Wir lassen es uns regelmäßig gefallen, abgezockt zu werden. Die Kraftstoffpreise sind ein gutes Beispiel dafür. Dass die Bundesregierung dabei auch noch zusieht und sich daran beteiligt, wie die Bürger verarmt werden, ist ein Skandal. Wann wird endlich Schaden vom deutschen Volk abgewandt, fragt luckx – das magazin?
Preisentwicklung
Wie war das noch vor 50 Jahren mit den Spritpreisen? Etwa 76 Pfennig hat der Liter Benzin gekostet. Mit Blei. Diesel war ähnlich teuer, aber weniger nachgefragt. Nur Bauern fuhren ihren 200-er Benz mit 2 Liter Dieselmotor und 55 PS. Die Preise an den Zapfsäulen wechselten nicht so häufig wie heute. Denn der Tankwart wurde telefonisch informiert, musste zuerst die Leiter herkramen, die neuen Nummern aus dem Lager holen – in der Hoffnung, diese waren noch in Ordnung – und dann auf die Leiter steigen und die Preise ändern. Wenn das heute weiterhin so wäre; was für ein Segen für uns Autofahrer. Wer genauer wissen möchte, wie die Preisentwicklung war, kann es hier nachlesen: https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/deutschland/kraftstoffpreisentwicklung/#spritpreise-1950-bis-1999
Der ADAC ist auch so freundlich und lässt uns daran teilhaben, wie die aktuelle Entwicklung weiter geht. Um bei der Leiter zu bleiben: was auf der einen Seite hoch geht, geht auf der anderen Seite bergab; äh Leiter ab. Damit sind die anderen Belastungen der Bundesbürger gemeint. Sozialabgaben, Beiträge, Mieten, Heizung usw. knabbern am Einkommen. Da bleiben am Monatsende viele Tage übrig, die nicht mehr mit den Finanzmitteln gefüllt werden können. Doch dabei können uns die Arbeitergeber behilflich sein. Denn nun kommen besonders bei den global agierenden Unternehmen mit den Vergleich von anderen Produktionsstätten. Mercedes hat seine Mitarbeiter mit den Produktionskosten in den USA und Rumänien konfrontiert, wie die Wirtschaftswoche berichtete.
Mehr Lohn?
Die Stuttgarter stellten dabei einen Lohnvergleich an. Ziel ist es, die Arbeitskosten in Deutschland zu senken. So wurden die Mitarbeiter damit konfrontiert, wie viel günstiger an anderen Standorten produziert wird. Nun ist es aber für Mitarbeiter schwierig einzuschätzen, wie wahrheitsgerecht die Gegenüberstellung ist. Nach der Devisen, glaube keiner Tabelle, die du nicht selbst gefälscht hast. Sicherlich lässt sich so ein Vergleich anstellen. Doch sind in diesem Fall die Mitarbeiter die richtigen Ansprechpartner? Wäre es nicht sinnvoller, das an geeigneter Stelle vorzubringen, wo Entscheidungen zur Reduzierung der Produktionskosten getroffen werden könnten? Wir hören doch jeden Tag aus allen Unternehmen, dass die Energiekosten zu hoch sind, der bürokratische Aufwand die personellen Möglichkeiten sprengt und was sonst noch die Kosten in die Höhe treibt. Ach ja, mehr Lohn, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen, gibt es nicht. Dafür soll an der Arbeitszeitschraube gedreht werden. Sozusagen voller Arbeitszeitausgleich bei gleichem Lohn: rauf die Stunden, runter mit den Produktionskosten. Haben nicht die Arbeitnehmer in den letzten Jahren schon eine geringere Lohnerhöhung als Inflation und Kostensteigerungen erhalten? Was beim Daimler mit dem Produktionskostenvergleich funktionieren soll, wird bei Volkswagen mit der Reduzierung der Belegschaft und der Stilllegung von Werken versucht. Wir kürzen das an dieser Stelle einmal ab. Wenn Menschen hier in Deutschland keine Arbeit mehr haben, werden sie in Zukunft nicht in der Lage sein, die hier angebotenen und hier oder im Ausland produzierten Waren zu kaufen. Ob Bananen, Äpfel, Autos oder Computer: die können so gut oder so billig wie möglich sein. Ohne Kohle ist nichts los.
Bürokratieabbau?
Dazu ein Beispiel aus dem Leben, welches wir vor ein paar Tagen erfuhren: Eine Straße soll ausgebaut werden, weil der Bebauungsplan dies vorsah. Auf jeder Straße sollen entsprechende Fußwege von 1,5 Meter breite angelegt werden. Doch der Platz reichte nicht aus, so dass ein mittelständische Unternehmen seinen frisch gesetzten Zaun um 1,5 Meter zurücksetzten sollte und dabei tief in die Tasche gegriffen wurde. Kosten: 100.000 Euro. Puh. Trotzdem: Gefordert und umgesetzt. Nun stellt die Stadtverwaltung fest, dass die Straße so nicht ausgebaut werden kann, weil der im Laufe der Straßenführung folgende Bahnübergang von der DB nicht mit Fußweg hergestellt werden kann. Also bleibt alles wie es ist. Bis auf den Umstand, dass der Bahnübergang geschlossen wird, weil Fußgänger diesen nicht wie in den vergangenen 30 Jahren „gefahrlos“ nutzen können. Wie in den vergangenen 30 Jahren? Gefahrlos? Der Warentransport mit schweren LKWs erfolgt nun vorbei an einer Schule. Bei den Schildbürgern konnte man wenigstens noch die Dummheit erkennen, als sie das Licht mit Eimern ins Haus trugen. Die Frage ist unbeantwortet, wer nun die 100.000 Euro bezahlt.
Wohin soll die Reise gehen?
Weder (Groß-) Unternehmen noch die Politik sagen, wohin die Reise gehen soll. Doch wir Menschen brauchen Sicherheit. Mit dummen Sprüchen wie faule und krankfeiernde Deutsche lässt sich keine Politik machen und den Menschen Zuversicht und Sicherheit geben. Wir haben keine Politikverdrossenheit in Deutschland. Wir haben uns eine Politikerkaste gewählt, die fürs Politikmachen nicht geeignet ist. So hat auch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt gezeigt, dass die nun gewählte Mehrheit schon nach einer Woche nicht in der Lage ist, für die Menschen positive Zeichen zu setzen. Es zeichnet sich ab, dass das „Land gegen die Wand gefahren wird“. Chaos gewählt, Chaos bekommen.
Was wir jetzt brauchen, sind positive Nachricht. Das können beispielsweise Erkenntnisse sein, dass die Rente mit 63 bleibt; dass die Kraftstoffpreise gedeckelt werden bei 1,68 Euro; dass alles unternommen wird, um den Krieg in der Ukraine zu beenden und dass der „Gott in den USA“ in die Schranken gewiesen wird. Das gibt Zuversicht und Sicherheit. Dann sind wir Menschen auch bereit, wieder in die Hände zu spucken.