Fenster und Türen weit offen

Jeder weiß, wenn er eine Urlaubsreise unternimmt oder auch nur kurz Einkaufen geht, müssen Fenster und Türen stets verschlossen sein. Das beugt Einbrüchen vor. Doch beim PC oder Smartphone erscheint er so, dass das Scheunentor weit geöffnet ist und Cybersicherheit ein Fremdwort ist, meint luckx – das magazin.

Bedrohungslage

Aktuelle Zahlen zeigen, dass die gewerbliche Cyberversicherung noch nicht in der Breite der Wirtschaft angekommen ist. Die wachsende Bedrohungslage erfordert, Cybergefahren ernst zu nehmen und die Prävention zu stärken. Zwar ist die gewerbliche Cyberversicherung stärker nachgefragt. 2025 ist die Zahl der Verträge um 15,7 Prozent auf rund 157.000 gestiegen. Trotzdem bleibt sie in Deutschland wenig verbreitet. So haben nur rund fünf Prozent der Unternehmen vorgesorgt und sind gegen die Folgen eines Cyberangriffs versichert. Das ist nicht zuletzt angesichts der globalen Sicherheitslage ein Problem. Kein Betrieb ist vor Hackern sicher, wie die aktuellen Meldungen aus Handel und Gewerbe zeigen. Dort wurden Kühlgeräte gehackt und statt zu kühlen, wurden die Lebensmittel erhitzt und mussten entsorgt werden.

Ein Grund für die geringe Verbreitung des Versicherungsschutzes ist, dass viele Unternehmen nicht die grundlegenden Anforderungen an die IT-Sicherheit erfüllen. Diese sind in der Regel Voraussetzung für den Abschluss einer Cyberversicherung. Nach Erkenntnissen der Versicherer verfügen nur rund ein Drittel der deutschen Unternehmen über hinreichende Schutzmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Sicherheitsupdates, verlässliche Backups, klare Zugriffsrechte und funktionierende Notfallpläne. Solche Maßnahmen sind wichtig, um das Risiko eines Angriffs zu verringern.

Niedrige Hürden für Cyberkriminelle

Dabei kann Cyberkriminalität in Unternehmen erhebliche organisatorische und finanzielle Schäden anrichten. Laut einer aktuellen Statistik waren es 2025 knapp 200 Millionen Euro an Versicherungsschäden. Gleichzeitig werden einzelne Schadenfälle teurer. Der Durchschnittsschaden stieg um 5,8 Prozent auf 43.186 Euro. Besonders mittelständische Unternehmen sind beliebte Angriffsziele und unterschätzen die Gefahr. Sie empfinden sich häufig als nicht interessant genug, um in den Fokus von Hackern zu geraten. Die Annahme zu klein oder zu unwichtig zu sein, ist ein gefährlicher Trugschluss wie die aktuellen Angriffe auf die Kühlgeräte von Handel und Gewerbe zeigen. Zudem steigt die Bedrohungslage durch niedrigere Hürden für Cyberkriminelle. Unter dem Begriff „Cybercrime as a Service” können Cyberkriminelle Angriffe mittlerweile als Dienstleistung einkaufen. Künstliche Intelligenz senkt die Hürden weiter, etwa durch täuschend echte Phishing-Nachrichten oder die schnelle Auswertung großer Datenmengen.

Prävention und Versicherungsschutz

Investitionen in IT-Sicherheit, Mitarbeiterschulungen und weitere Sicherheitsvorkehrungen sind für jedes Unternehmen essenziell. Auch künstliche Intelligenz kann zusätzlich als Schutzwerkzeug dienen, zum Beispiel um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen. Auch wenn Sicherheitsmaßnahmen keine Schutzgarantie sind, verkleinern sie doch die Angriffsfläche. Laut Statistik melden nur rund drei Prozent der versicherten Unternehmen einen Cyber-Schaden. Prävention und Versicherungsschutz erfüllen damit unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen. Gute IT-Sicherheit verringert Risiken, während eine Cyberversicherung Unternehmen bei der Bewältigung der finanziellen und betrieblichen Folgen eines Cyberangriffs unterstützt.