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Theatervirus2017_DOMinos.jpgSagenhaftes Festival 

Seit Wochen arbeitet die Theaterpädagogin Indra Schiller intensiv daran, das Jugendtheater-Festival der Gandersheimer Domfestspiele neu auszurichten und alles bis ins kleinste Detail vorzubereiten. Am Himmelfahrtswochenende kommen über 100 junge Menschen von Theatern aus Northeim, Göttingen, Kassel, Nordhausen und Lüneburg nach Bad Gandersheim. Selbstverständlich sind auch die „DOMinos“, der Theaterspielclub der Gandersheimer Domfestspiele, dabei. Alle werden vier Tage gemeinsam in der Kurstadt verbringen und sich theatral ausprobieren können. „Bei Ankunft treffen die Jugendgruppen der einzelnen Theater zum ersten Mal aufeinander und werden gleich wild durcheinander gemischt“, erklärt Indra Schiller. In vier Gruppen entwickeln sie dann Szenenelemente aus der Rittersage Parzival von Wolfram von Eschenbach. Hierfür hat Indra Schiller vier Schauspieler und Theaterpädagogen als externe Workshop-Leiter, unter anderem aus Berlin, Braunschweig, Osnabrück und der Schweiz, engagieren können, die sich in ihren Gruppen auf unterschiedliche Weise mit dem Stoff auseinandersetzen. Dabei geht es um Fragen wie: Warum ist Parzival so tollpatschig? Oder: Wie werde ich ein guter Ritter? Diesen und weiteren Fragen wird sich unter anderem durch kleine Choreographien, über Musik, Performance und Objekttheaterarbeit angenähert. „Die bekannte Rittersage Parzival ist eine schöne Geschichte, ähnlich wie Alice im Wunderland, nur ist Parzival dämlicher – aber er landet trotz seiner Tollpatschigkeit immer wieder auf den Füßen. Wir haben eine Jugendfassung des Stückes gewählt, die die Geschichte sehr humorvoll erzählt“, erklärt Indra Schiller. Die einstudierten Szenen werden dann zur Eröffnung des Theaterfestes am Sonntag, 28. Mai, von 12 bis 13 Uhr auf der Festspielbühne aufgeführt. Zusätzlich zu den Auftritten der einzelnen Gruppen wird es eine gemeinsame Schlussszene geben, bei der alle gemeinsam auf der Bühne zu sehen sein werden. 

Während der Festivaltage wird Indra Schiller selbst einen Workshop im Bereich Tanz und Bewegung mitgestalten, aber zusätzlich auch die einzelnen Proben der anderen besuchen, um eine Dramaturgie für den großen Auftritt am Sonntag zu entwickeln. Als Festivalleiterin muss sie außerdem den gesamten Ablauf im Auge haben. Dabei geht es nicht nur um die Kunst. Die Übernachtung, Bewirtung und Betreuung der Gäste muss organisiert und koordiniert werden. Schlafen werden die Jugendlichen im Roswitha-Gymnasium. Schüler des elften Jahrgangs werden sich um die auswärtigen Gäste kümmern, sie vom Bahnhof abholen, sie zu den Probebühnen bringen und als Regie-Assistenten fungieren. Außerdem wird eine Jugendredaktion gegründet, die das Festival medial begleitet.
Mit der Neuausrichtung des Theatervirus-Festivals, welches in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet, geht die Theaterpädagogin der Gandersheimer Domfestspiele neue Wege. In den Vorjahren haben die angereisten Jugendclubs der einzelnen Theater jeweils Stücke aus ihrem eigenen Programm vorgeführt. Eine Jury hat dann entschieden, welches das Beste ist und abschließend gab es für die „Siegergruppe“ einen Preis. Indra Schiller hat jetzt den „Wettstreit“ gegen ein Miteinander getauscht. Mit dem neuen Konzept haben Jugendliche nun die Möglichkeit, andere Theater- und Spielformen hautnah kennenzulernen und Kontakte zu anderen Gleichgesinnten zu knüpfen. „So können am Ende alle neue Erfahrungen mit nach Hause nehmen. Das ist mehr wert als ein Preis, denn am Ende nur einer mitnehmen kann“, sagt Indra Schiller. Der Theatervirus 2017 wird unterstützt von den Paracelsus Kinken Bad Gandersheim, dem E-Center Dirk Scheuner und von den Lions Ladies des Lions Club Seesen-Osterode „Roswitha von Gandersheim“.