Diese Urlaubserlebnisse braucht keiner

Autofahrer und besonders Urlaubsreisende kennen es: kilometerlanger Stau, Reifenplatzer, Baustellen oder Unfälle am laufenden Band behindern die angenehme Urlaubsreise. Anscheinend verhindern lassen sie sich nicht, wie luckx – das magazin aus eigener Erfahrung weiß.

Gefahr

Auf dem Weg Richtung Süden lief es alles gut. Doch dann trat etwas ein, was keiner haben möchte. Bei rund 100 km/h platze der linke hintere Reifen am Wohnmobil. Nach schon so einem Vorfall vor einiger Zeit waren wir von luckx – das magazin aber vorbereitet. Schnell rechts an – soweit es geht – auf dem Seitenstreifen. Warmweste überstreifen und schauen, was passiert ist. Dann ging alles ganz schnell: Radmuttern lösen, mit den Hubstützen hoch bocken, Rad herunter nehmen, Ersatzrad draufstecken, Schrauben wieder festziehen, Stützen einfahren, Schrauben nachziehen. Das Ganze hat weniger als 15 Minuten gedauert, weil wir vorbereitet waren. Bei einem früheren Vorfall vergingen 7 Stunden, bis die Fahrt wieder fortgesetzt werden konnte.

So einfach ist es nicht immer. Reisende mit Kindern oder Hund stehen im Ernstfall vor besonderen Herausforderungen. Kinder müssen aus dem Gefahrenbereich gebracht, Haustiere angeleint und gleichzeitig die Unfallstelle abgesichert oder Hilfe organisiert werden. Deshalb lohnt es sich, den Ernstfall mitzudenken. Denn wer vorbereitet ist, kann Risiken verringern und in einer Ausnahmesituation schneller und sicherer handeln.

Sicherheitsausrüstung griffbereit

In Deutschland gehören Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten zur vorgeschriebenen Fahrzeugausstattung. Bei einer Reise ins Ausland sollte die Ausrüstung zu den jeweiligen Vorschriften passen. Reisende sollten sich deshalb vor der Abfahrt über die aktuellen Bestimmungen sämtlicher Transit- und Zielländer informieren. Unabhängig von der gesetzlichen Mindestanforderung in Deutschland sollte eine Warnweste für jede mitfahrende Person vorhanden sein. Auch sollten Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten jederzeit schnell erreichbar sein und dürfen nicht unter dem Reisegepäck verstaut werden. Aufbewahrungsorte wie die Türablagen, das Fach unter dem Beifahrersitz oder andere leicht zugängliche Ablagefächer im Fahrzeuginnenraum sind dafür geeignet. Sinnvoll ist es außerdem, die Kontaktdaten des Automobilclubs und der Kfz-Versicherung bereits vor der Abfahrt im Mobiltelefon zu speichern. Vor Reisebeginn sollte auch geprüft werden, ob der Verbandskasten vollständig ist und ob das Verfallsdatum steriler Inhalte wie Kompressen, Pflaster und Verbände überschritten wurde. Abgelaufene, beschädigte oder geöffnete Materialien sollten ausgetauscht werden.

Reise- und Notfallset

Neben der gesetzlichen Mindestausstattung empfiehlt sich ein kleines Pannen- und Notfallset. Dazu gehören unter anderem eine Taschenlampe, eine geladene Powerbank mit Ladekabel, ein Starthilfekabel und, sofern für das Fahrzeug vorgesehen, Ersatzrad oder Reifenreparaturset. Persönliche Medikamente sollten griffbereit und vor Hitze geschützt aufbewahrt werden. Für längere Urlaubsfahrten sollten ausreichend Getränke und Snacks griffbereit mitgenommen werden. Auch für mitreisende Tiere sollten Wasser und Futter eingepackt werden. Praktisch für unterwegs sind faltbare Reisenäpfe oder auslaufsichere Trinkflaschen. Für Notfälle kann es sinnvoll sein, saugfähige Unterlagen oder spezielle Reisetoiletten für Haustiere mitzuführen. Auch für menschliche Fahrzeuginsassen lohnt sich eine entsprechende Vorbereitung: Für Kleinkinder können Windeln oder faltbare Reisetoiletten hilfreich sein, für ältere Kinder und Erwachsene Urinalbeutel. Wer zu Reiseübelkeit neigt, sollte Spucktüte griffbereit im Fahrzeug aufbewahren. Das kann auch eine gebrauchte Plastiktasche sein.

Familien mit Kindern profitieren zudem von Hörspielen, Malbüchern oder Reisespielen, die Wartezeiten im Stau überbrücken können. Organizer an den Rückenlehnen helfen dabei, Trinkflaschen oder Spielzeug griffbereit und sicher zu verstauen. So müssen Fahrer während der Fahrt nicht nach hinten greifen. Gleichzeitig verhindern sie, dass lose Gegenstände bei einer Vollbremsung durch den Innenraum geschleudert werden. Auch Tiere sollten während der Fahrt mit einem geeigneten Gurtsystem, Trenngitter oder einer gesicherten Transportbox gesichert sein.

Stau und Rettungsgasse

Staus gehören in der Ferienzeit zum Reisealltag. Bereits bei stockendem Verkehr sollte die Geschwindigkeit frühzeitig reduziert und ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gehalten werden. Gleichmäßiges Fahren mit ausreichend Abstand stabilisiert den Verkehrsfluss und hilft, Stauwellen zu vermeiden. Häufige Spurwechsel bringen meist keinen Zeitgewinn, sondern erhöhen das Unfallrisiko. Autofahrer sollten unbedingt darauf achten, wenn der Verkehr ins Stocken gerät, eine Rettungsgasse zu bilden. Das gilt nicht nur dann, wenn Blaulicht zu sehen oder das Martinshorn zu hören sind. Denn dann beginnt ein großes Rücken und Schieben, dass den Einsatz der Rettungskräfte hindert. Auf Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung wird die Rettungsgasse zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen gebildet. Fahrzeuge auf der linken Spur fahren möglichst weit nach links, alle anderen möglichst weit nach rechts. Die Rettungsgasse muss während des gesamten Staus freigehalten werden. Auch der Standstreifen ist ausschließlich Pannenfahrzeugen und Einsatzkräften vorbehalten und darf nicht genutzt werden, um am Stau vorbeizufahren oder anzuhalten. Ein unerlaubtes Befahren oder Halten auf dem Standstreifen kann mit einem Bußgeld und Punkten in Flensburg geahndet werden. Wird fortgesetzt.