Nervige Mitreisende

Eine Urlaubsreise ist die schönste Zeit des Jahres. Sollte es zu mindestens sein. Wenn nicht die nervigen Mitreisenden wären. Ob alkoholisiert, grölend oder mit Papphut auf dem Kopf. Doch es gibt noch schlimmere Ereignisse, weiß luckx – das magazin.

Reisegewohnheit

Wer es noch nicht gewusst hat, erfährt es jetzt: Telefone funktionieren in beide Richtungen. Wem es noch nicht aufgefallen sein sollte: Schreien hilft nicht. Das Mikrofon regelt die Lautstärke herunter, damit dem Gepsrächspartner nicht die Ohren abfallen. Auch nützen Handbewegungen, Armkreisen und Schläge auf dem Tisch überhaupt nichts. Das sieht der Gesprächspartner auch nicht. Auch den rotem Kopf wird er nicht wahrnehmen. Also: ruhig Blut bewahren, auch wenn das Gespräch eskalieren sollte. So ist es verständlich, das sich Urlaubsreisende über Telefon- oder Videoanrufe über Lautsprecher als nervige Angelegenheit empfinden. Jedenfalls gilt das für 48 % der deutschen Reisenden auf der Liste der nervigsten Gewohnheiten anderer Reisender. Zugleich gab fast die Hälfte der Deutschen an, sich auf Reisen mit unbekannten Mitreisenden zu unterhalten. Bei einer Umfrage in 17 Ländern gaben 48 % der deutschen Befragten Telefon- oder Videoanrufe mit aktiviertem Lautsprecher als nervigste Gewohnheit unter Reisenden an. Dicht darauf folgen mit 45 % laute Diskussionen, während sich 44 % über Mitreisende ärgern, die Musik ohne Kopfhörer hören und ihre Kinder auf dem Sitz vor ihnen herumtreten, daran herumziehen oder herumklettern lassen.

Eigene Marotten

Gleichzeitig geben die Deutschen aber auch zu, dass sie andere Mitreisenden selbst mit bestimmten Marotten nerven. Fast die Hälfte gibt an, sich mit unbekannten Mitreisenden zu unterhalten, 30 % klatschen bei der Landung und 26 % ziehen ihre Schuhe aus. Und wenn dann die Landung trotz klatschen geglückt ist, kommen wieder andere Urlaubsärgernisse hinzu wie Müll am Strand hinterlassen (53 %), unbeaufsichtigte Kinder (41 %), stundenlanges Blockieren von Liegestühlen mit Handtüchern (39 %), lautes Reden an ruhigen Orten (34 %), zu spätes Erscheinen zum Beginn einer Tour oder zur Abfahrt eines Busses (34 %)

Auch am Urlaubsort kommt so manches Unbehagen auch. So gestehen 28 % im Urlaub nur in ihrer eigenen Sprache zu sprechen. 23 % müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie überhaupt hier hin gefahren sind, weil sie die gesamte Zeit auf ihrem Handy scrollen, anstatt die Aussicht zu genießen. Außerdem lassen 20 % bei einem All-you-can-eat-Buffet Essen auf dem Teller liegen. Dass sie ins Meer, einem See oder im Ozean urinieren. Ob dies nun verwerflich sein sollte, darüber gibt es geteilte Ansichten. Auch wurde dieses Thema schon wissenschaftlich betrachtet, wobei heraus kam, dass das Urinieren im Meer völlig unerheblich für dessen Verschmutzung ist. Dagegen sollte ins Schwimmbecken dieses unterlassen werden; besonders vom fünf Meter Brett.

Deutsche Reisende sind entspannt

Bei einer Analyse der Antworten zu allen in der Umfrage erfassten Verhaltensweisen zeigte sich, dass die Deutschen insgesamt zu den Reisenden zählen, die sich nicht so leicht aus der Fassung bringen lassen. Zugleich gehören sie aber auch zur Gruppe derjenigen, die am bereitwilligsten ihren Unmut äußern. Etwa einer von sieben deutschen Befragten (15 %) gab an, dass er Menschen mit störendem Verhalten immer darauf hinweisen würde – eine der höchsten „immer“-Quoten unter den befragten Ländern. 18 % gaben hingegen an, dass sie niemals etwas sagen würden. Dieser Mix hebt Deutschland von anderen Ländern ab: Die Deutschen scheinen anderen Reisenden gegenüber ziemlich tolerant zu sein, aber sie sind auch eher bereit als die meisten anderen Nationalitäten, bei Grenzüberschreitungen etwas zu sagen.

Rücksichtnahme

Für ein angenehmeres Reiseerlebnis insbesondere bei Flugreisen ist es immer sinnvoll, nicht zum Albtraum eines anderen Reisenden zu werden. Rücksichtnahme, ein paar Vorbereitungen und das Mitnehmen wichtiger Technikartikel können dabei helfen. So gehören Kopfhörer, Taschentücher und Snacks ins Handgepäck. Außerdem sollte das Gepäck schnell verstaut werden und die Gänge sind freizuhalten. Wer umsteigen muss, sollte die Umsteigeverbindungen im Voraus planen. Auch wenn so mancher gern seine Bedeutung im Telefonat ausbringen möchte, ist leises sprechen angesagt und Telefonate mit aktiviertem Lautsprecher sind zu vermeiden. Damit wird schon für ein gutes Reiseerlebnis gesorgt.

Die Umfrage wurde von Saily in Auftrag gegeben und vom 17. bis 31. August 2026 über Cint-Panels durchgeführt (Japan: November 2025). Die Zielgruppe waren Menschen im Alter von 18 bis 74 Jahren, wohnhaft in 17 Ländern: Australien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Polen, Spanien, Schweden, Schweiz, Taiwan, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten. Der Stichprobenumfang war landesweit repräsentativ für Internetnutzer, mit Quoten für Alter, Geschlecht und Wohnort. Insgesamt wurden mehr als 16.000 Personen befragt, darunter 1.000 in Deutschland.