Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist genauso ein Unternehmen wie jedes andere. Landwirte müssen Steuern zahlen, ihre Fahrzeuge Instandhalten und HUs durchführen. Sie sind also für die Sicherheit in ihren Betrieben verantwortlich. Was dazu gehört, hat luckx – das magazin recherchiert.
Unfälle und Schäden vermeiden
Die Sicherheit von elektrischen Anlagen sind genauso zu überprüfen wie beispielsweise die eines Mähdreschers. Das gilt besonders dann, wenn Mensch, Tier und Sachanlagen durch Schäden in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. So ist es Pflicht, elektrische Anlagen regelmäßig überprüfen zu lassen. So führen Sachverständige mehr als 10.000 Begehungen jährlich in landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Deutschland durch. Sie entdecken dabei durchschnittlich 30.000 Mängel an elektrischen Anlagen – von veralteten Leitungen mit zu geringen Querschnitten über unfachmännisch installierte Beleuchtungseinrichtungen bis zu gebrochenen Steckdosen oder defekten FI-Schutzschaltern (RCDs). „Solche Mängel können zu lebensgefährlichen Unfällen und verheerenden Bränden führen“, sagt Dr.-Ing. Stefan Veit, vom TÜV SÜD. Deshalb fordern Brand- und Sachversicherer, dass elektrische Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben regelmäßig geprüft werden. Gemeinsam mit den Maschinenringen wird die elektrische Sicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt. So können Landwirte ihren Verpflichtungen nachkommen und ihre Betriebe gegen unkalkulierbare und möglicherweise existenzbedrohende Risiken abzusichern. Ein wesentlicher Vorteil dieser Zusammenarbeit ist, dass die Elektroprüfung für alle Betriebe nach einheitlichen Vorgaben erfolgt. Dabei werden auch neue Energietechnologien berücksichtigt.
Photovoltaikanlagen
Neben den normalen elektrischen Installationen gibt es in vielen landwirtschaftlichen Betrieben auch Photovoltaikanlagen, die immer häufiger durch Batteriespeicher ergänzt werden. Durch solche Systeme ist die gesamte elektrische Einrichtung noch komplexer und damit auch anfälliger für Installationsmängel geworden. Entscheidend für den sicheren Betrieb ist die ganzheitliche Betrachtung der kompletten elektrischen Anlage inklusive der Schutzeinrichtungen. Im Rahmen einer umfassenden technischen Elektroprüfung bewerten die Sachverständigen unter anderem Brand- und Unfallgefahren, Umgebungsbedingungen und Schutzmaßnahmen. Ein großer Vorteil: Die Elektroprüfung deckt sowohl die Vorgaben von Berufsgenossenschaft (SVLFG) zum Personenschutz als auch die Anforderungen der einschlägigen Sachversicherer zum Brandschutz ab.
Dokumentation für den Schadens- bzw. Versicherungsfall
Die SVLFG und die Brand- und Sachversicherer fordern wiederkehrende Prüfungen der elektrischen Anlagen in einem Abstand von maximal vier Jahren. Wenn diese Prüfungen nicht durchgeführt und dokumentiert werden, kann das im Schadensfall zu erheblichen Leistungskürzungen durch den Versicherer führen. Mit den Prüfberichten bekommen die Landwirte nicht nur eine aussagekräftige Grundlage für ihre Instandhaltungsmaßnahmen, sondern auch eine belastbare Dokumentation für den Schadens- bzw. Versicherungsfall. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen arbeiten TÜV SÜD und Maschinenringe bei der Elektroprüfung bereits zusammen. Weitere Kooperationen in anderen Bundesländern werden zurzeit vorbereitet.