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Richtig_lften_08-02-19.jpgFalsches Lüften schadet

Immobilienbesitzer können ein Lied davon singen: Mieter lüften immer falsch! Aber was ist denn richtig, wie geht denn Lüften einer Wohnung oder eines Hauses? Hier ist der Vermieter in der Pflicht seine Mieter zu informieren. Das geschieht aber nicht nur aus dem Interesse an der Immobilie. Denn wenn Mieter aufgrund von Schimmelbefall durch falsches oder kein Lüften Schaden nehmen, suchen sie immer zuerst die Schuld beim Vermieter. Da ist Aufklärung sozusagen doppelter Schutz.

Wenn es drinnen mollig warm ist und draußen eine fantastische Winterlandschaft zum Spaziergang einlädt, sind bei den aktuellen Temperaturunterschieden zwischen Innenräumen und Außenluft einige Regeln zu beachten. Beim Lüften werden gerade in der Winter- und Übergangszeit Fehler gemacht - mit möglichen Folgen für die Immobilie und den Mieter. Ob Mieter oder Vermieter: Studien zeigen, dass die Mehrheit der Befragten falsches Lüften als Hauptursache für Schimmelbildung in Wohnungen sieht. Da fehlt es an Wissen. Gerade bei regelmäßigen Mieterwechseln, wie es bei möblierten Wohnungen auf Zeit üblich ist, sollten Vermieter ihre Mieter regelmäßig aufklären. Denn: Laut einer aktuellen Erhebung stehen allein in der Bundesrepublik rund zehn Prozent der registrierten Bauschäden mit Schimmelbefall in Zusammenhang.

Vielerorts wird teils nicht, teils zu wenig und häufig falsch gelüftet. So ist der Vermieter immer wieder in der Pflicht, seine Mieter zu informieren, damit diese eigenverantwortlich mit dem Thema umgehen. Schließlich haben Vermieter nur begrenzt Kontrolle und Einfluss. Ein Mensch verliert allein durch Atmung pro Tag bis zu 1,5 Liter Feuchtigkeit. Beim Schlaf wird zusätzlich Feuchtigkeit freigesetzt. Durch Wäschetrocknen, Kochen, Waschen und Duschen kann die Feuchtigkeit pro Kopf auf zehn Liter steigen. Luckx – das magazin hat einige Tipps gesammelt, um Schimmel und Bauschäden in der Wohnung zu vermeiden.

Stoßlüften statt Dauerlüften mit gekippten Fenstern

Gängigster Fehler: Die Fenster werden nur gekippt. Sie sollten aber für zwei bis drei Minuten komplett geöffnet werden, sonst kann kein richtiger Luftaustausch stattfinden und die Feuchtigkeit bleibt in der Wohnung. Das gekippte Fenster kühlt die Wohnung zu sehr aus und die kälteste Stelle oberhalb des gekippten Fensters wird zum perfekten Nährboden für Schimmel.

Regelmäßig lüften

Nur durch die tägliche Zufuhr von frischer Luft kann ein gesundes und angenehmes Raumklima entstehen. Die Kehrseite in Sachen Wärmedämmung ist, dass perfekt schließende Fenster und isolierte Wände mittlerweile so gut dichten, dass kein Luftaustausch stattfinden kann und dieser somit aktiv herbeigeführt werden muss.

Für Durchzug sorgen

Wer alle Fenster in der Wohnung gleichzeitig öffnet und so für einen Luftzug sorgt, lüftet besonders effizient. Wichtig ist zudem, die Wohnung anschließend wieder zu heizen, da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte.

Sofort lüften, wenn Feuchtigkeit entsteht

Besonders prädestiniert für Schimmelbefall sind Küche, Bad und Schlafzimmer, da hier die Luftfeuchtigkeit generell am höchsten ist. Am besten nach jedem Duschen und Kochen kräftig lüften und darauf achten, dass die Türen offen bleiben. Nach dem Aufstehen ist das Schlafzimmer intensiv zu lüften und über den Tag auf etwa 20 Grad Celsius leicht zu heizen. Überall, wo intensiv Feuchtigkeit entsteht, sofort trocknen: Etwa nasse Fenster oder Fliesen an Badewanne und Dusche. Die Spülmaschine sollte nach Beenden des Programms noch 30 Minuten geschlossen bleiben.

Feuchtigkeit in der Luft reduzieren

Vermieter sollten Mieter darauf hinweisen, keine Wäsche in der Wohnung zu trocknen. Ist es nicht anders möglich, sollten die Räume ausreichend geheizt und besonders auf regelmäßiges Stoßlüften geachtet werden. Tipp: Wäsche in der Waschmaschine vorher gut ausschleudern und Wäschetrockner nutzen. Dies sind allemal günstiger als Gesundheits- oder Immobilienschäden.

Richtig heizen: Regelmäßig die Raumtemperatur überprüfen

Die Raumtemperatur im Wohnbereich sollte zwischen 18 und 22 Grad Celsius liegen. In den anderen Räumen genügt oft eine niedrigere Temperatur: So reichen im Schlafzimmer nachts 16 bis 17 Grad Celsius. In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit.

Heizungen nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken

Zwischen Außenwand und Möbelstück sollten mindestens sechs Zentimeter Abstand sein, damit die warme Raumluft in diesem Bereich richtig zirkulieren kann und die Außenwände nicht zu kalt werden.

Erste Zeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit beachten

Fensterscheiben sind meist die kältesten Stellen im Raum. Dort lagert sich die Feuchtigkeit ab, wenn sie nicht durch richtiges Lüften aus dem Fenster gelassen wird. Beschlagene Fenster sind daher ein wichtiger Hinweis, dass nicht ausreichend gelüftet oder zu wenig geheizt wird.

Luftfeuchtigkeit zwischen 35 und 55 Prozent

Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 55 Prozent betragen, um Schimmel zu vermeiden. Mit einem Hygrometer können Mieter ganz einfach die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren. Diese Geräte sind bereits ab zehn Euro im Handel erhältlich.

Schimmel frühzeitig erkennen und entfernen

Sollte dennoch Schimmel in der Wohnung entstehen, muss dieser schnell und effizient entfernt werden. Mieter sind verpflichtet, unmittelbar den Vermieter zu informieren, damit dieser den Schimmel beseitigen lassen kann. Von Selbstversuchen ist abzuraten. Auch wenn die Beseitigung Kosten verursacht ist dies immer noch günstiger als ein gesundheitlicher Schaden.