Archiv für den Tag: 21. August 2026

Erfolg oder Misserfolg?

Täglich arbeiten wir als Mitarbeiter eines Unternehmens, im Büro, an der Werkbank oder in sonstiger Funktion. Oder wir sind Selbständig. Die Frage am Ende des Tages ist immer: war es erfolgreich? Wer für den Erfolg verantwortlich ist, hat luckx – das magazin recherchiert.


Wie wichtig ist der Mensch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist eigentlich nur das Abfragen von Verbindungen und Verknüpfungen in rasender Geschwindigkeit. Bestimmt auch ein bisschen mehr. Und wenn am Ende einer Abfragekette es nicht weitergeht, ist die Maschine so programmiert, dass sie immer nach einer neuen Verbindung sucht. Da kann es dann schon vorkommen, dass ein unerwarteter Weg beschritten wird. Je nachdem, wie der Programmierer als nächsten Schritt etwas verboten oder zugelassen hat. So bleibt der Menschen auch weiterhin wichtiger als die Maschinen – so lautet ein Credo des Wirtschaftsreports 2026 der Management-Community United Interim. Des Weiteren ergab dir Umfrage unter 550 Interim Managern: „KI und Roboter sind unerlässlich für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, aber am Ende entscheiden menschliche Fähigkeiten über den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen“, so Studienleiter Dr. Harald Schönfeld. Außerdem stellten die Interimsmanager fest, dass KI nicht den Wert von Human Resources (HR) im Unternehmen mindert, sondern macht das Personalwesen umso wichtiger. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) seiner befragten Kollegen gehen daher davon aus, dass die Firmen künftig HR stärker in die Geschäftsstrategie einbeziehen werden. Das ist konsequent, wenn man bedenkt, dass 85 Prozent von einem steigenden Einfluss der HR-Strategie auf den Unternehmenserfolg insgesamt ausgehen. Die Vermittlung der Unternehmenskultur wird daher eine wichtige Aufgabe für das Personal­wesen darstellen, meinen 79 Prozent (Mehr­fach­nennungen waren erwünscht). Festgestellt wurde auch, dass die Firmenkultur längst kein weicher Faktor mehr ist. Sie hat sich zu einem zentralen Steuerungshebel für wirtschaftlichen Erfolg entwickelt. So ist die Unternehmenskultur entscheidender Faktor und bestimmt heute messbar Produktivität, Bindung und Veränderungsfähigkeit von Organisationen.

KI ist Ergänzung

47 Prozent der Befragten sind fest überzeugt, dass KI dabei eine Schlüsselrolle spielen könnte, aber als Ergänzung, zur Produktivitäts­steigerung und im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen, nicht als Ersatz angesehen wird. HR wird künftig digitaler und dynamischer gesehen. 88 Prozent der Befragten stimmen dem zu. Dazu gehört auch die stärkere Vermittlung von Agilität und Resilienz, sagen 82 Prozent. 49 Prozent vertreten die Auffassung, dass künftig „Employer Experience“ an Bedeutung gewinnen wird, also die Gesamtheit aller Erfahrungen, die Mitarbeitende entlang ihres Arbeits­verhältnisses mit einem Unternehmen machen – von der Bewerbung bis zum Austritt.

Wie wichtig angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels das Talentmanagement ist, wurde ebenfalls abgefragt. „Sehr wichtig“, sagen 44 Prozent der Kontaktierten; „wichtig“ meinen weitere 41 Prozent. Bei einer 85-prozentigen Zustimmung wird deutlich, dass Talentmanagement kein bloßes HR-Thema mehr ist, sondern ein geschäftskritischer Faktor zur Sicherung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Fachkräftemangel

Welche Maßnahmen sind gegen den Mangel an Fachkräften besonders wirksam, lautete ebenfalls eine Kernfrage in dem Report. Die Qualifizierung „on the job“ sagen 81 Prozent der Führungskräfte. Statt also nur nach dem Arbeitsmarkt zu schielen, gilt es, den bereits Beschäftigten Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten, die den Menschen ebenso wie dem Unternehmen guttun. Für die Manager ist eindeutig der wirksamste Hebel gegen Fachkräftemangel die Weiterentwicklung im eigenen Unternehmen und nicht auf dem externen Arbeitsmarkt. Upskilling ist wichtig, also die gezielte Weiterbildung von Mitarbeiter, um ihre Fähigkeiten an neue technologische und berufliche Anforderungen anzupassen und ihre Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu sichern. An zweiter Stelle der Maßnahmen gegen Fachkräfteschwund steht der Wissenstransfer von älteren Arbeitnehmern, die bald in Rente gehen, an Jüngere. Deshalb ist von besonderer Bedeutung, das Know-how der Babyboomer über deren Ausscheiden hinaus im Unternehmen zu halten. Doch dazu müssen die Unternehmer, die Führungskräfte, bereit sein. Da helfen keine Absichtserklärung, sondern nur klare Fakten. Wenn über 50-Jährige trotz hoher Qualifikation keine neue Anstellung finden, stimmt etwas nicht mit unserer Wirtschaft. Entweder geht es uns zu gut oder die „inkompetenten Jüngeren“ vermeiden es bewusst, erfahrene Ältere neben sich zu dulden. Ergänzend dazu haben 38 Prozent ausgesprochen gute Erfahrungen mit „Reverse Mentoring“ gemacht; das bedeutet, dass die Jüngeren die Älteren bezüglich der Nutzung neuer Technologien wie KI auf den neuesten Stand bringen. Doch das ist meist nicht erforderlich. Wer als 70-Jähriger noch aktiv Berufstätig ist, kam schon während seiner Studienzeit nicht ohne PC aus und wird sich mit einer KI unkompliziert auseinandersetzen können. Zwar könnte das Schreiben eines Prompt eine Herausforderungen darstellen. Doch sind nicht anders als das damalige Schreiben von Lochkarten. Versuch und Erfolg lagen und liegen heute eng beieinander. By the way: Das Schreiben eines Prompt ist heute auch nicht mehr erforderlich. Einfach die Gedanken diktiert und die KI auffordern, daraus einen Prompt zu erstellen.

Lebensarbeitszeit

57 Prozent der erfahrenen Führungskräfte sprechen sich für längere Lebensarbeitszeiten aus. So sollte derjenige, der freiwillig über die Altersgrenze hinaus arbeiten will, nicht daran gehindert werden. Es sind flexible Modelle und echte Anreize zu bieten. Doch diese fehlen. Nur das würde den Betrieben helfen, das Rentensystem am Laufen zu halten. Außerdem hilft es den Menschen selbst. Aus einer aktuellen Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sinkt in den nächsten 40 Jahren die Zahl der Menschen im Erwerbsalter in Deutschland um 23 Prozent. Besonders deshalb ist Flexibilität im alter von besonderer Bedeutung. Nicht erst in 40 Jahren, sondern schon heute. Dabei sind solche Anreize eines Zuverdienst im Rentenalter sinnvoll. Doch aufgepasst: Für 2.000 Euro mehr steht ein Rentner nicht früher auf, wenn hinterher nur ein Bruchteil davon übrig bleibt. Denn Sozialabgaben und vieles mehr reduzieren diesen Betrag bis ins Unkenntliche. Unbegrenztes Hinzuverdienen ohne Abgaben und Steuern macht erst den Reiz aus.

Die Diskussion lässt sich noch auf viele weitere Bereiche ausdehnen. Doch wir sollten uns nicht im Klein Klein verzetteln. Eher heißt die Devise doch anfangen und machen als länger noch tausende von Arbeitskreise bilden und nach Lösungen suchen. Der immer wieder diskutierte Dachdecker, der Baumaschinenführer oder Maurer als auch die Erzieherin und der Lehrer sind mit spätestens 60 Jahren abgearbeitet. Das bringt der Beruf mit sich. Ob Maschinenlärm oder Kindergeschrei. Die Belastungen lassen sich nicht wegdiskutieren. Wer mit 60 in den Ruhestand möchte, soll ihn bekommen. Ohne Abschläge. Genauso wie diejenigen, die mit 90 noch täglich ins Büro „wackeln“. Ohne Abgaben. Sie alle haben schon viele Jahre ihren Beitrag für unsere Gesellschaft geleistet.