Matsch, Bergung und Abenteuer

Knietief im Schlamm stehend. Das Bergungsseil sicher befestigt. Und dann mit einem Ruck das festgefahrene Fahrzeug herauszuziehen. Für einige unserer Zeitgenossen ist das der richtige Abenteuer-Urlaub. Doch ohne das richtige Wissen und passende Knowhow sollte sich keiner auf die Reise begeben, meint luckx – das magazin.

Erfahrung ist die beste Voraussetzung

Wer draußen unterwegs ist, kann viel erleben. Als wir von luckx – das magazin vor vielen Jahren bei einer Extremskiwanderung in Norwegen unterwegs waren, trafen wir einen vermeintlich Gleichgesinnten im Schneesturm. Ausgestattet mit einem damals üblichen baumwollenen Jogging-Anzug und Tagesrucksack kam er uns bei einem Schneesturm entgegen. Zum Glück, wenige Meter von einer Schutzhütte entfernt. Angesprochen, warum er mit dieser Minimalausstattung durch die unwirtliche Region unterwegs sei, berichtet er von einem Zeitungsbericht, die in schönster Beschreibung von dieser Tour berichtet. Alles easy!? Da er schon sehr erschöpft war, empfahlen wir ihm, hier zu übernachten und am nächsten Tag den Rückweg anzutreten. Außerdem sollte er beim nächsten Skicenter unbedingt eine Nachricht hinterlassen, dass er dort angekommen sei. Wir würden den Betreiber darüber informieren. Wenn er nicht dort ankommen würde, würde automatisch der Rettungsdienst benachrichtigt.

Abenteuer & Allrad & Fernreisende

Nun sind die mediale Berichterstattung das Eine und Erfahrungswerte nicht zu unterschätzen. Wer sich schon einmal im Schneesturm verirrte oder darin übernachten musste, kann auf etwas andere Erfahrungen vertrauen. Da ist die Orientierung und das Bauen der Unterkunft eine lebenslang prägende Erkenntnis. Ohne Kompetenz wird das aber nichts. Einfach mal den Biwaksack oder das Zelt im Garten auslegen bzw. aufbauen, darin übernachten, ist die wesentliche Voraussetzung für so ein Sommer- oder Winterabenteuer. Genau um solche Kompetenzen ging es beim Fernreise-Workshop in Bad Kissingen. Abseits eines der ältesten Kurorte Deutschlands hoch auf der Reiterwiesener Höhe gab es eine militärische Einrichtung. Um es einer Nachnutzung zuzuführen, griffen die erfahrene Rallye-Logistikerin Marion Ripberger und engagierte Mitstreiter in die Ideenkiste und wandelten das Gelände in einen „Abenteuerspielplatz“ um. Einmal jährlich treffen sich viele zehntausend Abenteuerinteressierte zur Messe „Abenteuer & Allrad“ im Kurort. Mehrere tausend Fernreisende und Interessierte schaffen so den wohl größten Campingplatz Europas. Nicht auf der Höhe, sondern im Ort selbst. Doch Marion Ripberger hörte nicht nur den Besuchern gut zu, sondern auch ihren Ausstellern.

Workshop zum Anfassen

Von allen hörte sie nicht nur, dass die Messe eine tolle Veranstaltung sei, sondern auch, dass die Besucher sich intensiver auf ihre Fernreise vorbereiten wollen. Was liegt dabei näher, als gemeinsam mit Ausstellern einen Workshop zu veranstalten. Gesagt, getan. So kamen am Wochenende vom 11. bis zum 13. September 2026 über 80 Fahrzeuge mit ihren Besitzern auf die Reiterswiesener Höhe. Auf dem Programm standen solche Themen, wie ich mein Fahrzeug konfiguriere, an welches Zubehör ich für meine Reiseregion unbedingt denken muss und und wie der „Karren wieder aus den Dreck gezogen“ werden kann. In mehreren Vorträge wurde auch Reisedestinationen vorgestellt: vom Norden Norwegens bis zum südlichen Afrika als auch Asien und Südamerika standen auf dem Programm. Kostya Abert blickte mit seine „Abenteuer-Touren“ Veranstaltungen auf 40 Jährige Erfahrung bei solchen Touren zurück. Die Lacher hatte er trotz Schlamm, Bergung, Sandsturm und stressigen Grenzübergängen auf seiner Seite. In der Situation eine Herausforderung. Doch später war es eine Erfahrung mehr, worüber auch geschmunzelt werden kann.

Viele der Workshop-Teilnehmer betrachteten das als gute und intensive Vorbereitung auf ihre in Kürze stattfindende Fernreise. Gut vorbereitet brechen sie nun in ihr nächstes Abenteuer auf.

Selbst aktiv werden

Viele Unternehmen nutzten in der Vergangenheit dieses Gelände zur Präsentation neuer Fahrzeuge, mit denen dann auch gleich direkt im „Schlamm gewühlt“ werden konnte. Aber auch Unternehmen bereiteten ihren Mitarbeiter mit einem außergewöhnlichen Incentive ein unwiederbringliches Erlebnis. Auch wir von luckx – das magazin durften dort übernachten wie alle anderen Workshop Teilnehmer. Die absolute Stille in der Nacht und die Dunkelheit beeindruckte nicht nur uns.

Wer für Kunden, Freunden oder anderen Gruppen so etwas organisieren möchte, wendet sich am besten direkt an: https://www.abenteuer-allrad.de/impressum. Dort sind Ansprechpartner und Kontaktdaten hinterlegt.

Ach ja, eines darf in diesen Bericht nicht fehlen. Der damals in Schneesturm Angetroffene ist tatsächlich beim Skicenter in Nordseter gewesen und hat dort eine Nachricht hinterlassen. Eine Rettungsaktion war nicht erforderlich.