für meine Klettermaus“, antwortet der Gefragte.

Traut man ihr das zu, die höchsten Berge der Welt zu besteigen, so schmächtig wie sie ist? Doch der durchtrainierte Körper spricht eine ganz andere Sprache. Und dann wird klar. . .Einmal den Traum verwirklichen. Einmal das Unmögliche möglich machen. Einmal einen Weg gehen, den kein Mensch zuvor gegangen ist. Das Ziel vor Augen sehen und sich eingestehen müssen, es ist unerreichbar. Ein neues Ziel setzen. Aufbrechen. Und…ankommen!

Unverfroren“: Ines Papert und Thomas Senf, einer der besten Alpinfotografen der Welt, setzen in diesem packenden Buch aus dem Delius Klasing Verlag der Freundschaft ein Denkmal: der Freundschaft zum Hochgebirge; der Freundschaft zu alpinen Abenteuern; der Freundschaft zwischen einer Frau und einem Mann, die gemeinsam ein großes Ziel angehen, wohl wissend, dass sie es nur gemeinsam erreichen können. Das Ziel: die Nordwand des Tengkampoche (6.500 m) im nepalesischen Himalaja zu meistern, auf einer Route, die bis dahin noch niemand zuvor bewältigt hatte. Der Entschluss war gleichsam aus der Not geboren: Ein Sturz an einem Berg in Marokko, eine Schulterverletzung, die Ines Papert zu einer langen Pause zwang, zum Nachdenken und zum Setzen neuer Ziele: eben diese unbegangene Route und – noch kühner – danach kein Abstieg, sondern eine Talfahrt im Gleitflug. Dann kam wieder alles anders: Eismangel auf der Route machte den Plan zunichte, eine alternative Linie kam des schlechten Wetters wegen nicht in Betracht. Also ein neues Ziel: der Likhu Chuli I, 6.719 m und noch unbestiegen. Was für ein Abenteuer! Und was für Strapazen für das Duo: Meterhoher Pulverschnee, eine Nacht auf einem winzigen Schneeband in der 70 Grad steilen Wand. Eisige Stürme, eine weitere bitterkalte Nacht unter dem Gipfelgrat. Erste Erfrierungserscheinungen. Thomas muss aufgeben. Ines kämpft sich nach oben, ganz allein. Gipfelglück. Mühseliger Abstieg. Was für ein dramatischer Bericht! Und welch ein Zeugnis von Wagemut und von unerschütterlicher Freundschaft! Ines und Thomas sind wahre Profis, die viel riskieren, aber nicht alles. Die nicht blindlings darauf losgehen, sondern offenen Auges. Und so enthält der Band (ein zusätzlicher Reiz) auch einfühlsame Schilderungen der nepalesischen Kultur. Erschienen bei delius Klasing. Www.delius-klasing.de