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Achtsamkeit 28-04-19.jpgUm Stress zu vermeiden

Täglich erleben wir angespannte Situation, die eine regelrechte „Stressfahne“ hinter sich herzieht. Aus einer kleinen Episode kann bei unglücklichen Konstellationen ein riesiger unüberwindbarer Berg entstehen. Was tun?

Wie lässt sich die Belastung reduzieren? Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die sich durch Übungen erlernen lassen. Dazu gehört u.a. das Autogene Training. Manchmal hilft schon eine kleiner Auszug um Stress zu reduzieren, gelassener zu werden und bewusster zu leben. Diese Wünsche kennen viele Menschen, die sich jeden Tag zwischen vielen Verpflichtungen rund um Arbeit, Familie und Freizeit bewegen. Wie es im hektischen Alltag gelingen kann, bewusste Auszeiten zu schaffen, zeigt Ola Schenström in „52 Wege zur Achtsamkeit“. Denn Aufmerksamkeit und Wahrnehmung können trainiert werden, davon ist der Autor überzeugt. Bei seinem Ansatz stellt er das Mitgefühl – sich selbst und anderen gegenüber – in den Mittelpunkt.

Sich mit Achtsamkeit zu beschäftigen heißt, mehr Werkzeuge an die Hand zu bekommen, um in einer von Informationen überfluteten, immer komplexeren Welt besser zurechtzukommen“, fasst der Autor Ola Schenström zusammen. Er gibt alltagstaugliche Tipps, wie die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment gerichtet werden kann.

Wir können lernen, Technologien so zu nutzen, dass Laptop, Smartphone und Tablet nicht zum Stressfaktor werden. Während der Fernsehwerbung empfiehlt er, den Ton auszuschalten und bewusst auf die Atmung zu achten. Das Erlernen dieser Fähigkeiten ist möglich, da jeder Mensch zwei Gehirnsysteme hat, die Entscheidungen beeinflussen. Das eine funktioniert automatisch und wird schnell in Gang gesetzt: wenn das Handy klingelt, sendet es den Impuls, sofort zu reagieren. Das andere System ist reflektierend und arbeitet langsamer. Es hilft dabei, das Verhalten zu kontrollieren. Mit Achtsamkeitsübungen kann es gestärkt und trainiert werden.

Die kurzen und einfachen Übungen regen dazu an, mit wachen Sinnen im Hier und Jetzt zu sein, um ruhiger, konzentrierter und bewusster zu werden. Eine der Übungen besteht darin, sich vor dem Schlafengehen drei positive Dinge des Tages in Erinnerung zu rufen. Das muss nicht der große Lottogewinn sein. Vielmehr geht es um kleine Erlebnisse wie ein Lächeln, ein leckeres Essen oder das Vogelgezwitscher am Morgen. Wer diese Übung regelmäßig macht, polt sein Bewusstsein darauf, auch im Alltag die schönen und guten Dinge wahrzunehmen. Was bei allen Übungen wichtig ist: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Vielmehr geht es um das Nachspüren: Was verändert sich? Was tut mir gut?

Die Wahrnehmung durch Körperübungen schulen

Achtsamkeit wird oft definiert als die bewusste und vorurteilsfreie Wahrnehmung des eigenen Erlebens im gegenwärtigen Moment. Den Körper und seine Empfindungen wahrzunehmen, hilft dabei. Vor allem, wenn wir uns auf unsere Atmung, unsere Muskeln oder ein bestimmtes Körperteil konzentrieren, können wir unser Körperbewusstsein schulen.

Diese Übung kann im Stehen oder im Sitzen durchgeführt werden:

Mit beiden Füßen einige Male fest auf den Boden aufstampfen. Die Füße dann ruhig auf dem Boden stehen lassen, die Augen schließen und im eigenen Rhythmus atmen.

Die Nachwirkungen der Bewegung in den Füßen, Waden und Oberschenkeln beobachten. Welche Empfindungen sind da? Vibrationen? Ein Stechen? Etwas anderes?

Ola Schenström ist in Schweden einer der angesehensten Experten zum Thema Achtsamkeit. In seiner Heimat hält er zahlreiche Vorträge und gibt Kurse. Zudem hat er in den letzten 10 Jahren eine Reihe von E-Kursen entwickelt. Sie richten sich unter anderem an Angehörige psychisch Erkrankter, gestresste Jugendliche oder an Frauen während Schwangerschaft und Geburt. Sein Buch Achtsamkeit im Alltag wurde in Schweden zu einem Bestseller. 3ad8bc58264d430eacde30d996f4fc45

52 Wege zur Achtsamkeit , erschienen TRIAS Verlag, Stuttgart. 2019