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Wien 11-04-19.jpgWie(n) das Leben so spielt

Den Österreichern – insbesondere den Wienern – wird ein eigenes Lebensgefühl nachgesagt. Dieses Lebensgefühl gilt als hintergründig, indirekt und voller versteckter Anspielungen, oft auch als schwarzer Humor. Ebenfalls wird es als eine derb-liebenswerte und meist nicht ganz ernst gemeinte Form des Miteinanders bezeichnet. Aber auch Charme und eine gewisse Unfreundlichkeit werden ebenso nicht ausgeschlossenen wie eine Schlitzohrigkeit.

Also: Was macht Wien zu Wien? Wo und wie können BesucherInnen das echte Wien erleben? Mit einer Sammlung an Momenten, die das besondere Wiener Lebensgefühl ausdrücken, sind Wien Gäste eingeladen, Hauptdarsteller auf den Bühnen des Wienerischen zu werden.

Diese Bühnen des Wienerischen finden sich oft an nicht so beachteten Orten und werden durch einen Wechsel der Perspektiven plötzlich sichtbar: Wiener Momente, ungeschönt, unglaublich, einfach unglaublich schön. Denn in Wien ist alles ein Theater.

Ein paar Beispiele gefällig? Hier wird eine 40-minütige Straßenbahnfahrt als D-Wagen-Meditation inszeniert. Der kürzeste Museumsbesuch der Welt dauert exakt eine Minute, der Eintritt kostet maximal 2,40 Euro. Und auf den Wiener Rolltreppen herrschen eigene Gesetze: Achtung, Linksverkehr! In den Depoträumen der Bundesmobilienverwaltung und im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien werden die Möbel des ehemaligen österreichischen Kaiserhauses verwahrt. Vieles davon kommt heute noch bei Staatsbesuchen zum Einsatz. Spezialführungen gewähren Einblicke in die Depoträume sowie in vergangene und aktuelle Zeremonielle.

In der Welthauptstadt der Musik wird an künstlerischer Perfektion gearbeitet. Die Studierenden der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien präsentieren sich als Musikstars von morgen in zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen. Aktuell belegt die mdw zusammen mit der Juilliard School im QS-University-Ranking 2019 den ersten Platz weltweit.

Das Herz der Musikwelt schlägt an der Ringstraße. Die Wiener Staatsoper, die 2019 ihr 150-Jahre-Jubiläum feiert, ist ein Ort des Hörens und Sehens, nicht nur auf der Bühne, sondern ebenso dahinter. Führungen ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen des größten Repertoirebetriebs der Welt.

Wo steht die Litfaßsäule, in der Harry Lime in die Kanalisation abstieg? Wo war seine Wohnung? Wo traf er seinen Freund Holly Martins? Der Filmklassiker Der dritte Mann (1949) von Carol Reed mit Orson Welles und Joseph Cotten in den Hauptrollen spielt im Wien der Nachkriegszeit. Zahlreiche Drehorte sind auch noch heute in der Stadt zu besichtigen.

Mit ausgiebigen Expeditionen in die Wiener Wildnis des Zentralfriedhofs warten die Tierfotografen Georg Popp und Verena Popp-Hackner auf. Auf dem zweitgrößten Friedhof Europas hat sich die Fauna ihren eigenen Lebensraum zurückerobert.