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Vlkerschlachtdenkmal_22-03-17.jpg400 Jahre Dreißigjähriger Krieg 

Den meisten Europäern ist – zum Glück – Krieg ein unbekanntes Phänomen der menschlichen Gesellschaft. Abgesehen vom „täglichem Kleinkrieg“ im Autoverkehr, in der Straßenbahn, im Büro, der Familie können wir froh und glücklich sein, seit über 70 Jahren in einem – fast – friedlichen Europa zu leben. Mit den Erinnerungen an die dunklen Zeiten der menschlichen Entwicklung soll dem „Nie wieder Krieg“ gedacht werden. So ist es auch mit einem der verheerenden Kriege. In 2018 jährt sich zum 400. Mal der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Ganz im Mittelpunkt des damaligen Geschehens: Leipzig und seine Umgebung. Unter dem Titel „Je weniger Klingen, je größere Herzen – 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg“ wird es von Mai bis Oktober 2018 u.a. in Leipzig, Bad Düben, Delitzsch, Eilenburg, Taucha und Torgau Ausstellungen zum Thema geben.

Bei den Sonderausstellungen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit der Ur-Krostitzer Brauerei und den Museen in Nordsachsen. Das Projekt wurde wegen der großen Bedeutung des Dreißigjährigen Krieges für die Region entwickelt. Die geplanten Ausstellungen sollen die Ereignisse wieder in Erinnerung rufen. Zum Gedenken, Erinnern und auch zum Aufrütteln.

In Leipzig und der Umgebung fanden im Laufe des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) große Feldschlachten, Belagerungen und vielerorts Kämpfe der zahlreichen verfeindeten Lager statt. Im Jahr 1646 wurde in Eilenburg für Kursachsen Frieden geschlossen - was auch zum finalen Westfälischen Frieden von 1648 führte. Eine prägende Epoche - weit über die Region hinaus. Die Krostitzer Brauerei im Norden von Leipzig kann fast ein halbes Jahrtausend Brautradition vorweisen und gehört damit zu den ältesten Brauereien Deutschlands. Das Markenzeichen der Krostitzer Biere – der Schwedenkopf – geht auf eine Begebenheit während des Dreißigjährigen Krieges zurück: Der schwedische König Gustav Adolf II. war am 6. September 1631 mit seinen Truppen in Richtung Leipzig unterwegs. Erst im Ort Crostitz konnte der durstige König ein Bier erhalten. Zum Dank für die dargebotene Kanne schenkte der König dem Braumeister einen rubinbesetzten Goldring. Gustav Adolf zog weiter und siegte am nächsten Tag in der Schlacht bei Breitenfeld.

Der Initiator der Sonderausstellungen und Projektkoordinator Günter Tempelhof holte sich mit dem nordsächsischen Bundestagsabgeordneten Marian Wendt einen zuverlässigen Unterstützer ins Boot. „Gerne unterstütze ich das Projekt, das zum einen an das Geschehene erinnert, gleichzeitig mahnt und zur Bewahrung des Friedens aufruft. Mir ist es eine große Ehre die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernehmen zu dürfen. Diese Ausstellungen werden derzeit final abgestimmt und lassen auf eine große Vielfalt von Exponaten und Darstellungen der Geschichte des 30-jährigen Krieges vorausblicken“, sagte Wendt abschließend zur Sonderausstellung.