Energiemanagement

Sollten wir dem Diktator Putin und den Ajatollahs im Iran als auch dem Präsidenten in den USA nicht dankbar sein, dass sie unsere Energieversorgung so massiv behindern? Okay, das ist reiner Sarkasmus. Doch nun sind wir gezwungen, unsere Energieversorgung auf andere Bedingungen zu stellen. Die Ursache ist nicht schön, meint luckx – das magazin.

Energieversorgung

Hunderttausende Menschen wurden getötet, nur damit die Welt ihre Energieversorgung neu organisiert? Das kann nur wahrlich nicht der richtige Weg in eine neue Energieversorgungswelt sein. Trotzdem sollten wir uns nun massiv unserer nachhaltig erzeugten Energie zuwenden, um nach und nach den Ölhahn versiegen zu lassen. Wohin das führen kann, wenn fossile Energie nicht mehr wie gewohnt einen Markt findet, zeigt die Entwicklung in Russland.

Kompliziert ist die Energieversorgung schon genug. Und die einleitenden Worten sind eben nur eine vereinfachte Darstellung der Situation. Denn die Lage ist viel komplizierter. Deshalb kommen wir bei der privaten oder gewerblichen Nutzung nachhaltig erzeugter Energie nicht um ein Energiemanagementsysteme herum. Es ist das Herzstücke integrierter Komponenten. Die Kombination aus Solaranlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und E-Fahrzeugen sowie der dazugehörigen Ladeinfrastruktur nimmt nach einer Pause wieder Fahrt auf. Verbraucher können zwar bisher autark werden. Doch der Weg zur Eigenstromerzeugung, zum Eigenstromverbrauch sowie Energiespeicherung lassen sich in einem eigenen System abdecken, das unabhängig von den Energiemärkten günstig liefern kann.

Zusammenspiel

Für ein profitables Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ist es jedoch unerlässlich, dass diese miteinander sowie mit dem Stromnetz „kommunizieren“ – hier kommen zunehmend Energiemanagementsysteme zum Einsatz. Diese verarbeiten, oftmals über den Einsatz von künstlicher Intelligenz, steuerungsrelevante Daten wie Erzeugungs- und Verbrauchsprofile, Preissignale der Strombörse oder Wetterdaten. Auf Basis dieser Auswertung steuert das Energiemanagementsystem, wann Strom ins Netz eingespeist oder im Haushalt/Unternehmen verbraucht wird und der stationäre Speicher oder sogar die Fahrzeugbatterie des E-Fahrzeugs Strom ein- und ausspeichert. Somit kann die Kombination der Komponenten Solaranlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und E-Fahrzeug ökonomisch vorteilhaft agieren – das Energiemanagement bildet die Voraussetzung dafür.

Marktsituation

Der Markt für Energiemanagementsysteme ist daher in den letzten Jahren stark gewachsen. Es gibt nach wie vor große Herausforderungen bei der Produktentwicklung: Bislang konnte noch kein einheitliches Kommunikationsprotokoll, das herstellerübergreifend alle Komponenten miteinander verknüpfen könnte, etabliert werden. Dass heißt, der Markt ist divers: Von Produkten, die mit „Herstelleroffenheit“ werben, jedoch meist trotzdem auf eine bestimmte Produktpalette begrenzt sind, bis zu hauseigenen Systemen, die mit herstelleruniformen Produkten eine „tiefe Integration“ ermöglichen sollen, ist derzeit alles erhältlich. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob sich Hardware-basierte Systeme oder Cloud-basierte Systeme durchsetzen werden.

Mit zunehmender Flexibilisierung im Stromsystem werden Energiemanagementsysteme jedenfalls immer wichtiger: Denn diese müssen zukünftig außer mit steuerbaren Erzeugern und Verbrauchern auch mit Smart-Meter-Gateways kommunizieren. Es ist daher entscheidend, einen Überblick bei Steuerungstools wie Energiemanagementsystemen zu behalten.