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BMW_Tate_14-04-16.jpgKunst wird lebendig 

Die neue Tate Modern wird mit einem dreiwöchigen Live-Art-Programm eröffnet. Dies trägt der Bedeutung der Performance-Kunst im Museum des 21. Jahrhunderts Rechnung. Vom 17. Juni bis zum 3. Juli hebt das Museum im Rahmen der bestehenden Partnerschaft BMW Tate Live die zunehmende Wichtigkeit von Live-Aktionen und partizipativen Erlebnissen für zeitgenössische Künstler hervor. Das kostenfreie Programm von BMW Tate Live umfasst dabei sowohl Performances der Sammlung Tate als auch neue Auftragsarbeiten internationaler Künstler, die auf dem gesamten Museumsareal zu sehen sein werden. Mithilfe der seit mittlerweile fünf Jahren bestehenden Partnerschaft von Tate und BMW konnten seit dem Jahr 2012 wichtige performative Großveranstaltungen, Online-Performances als Live-Streams, Workshops und Konferenzen angeboten werden. 2017 wird die Zusammenarbeit mit einer jährlichen „live exhibition“ in den Tanks der Tate Modern fortgesetzt werden.

Seit der Eröffnung der Tate Modern im Jahr 2000 wurde die nationale Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst kontinuierlich weiterentwickelt, um die große Vielfalt aktueller Kunstpraxis abzubilden. Aus diesem Grund wurden Werke erstanden, die in Echtzeit aufgeführt und erlebt werden können. Im Juni 2016 werden die Besucher auf ebensolche Werke stoßen, die periodisch in den neuen Ausstellungsräumen der Tate Modern aufgeführt werden. In Tania Brugueras provokativem Stück „Tatlin’s Whisper #5“ von 2008 kreisen berittene Polizeibeamte die Besucher ein, während die Teilnehmer in David Lamelas Werk „Time“ (1970) sich auf der Eingangsrampe aufreihen und gegenseitig nacheinander die Tageszeit mitteilen werden. Im Boiler House, dem aktuellen Gebäude der Tate Modern, wird eine Arbeit von Tino Sehgal aus dem Jahr 2002 gezeigt: Im gleichen Raum, in dem auch die Werke von Joseph Beuys ausgestellt sind, beginnt in der Performance „This is Propaganda“ eine Person, die sich als Museumswärter ausgibt, völlig unvermittelt zu singen. Umgeben von den Kunstwerken von Lygia Clark, Mike Kelley und Bruce Nauman wird im Switch House, dem neuen Gebäude der Tate Modern, Amalica Picas Stück „Strangers“ (2008) aufgeführt, bei dem zwei Schauspieler jeweils ein Ende einer Girlande festhalten. An einem anderen Ort stoßen die Besucher auf eine merkwürdige Menschenschlange, die scheinbar nirgends hinführt: Roman Ondaks “Good Feelings for Good Times” (2003).

In den Tanks, dem ersten musealen Raum, der den Kunstformen Live-Art, Film und Installation gewidmet ist, werden drei Skulpturen-Klassiker der 1960er Jahre ausgestellt, die die Beziehung zwischen Kunst und Betrachter drastisch in Frage stellen. Es werden drei Variationen zum Thema minimalistischer Kubus von Robert Morris, Rasheed Araeen und Charlotte Posenenske zum Leben erweckt. Die Besucher können um die Skulpturen herumgehen, in die entstandenen Räume hineintreten oder Teile der Skulpturen neu anordnen, so wie es vor einem halben Jahrhundert ursprünglich von den Künstlern beabsichtigt war.

Als Teil derselben Ausstellung werden in den Tanks zwei neue Performance-Auftragsarbeiten gezeigt, die während der drei Eröffnungswochen täglich zu sehen sein werden. Mit diesen Arbeiten wird das Konzept des Kunstwerks als materielles Objekt in Frage gestellt und so der Begriff um neue Ideen in Bezug auf Verwandlung und Aufführung erweitert. Tarek Atoui wird ein neues Kapitel seiner Arbeit „The Reverse Collection“ vorstellen, ein Werk, in dem zehn eigens hierfür angefertigte Instrumente täglich von einer Musikantengruppe gespielt werden. Die einzelnen Aufführungen werden aufgenommen und anschließend übereinander gelegt, wodurch eine immer komplexere Klang- und Objektinstallation entsteht. Alexandra Pirici und Manuel Pelmuş stellen ihre Arbeit „Public Collection Tate Modern“ vor, in der fünf Tänzer Live-Versionen bekannter Kunstwerke als wiederkehrenden Zyklus aufführen. Indem die „Äquivalente“ der Bilder, Skulpturen und Installationen als eine Reihe von Posen dargestellt werden, trägt dieses Werk dazu bei, dass das Konzept einer Kunstsammlung in einen vergänglichen, flüchtigen Akt verwandelt wird. Weitere Informationen finden Sie unter www.tate.org.uk/bmwtatelive