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outdoor27-06-16.jpgFaire Produkte und Tierschutz 

Die Outdoor-Branche hat sich wie kaum eine andere Branche der Kritik von Interessensgruppen gestellt – und gehandelt. Die Ergebnisse: Tierschutzorganisationen loben Outdoor-Firmen und bei den Sozialstandards folgt die Branche den strengsten Multistakeholder-Forderungen.

Denn Wegducken gilt nicht. Auch wenn der Anstoß von Kampagnen verschiedenster Interessensgruppen mitunter schmerzlich war, so hat sich die Outdoor-Branche der Kritik gestellt, gehandelt und letztlich gezeigt, dass hohe Sozialstandards und faire Produktion ebenso möglich sind wie Tierschutz und Nachhaltigkeit. Nicht mitmachen ist längst keine Option mehr. Das wird auf der Fachmesse OutDoor deutlich, wo sich die Branche sowohl an den Messeständen wie auch in den Konferenzzentren dem Thema Corporate Social Responsibility (CSR) weiter annimmt.

Die Liste liest sich wie das Who-is-Who der Outdoor-Branche: Deuter, Dynafit, Haglöfs, Jack Wolfskin, Maier Sports, Mammut, Mountain Equipment, Ortovox, Salewa, Schöffel, Sprayway, Vaude. Sie sind Wettbewerber um die Gunst der Outdoor-Aktiven, aber Verbündete, wenn es darum geht, sich für Sozialstandards stark zu machen. Alle diese Firmen sind Mitglieder der Multistakeholder-Organisation Fair Wear Foundation (FWF), die die strengsten Regeln für Sozialstandards fordert und durchsetzt. Dazu kommen noch Adidas, Fjällräven, Kathmandu, Patagonia und Prana die bei der amerikanischen Variante, der Fair Labor Association, Mitglied sind.

Auch beim Tierschutz ist die Outdoor-Branche vorne dabei. Daunen sind für leichte und warme Funktionsjacken unerlässlich. Daunen aus Lebendrupf und Stopfleber sind tabu, aber sie müssen auch aus artgerechter Haltung stammen. Mountain Equipment sorgt seit acht Jahren mit dem ‚Down Codex’ des ‚International Down and Feather Laboratory’ (IDFL) ebenso für vorbildliche Transparenz wie Fjällräven mit dem ‚Down Promise’. Hersteller Schöffel hat sich der von der international agierenden Tierschutzorganisation ‚Vier Pfoten’ initiierten „Cruelty Free Down Challenge“ angeschlossen. Die Outdoor-Branche war deshalb auch treibende Kraft bei der Schaffung des ‚Responsible Down Standard’ (RDS) durch Allied Feather & Down und Textile Exchange vor zwei Jahren, um so die Beschaffung von zertifizierter Daune zu erleichtern.

Auf der OutDoor wird nun mit dem ‚Responsible Wool Standard’ (RWS) ein Woll-Äquivalent gelauncht. Über den Partner ‚Textile Exchange’ bietet der RWS weltweite Standards für Tierschutz und Weide- und Farmmanagement, um höchste Transparenz in die Beschaffungskette zu bekommen. Seit Jahren schon setzen die führenden Marken Icebreaker und Smartwool auf ZQ-zertifizierte Merinowolle. Für alle anderen wird es dank dem RWS jetzt auch unkompliziert möglich.

Die Branche ist schon weit gekommen, aber noch nicht am Ziel. Denn Nachhaltigkeit ist eine lange Reise und die Grundvoraussetzung für den Erfolg.