Campingurlaub

Campingreisen, insbesondere mit einem Freizeitmobil, haben den Charme von Abenteuer und Reisen, wann ich will. Doch die Inbetriebnahme von Freizeitfahrzeugen hat weder mit Camping- noch mit Stellplätzen mitgehalten, recherchierte luckx – das magazin.

Freiheit und Abenteuer

Camping als Inbegriff von Natur, Freiheit und Abenteuer ist ein Zerrbild. So findet Camping in Deutschland nicht mehr statt. Wer einmal eine Ratseingabe zum Bau eines Camping- oder Stellplatzes einbrachte, erfährt irgendwann nach 10 oder 20 Jahren, dass das nicht möglich ist. So lange bracht deutsche Verwaltung, um nach Argumenten zu suchen, um Initiativen abzublocken und zu verhindern. Okay, das ist sicherlich übertrieben. Doch Ideen und Initiativen werden gern verhindert durch Bürokratie, anderen, persönlichen Interessenlagen und einfach aus Dummheit. So ist es nicht verwunderlich, dass Macher diesem Land den Rücken kehren und sich eine Existenz im Ausland aufbauen.

Für Campingreisende kann das auch der Grund sein, für ihren Urlaub eine Auslandsreise zu planen. In vielen Ländern ist es noch sehr einfach möglich, Abenteuer und Natur so zu erleben, dass wenig Vorplanung notwendig ist. Zum Beispiel in Griechenland. Denn in Deutschland muss schon heute auch bei einer Campingreise geplant werden. Das zeigt der CamperDays Trend Index 2026, der auf den Buchungsdaten der vergangenen vier Jahre basiert. Neben den traditionell buchungsstarken Monaten Januar und Februar hat sich der November als weiteres zentrales Buchungsfenster etabliert: 2025 lag die Zahl der Buchungen um 78 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2022. Erste Buchungsdaten für 2027 zeigen zudem, welche Reiseziele im kommenden Jahr gefragt sind und bei welchen Destinationen und Fahrzeugen eine frühe Entscheidung sinnvoll ist.

Lange Planung, feste Buchungszeitpunkte

Ein Campingurlaub wurde früher spontan gebucht. Das ist heute überhaupt nicht mehr in Deutschland möglich. Mit durchschnittlich knapp 18 Wochen Vorlauf zählen sie laut Trend Index zu den langfristigsten Planern in Europa; nur Kunden aus den Niederlanden buchen noch früher. Fernreisen werden häufig sogar neun bis zwölf Monate im Voraus reserviert. Auch für die Buchung selbst nehmen sich viele Reisende bewusst Zeit: Zwischen dem ersten Kontakt und der finalen Buchung vergehen im Schnitt rund 13 Tage, in denen die Website durchschnittlich 8,3-mal besucht wird. Gebucht wird das ganze Jahr über, deutliche Buchungsspitzen zeigen sich jedoch zum Jahresbeginn mit der klassischen Urlaubsplanung und zunehmend im November. „Eine Fernreise mit dem Camper unternehmen viele nur alle zwei bis drei Jahre. Entsprechend intensiv beschäftigen sie sich vorab mit Route, Fahrzeug und Reisezeit“, sagt Maximilian Schmidt, Geschäftsführer von CamperDays.

Fernreisen

Die bereits eingegangenen Buchungen für 2027 zeigen an der Spitze ein auffallend ausgeglichenes Bild. Australien und Neuseeland liegen mit jeweils knapp 20 Prozent gleichauf, dicht dahinter folgen die USA und Kanada. Namibia komplettiert die Top 5. Bewegung zeigt sich vor allem bei den Abholstationen: In Australien ist Perth der meistgewählte Startpunkt, auf Platz zwei folgt bereits Hobart auf Tasmanien, das bei den Buchungen für 2026 noch auf Rang sechs lag. In den USA hat Las Vegas die bisherigen Spitzenreiter San Francisco und Los Angeles abgelöst. In Neuseeland liegt Auckland knapp vor Christchurch, in Kanada Vancouver vor Calgary. Auch Japan, laut Trend Index 2026 der stärkste Wachstumsmarkt im internationalen Camper-Tourismus, setzt seine Entwicklung fort: Bei den Buchungen für 2027 belegt das Land gemeinsam mit Island Platz acht.

Frühes Buchen

Wie bei allen organisierten und Pauschalreisen locken die Veranstalter mit Rabatten. Das machen sie nicht aus sozialen Erwägungen. Denn die Nachfrage der Deutschen hält sich in Grenzen. Noch bis kurz vor der Eskalation des abermals nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten US-Präsidenten und seines Irankriegs priesen berichten die europäischen Reiseanbieter von hervorragenden Buchungszahlen. Kurz danach dank steigender Kraftstoffpreise und explodierenden Reisekosten kehrte sich das Buchungsverhalten der deutschen Reisenden um. Reiseveranstalter sahen sich gezwungen, ihre Reisebedingungen dahingehend zu ändern, dass Umbuchungen und Stornierung kostenfrei möglich wurden. Der Schaden, der die Reiseveranstalter auch heute noch belastet. Doch viele Urlauber kommen um eine frühes Buchen nicht herum, weil Urlaubs- und Ferienkalender den Zwang auflegen. So kann es sinnvoll sein, genauer in den Preisvergleich auch bei Campingreisen einzusteigen. Suchmaschinen und andere Möglichkeiten helfen bei der Preis- und Urlaubssuche.