Ach, wie war der Urlaub schön!

Die Vorfreude war riesig. Doch dann war der Urlaub eine einzige Katastrophe. Doch vor Freunden und Arbeitskollegen will man sich diesen Frust nicht eingestehen. Wie dann in Bilder und Erzählungen der Urlaub doch grandios war, wollte luckx – das magazin wissen.

Digitale Urlaubserlebnisse

Was früher die Ansichtskarte war, dem dann E-Cards folgten ist nun die Präsenz auf den Sozialen Medien. So wurde aus dem Urlaubsbilderalbum ein digitales Erlebnis, an dem auch andere teilhaben konnten. Der Dia-Abend findet nun immer auf dem digitalen Seiten statt. Doch damit nicht genug. Gleichzeitig wurde daraus ein Marketinginstrument für die Urlaubsanbieter und ein Ratgeber für Urlaubssuchende. Eine international repräsentative Befragung von 9.000 Personen in sieben Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, USA) – darunter 1.000 Teilnehmer aus Deutschland -, untersucht fünf zentrale Fragen: Wie stark inspiriert Social Media die Zielwahl? Was wird aus dem Urlaub gepostet? Wird eine Enttäuschung online beschönigt? Wie nutzen Reisende die Plattformen unterwegs? Und welche Inhalte inspirieren am meisten? Der Vergleich mit der Erhebung von 2024 zeigt, wie schnell sich das Verhältnis der Deutschen zu Social Media verändert.

Inspiration zur Reiseplanung

Der Einfluss sozialer Netzwerke auf die Reiseplanung wächst in Deutschland deutlich: 42 % der deutschen Befragten haben bereits ein Ziel besucht, an das sie vorher nicht gedacht hatten, zu dem sie aber über Social Media inspiriert wurden. In der Vorgängerstudie von 2024 lag dieser Wert noch bei 32 %. Damit verzeichnet Deutschland nach Großbritannien (14 % auf 25 %) den zweitstärksten Anstieg aller untersuchten Märkte, während der globale Durchschnitt im gleichen Zeitraum nur leicht von 37 % auf 39 % zulegte. Im aktuellen Ländervergleich liegt Deutschland damit im oberen Mittelfeld.

Wenn der Urlaub nicht hält, was er versprochen hat: Würden Reisende trotzdem einen positiven Beitrag posten? In Deutschland ist die Antwort so klar wie in keinem anderen Markt. Nur 23 % der deutschen Social-Media-Nutzenden würden das tun (7 % sehr wahrscheinlich, 16 % eher wahrscheinlich), während 47 % es ablehnen. Damit liegt Deutschland am Ende des Ländervergleichs und deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 35 %. Gegenüber 2024 (24 %) ist der Wert praktisch unverändert – anders als der Social-Media-Einfluss auf die Zielwahl bleibt die deutsche Zurückhaltung beim Beschönigen also stabil.

Lieber beschönigen?

Auch hier zeigt sich ein Alters- bzw. Generationenmuster: Im globalen Durchschnitt (nach Generationen betrachtet) würden 54 % der Generation Z und 43 % der Millennials trotz Enttäuschung positiv posten, bei der Generation X sind es 30 % und bei den Babyboomern 19 %. Betrachtet man die Altersgruppen in Deutschland, sinkt der Anteil von 36 % bei den 25- bis 34-Jährigen auf 13 % bei den über 65-Jährigen.

Beim Inhalt der Urlaubsposts sind Landschaften und Sehenswürdigkeiten mit 76 % das beliebteste Motiv in Deutschland (global: 74 %), gefolgt von Erlebnissen und Aktivitäten (57 %), der Unterkunft (51 %) und Essen (51 %). Bemerkenswert ist der Blick auf die Unterkunft: Mit 51 % posten deutsche Reisende häufiger Bilder von Hotel und Zimmer als Befragte in jedem anderen Markt – der globale Durchschnitt liegt bei 39 %, in Italien sind es nur 28 %. Umgekehrt gilt für Selbstporträts: Nur 30 % der Deutschen würden Selfies posten, gegenüber 40 % im globalen Durchschnitt und 58 % in den USA. Nur in Frankreich (22 %) ist die Zurückhaltung größer.

Zwischen den Geschlechtern zeigen sich in Deutschland vor allem beim Essen Unterschiede: 56 % der Frauen würden Essensfotos posten, gegenüber 47 % der Männer. Bei Erlebnissen liegen Frauen mit 60 % vor Männern (55 %). Deutlich ist auch der Unterschied bei der Social-Media-Nutzung selbst: 9 % der deutschen Männer geben an, gar keine sozialen Netzwerke zu nutzen, gegenüber 4 % der Frauen.

Nutzung im Urlaub

Bei der Frage, wie Social Media im Urlaub genutzt wird, fällt Deutschland durch bewusste Distanz auf. 16 % der deutschen Befragten würden im Urlaub komplett auf soziale Netzwerke verzichten und einen Digital Detox machen – der höchste Wert aller sieben Märkte und über dem globalen Durchschnitt von 13 %. Am seltensten ist der Verzicht in Portugal (10 %). Gleichzeitig würden 37 % der Deutschen einmal täglich „nur zur Sicherheit“ hineinschauen, aber weniger als im Alltag, und 34 % würden Social Media wie gewohnt weiternutzen. Weitere 9 % nutzen soziale Netzwerke ohnehin nie.

Innerhalb Deutschlands ist Digital Detox klar männlich geprägt: 19 % der Männer würden im Urlaub ganz auf Social Media verzichten, gegenüber 12 % der Frauen. Umgekehrt würden 39 % der Frauen die Netzwerke im Urlaub wie gewohnt weiternutzen, bei den Männern sind es 29 %.

Deutsche bleiben skeptisch

Wenn Deutsche auf Social Media nach Reiseinspiration suchen, überzeugt sie vor allem das Authentische: 26 % interessieren sich am meisten für versteckte, wenig bekannte Orte. Das ist zwar auch in Deutschland die häufigste Antwort, liegt aber unter dem globalen Durchschnitt von 31 % und deutlich hinter Portugal (42 %) und Spanien (40 %). 19 % schätzen realistische Videos und Fotos, mit denen sie sich das Erlebnis vorab vorstellen können. Nur 8 % lassen sich von spektakulären oder viralen Inhalten mitreißen. Bemerkenswert ist die deutsche Skepsis: 18 % der Befragten in Deutschland sagen, dass ihnen egal ist, was auf Social Media über Reisen gesagt wird – gemeinsam mit Frankreich der höchste Wert im Ländervergleich (global: 14 %, Portugal: 10 %).

Datenbasis

Erhebung 2026: Die Befragung wurde von OnePoll im Auftrag von eDreams ODIGEO vom 9. bis 17. Juni 2026 durchgeführt. Die Stichprobe umfasste 9.000 Erwachsene in sieben Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, USA), die in den letzten fünf Jahren im Ausland Urlaub gemacht haben, darunter 1.000 Befragte aus Deutschland.

Vergleichsdaten 2024: Die Vorgängerbefragung wurde von OnePoll vom 5. bis 16. April 2024 in denselben sieben Ländern unter 9.000 Erwachsenen durchgeführt, darunter 1.000 Befragte aus Deutschland.