1661

Die Zahl 1661 soll eine göttliche Botschaft sein, die dazu ermutigt, sich persönlich weiterzuentwickeln, Beziehungen zu pflegen und in allen Lebensbereichen ein Gleichgewicht zu bewahren. Doch in diesem Fall ist es eine Botschaft an einen Automobilhersteller, der dieser nicht verstanden hat, wie luckx – das magazin recherchierte.

Fragen über Fragen

Hans-Jürgen Tücherer ist ein Motorjournalist. Und so ein Motorjournalist fährt nun mal auch ein Auto. Meist fährt er mehrere parallel oder nacheinander. Viele Motorjournalisten haben meist kein eigenes Auto, weil sie sich von einem Autotest zum nächsten durch das Autofahrerleben hangeln. Tücherer ist da wohl etwas anders. Er hat sich ein Auto gekauft. Einen Hyundai Ioniq 6. Ein Elektroauto. Da ihm so einiges an dem Fahrzeug aufgefallen ist, hat er um Antworten bei der Presseabteilung des Herstellers nachgefragt. So sind einfach Journalisten. Die stellen Fragen. Und viel schlimmer: Die wollen auch Antworten. So begann es im Sommer 2025 mit einer perfekt in die aktuelle Zeit passenden Idee: Wie erlebt ein eingefleischter „Petrolhead“ wie Tücherer den Umstieg auf ein Elektroauto? Welche Erfahrungen macht er dabei? Für diesen Selbstversuch wählte er einen Hyundai IONIQ 6 des Modelljahrs 2025, der übrigens nicht aus dem Testwagenpool des Herstellers stammte. Mit mehr als viereinhalb Jahrzehnten Berufserfahrung kennt der Autor die ehernen Regeln des Journalismus. Nach einigen Monaten täglichen Lebens mit dieser elektrisch angetriebenen Limousine wollte er ein rundes Dutzend offene Fragen zu diesem Auto mit der Presseabteilung des koreanischen Herstellers erörtern.

Vergeblich? Vergessen? Oder was sonst?

Was sich aber leider als vergebliche Liebesmüh und verschwendetes Geld für Telefongebühren und Porto erwies. Denn die Medienansprechpartner bei Hyundai Deutschland und Hyundai Europe reagierten auf keinen einzigen seiner zahlreichen Kontaktversuche per Telefon, E-Mail oder sogar gutem, altem Brief. Auch die Geschäftsführer beider Unternehmen antworteten nicht auf die an sie persönlich gerichteten Schreiben. Erst nach einem „Bittbrief um Hilfestellung“ an José Muñoz, President & CEO der Hyundai Motor Company Motors in Seoul, meldete sich die Presseabteilung der deutschen Niederlassung beim Journalisten Tücherer und bat um schriftliche Übermittlung seiner Fragen. Da aber seit seinen ersten Kontaktversuchen einige Zeit verstrichen war, hatte sich die Liste in der Zwischenzeit „ein bisschen vergrößert“. Erstaunlich schnell wurde der Eingang des Fragenkatalogs in der deutschen Hyundai-Zentrale in Offenbach am Main per E-Mail bestätigt.

Still ruht der See

Erst auf schriftliche Nachfrage nach weiteren zwei Wochen schrieb die Hyundai Presseabteilung, dass man diesen „umfangreichen Fragenkatalog nicht schriftlich im Detail beantworten könne“. Es gebe aber die Möglichkeit, einem ihrer „Experten“ in einem Interview die „wichtigsten Fragen zu stellen“. Für Tücherer war das aber viel zu spät. Den nun hat er alle Fragen peinlich genau notiert. Jeder der es möchte, kann nun den Fragenkatalog abarbeiten. Und das sollten Interessenten, die sich tatsächlich ein Elektrofahrzeug zulegen möchten, auch tun. Es muss nicht ein Hyundai sein. Denn die im Buch aufgeworfenen Fragen betreffen fast jedes andere E-Fahrzeug ebenso. Wenn allein die ersten 40 Seiten (ja, wir haben die Fragen – fast – alle gelesen!) Fragen über Fragen zum Laden und dem Umfeld aufwerfen, ist Schluss mit lustig mit der Elektromobilität. Und, liebe Leserin und lieber Leser, mit den berechtigten Fragen sollten sich alle E-Mobilitätsfans auseinandersetzen. Zur Zielgruppe gehören natürlich auch die fleißigen Teams der Hyundai-Händler und -Werkstätten, die diese Autos verkaufen, warten und reparieren. Und aufgepasst: auch für die Verantwortungsträger der deutschen Hersteller ist das Buch Pflichtlektüre. Tücherer hat alle Fragen gestellt, die bei der Herstellung und im Aftermarket auftauchen werden. Das erspart viel Arbeit in den Büros und an der Werkbank.

Hans-Jürgen Tücherer wäre kein guter Journalist, wenn nicht an der einen und anderen Stelle Sarkasmus und Satire aufblitzen lässt. So sind Journalisten halt. Das hält die Spannung bis zur letzten Frage.

Zum Schluss bleibt es eine offene Frage, ob Hyundai die göttliche Botschaft verstanden hat. Das lässt der Autor offen und arbeitet an einen weiterem Buch.