Was gutes Reisen bedeutet

Grundsätzlich ändert sich bei uns Menschen wahrscheinlich wenig, weil wir einfach so sind wie wir sind. Doch aufgrund so mancher gesellschaftlichen Entwicklungen scheint es doch unerwartete Veränderungen zu geben, wie luckx – das magazin recherchierte.

Reisen neu definiert

Mit der Corona-Pandemie kam es zu einem großen gesellschaftlichen Bruch. Der Kontakt mit anderen Menschen musste eingestellt werden und das Reisen in andere Bezirke unterbunden – von Ausnahmen einmal abgesehen. Hotelaufenthalte waren untersagt. So griffen Menschen zu unerwarteten Lösungen und legten sich aus unterschiedlichen Gründen Freizeitfahrzeuge zu. Vom Camper-Van über Wohnwagen bis zum Wohn- und Reisemobil war alles dabei. Die Preise dieser Fahrzeuge stiegen unaufhaltsam ohne die Qualität und Ausstattung zu verändern. Rund drei Jahre währte der Boom. Nun ist er vorbei. Auf dem letzten Caravan-Salon in Düsseldorf kam dann das große Schrecken. Nur ein geringer Bruchteil der Fahrzeuge fand einen neuen Besitzer. Auch das Geschäfts mit Gebrauchtfahrzeugen brach ein. Denn die Versprechen von grenzenloser Freiheit und Abenteuer wurden nicht eingelöst. Außer, man sieht es als großes Abenteuer an, vielleicht nach stundenlanger Suche an einem beliebten Urlaubsort endlich einen Stellplatz gefunden zu haben.

Doch etwas Gutes hatte diese Erfahrung, wie ein aktueller Trendbericht aufzeigt. Reisende definieren neu, was gutes Reisen bedeutet, und legen Wert auf Flexibilität und Erlebnisse, die ihr Leben auch lange nach ihrer Heimkehr bereichern. Eigentlich das, was das Reisen mit einem Freizeitfahrzeug bedeuten sollte. Doch bei diesem Trendbericht geht es um die Entwicklung in der Hotellerie. Gestützt auf eine weltweite Umfrage unter mehr als 14.000 Reisenden untersucht der Bericht die Reisetrends, die voraussichtlich Einfluss darauf haben werden, wie Menschen im Jahr 2027 Reisen planen, buchen und erleben.

Reisen planen, buchen und erleben

Im nächsten Jahr werden Reisende voraussichtlich Perfektion gegen persönliche Weiterentwicklung, Flexibilität und neue Entdeckungen eintauschen. Laut dem kürzlich veröffentlichten Hilton-Trendbericht 2027 mit dem Titel „The Great Rebalance: How Travelers Are Expecting to Reset and Recalibrate in 2027“ legen Weltenbummler Wert auf Reisen, die ihnen helfen, abzuschalten, neue Perspektiven zu gewinnen und ihre Auszeit optimal zu nutzen. „Wir beobachten, dass Reisende sich weniger an fremden Vorstellungen von Perfektion orientieren und ihre Reisen stattdessen nach ihren eigenen Vorstellungen planen“, so Chris Nassetta, Präsident und CEO von Hilton. „Der diesjährige Bericht bestätigt, dass Menschen nach Erlebnissen suchen, die zu ihrem Leben passen, ihnen helfen, neue Energie zu tanken und ihnen auch nach ihrer Rückkehr noch lange in Erinnerung bleiben. Da sich die Erwartungen der Reisenden stetig weiterentwickeln, sind es unsere phygitalen Innovationen – die nahtlose Verbindung von realen Umgebungen und persönlichem Kontakt mit digitalen Produkten –, die unseren Gästen helfen, ihr Reiseerlebnis optimal zu gestalten und gleichzeitig Vertrauen und Loyalität aufzubauen.“ Phygital (eine Wortkombination aus physisch und digital) soll die nahtlose Verschmelzung von echten, greifbaren Erfahrungen mit digitalen Technologien beschreiben.

Fast perfekt

Da Reisende sich zunehmend vom Druck befreien, der Vorstellung anderer von der „perfekten“ Reise gerecht werden zu müssen, definieren sie das Reisen immer mehr nach ihren eigenen Vorstellungen. Unter „fast perfekt“ ist das Reiseerlebnis gemeint, was Reisende verspüren und sich oft unter Druck gesetzt fühlen, im Urlaub das zu tun, was andere für richtig halten, selbst wenn es nicht ihren Wünschen entspricht. Mehr als die Hälfte der Reisenden (54 %) gibt an, einen gewissen Druck zu verspüren, die perfekte Reise erleben zu müssen, und 24 % versuchen, es einer Gruppe recht zu machen und alle anderen zufrieden zu stellen.

Alleinreisen kann mit einem gewissen Etwas verbunden sein. So bedeutet für viele Reisende Alleinreisen nicht mehr, völlig allein zu sein. Fast ein Drittel der Reisenden (31 %) reiste allein, um Freunde oder Familie am Zielort zu treffen. Dies spiegelt einen allgemeinen Trend wider, Unabhängigkeit mit Geselligkeit zu verbinden. Der Reiz des Reisens mit dem gewissen Etwas liegt auf der Hand: Hilton stellte fest, dass mehr als die Hälfte der weltweiten Buchungen der Marke im vergangenen Jahr von Alleinreisenden stammten.

Für die Reiseentscheidung benötigen wir Vertrauen. Dabei vertrauen wir auf menschliches Fachwissen, was dann auch den Unterschied ausmachen muss. Sozial Media kann ein Hilfsmittel sein, wenn wir damit Vertrauenserfahrungen gesammelt haben. Doch im Zeitalter der KI-gestützten Reiseplanung wird der menschliche Kontakt zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal. So gibt unter Reisenden, die ihrer Familie am meisten vertrauen, jeder fünfte Nicht-Elternteil an, dass die Mutter die wichtigste Quelle für Reisetipps ist. Damit wenden sich Nicht-Eltern mehr als doppelt so häufig wie Eltern (8 %) an ihre Mutter, um Rat zu erhalten. Neben der Familie vertrauen Reisende auch dem Hotelpersonal: 70 % der Befragten nutzen es als wertvolle Ressource für ihre Reiseplanung. Wird fortgesetzt.