Ob Montagmorgen oder nach der Urlaubsreise. Ein Wasserschaden kommt völlig unerwartet und ist eine böse Überraschung. Da müssen zuerst einmal alle Termine abgesagt werden. Und die Urlaubserholung ist quasi ins Wasser gefallen. Trotzdem ist sofort zu handeln, weiß luckx – das magazin.
Wenn das Wasser aus der Wand spritzt
Wenn das Wasser aus der Wand spritzt, ist es gewissermaßen Glück im Unglück. Denn dann wird es eher Frisch- statt Abwasser sein. Das macht die Sache zwar nicht einfacher, aber eine Geruchsbelästigung lässt sich weitestgehend vermeiden. Wer davon betroffen ist, sollte sofort den Wasserzulauf abstellen. Meist ist in der Wohnung ein Absteller. Wenn nicht, dann schnell in den Keller und den Haupthahn zudrehen. Damit kann erst einmal schlimmeres vermieden werden. Wasserschäden sind nicht ungewöhnlich. Sie führen die Schadenstatistik bei Gebäuden an. Ursachen sind häufig Korrosion und Materialermüdung. Sie sind in der privaten Gebäudeversicherung abgesichert und der größte Kostentreiber der Sparte. Mehr als 1 Million Schäden treten pro Jahr in Deutschland auf. Ursachen sind oft technisches Versagen, Abnutzung oder Wartungsmängel. Die alternde Bausubstanz in Deutschland trägt dabei maßgeblich zum Schadenbild bei.
Es sind meist die typischen Situationen, wenn solche Schäden auftreten. Urlaub, Geschäftsreise, Kur-Aufenthalt. Es gibt viele Anlässe, aus denen Haus oder Wohnung für einige Tage allein gelassen werden. Nach der Rückkehr folgt die böse Überraschung: durch eine defekte Zuleitung unter der Küchenspüle ist über Tage unbemerkt Wasser ausgetreten. Die Schäden summieren sich auf mehrere tausend Euro.
Schaden-Spitzenreiter
Leitungswasserschäden führen die Schadenstatistik im Segment der privaten Gebäudeversicherung an. Denn zum einen sind Schäden durch Leitungswasser relativ häufig und zum anderen sind die Schadenkosten oft hoch. Mehr als eine Million Leitungswasserschäden pro Jahr verzeichnet der Gesamtverband der deutschen Versicherer GdV. Die Schadenkosten liegen bei mehreren Milliarden Euro. Leitungswasserschäden treten dabei wesentlich häufiger auf als Feuer-, Sturm- oder Hagelschäden und sind damit der mit Abstand größte Kostentreiber bei privaten Gebäudeversicherungen. Eine in die Jahre gekommene Bausubstanz erweist sich dabei als Risiko. Über 70 Prozent der Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1990 errichtet, knapp die Hälfte allein in den Jahren 1950 bis 1989. Ab 30 Jahre nach Errichtung sollte sich das Augenmerk der Eigentümer dabei wieder auf die Wasserleitungen richten. In der Praxis unterbleibt dies jedoch häufig.
Korrosion und Materialermüdung
So haben die Versicherer festgestellt, dass Rohrbrüche zum Beispiel durch Korrosion bei vor 1990 errichteten Gebäuden besonders häufig sind. Pro Schadensfall entstehen für solche Schäden im Durchschnitt über 5.000 Euro. Die Ursachen für Leitungswasserschäden dabei sind vielfältig: Korrosion oder Materialermüdung, Installationsfehler, defekte Schläuche an Waschmaschinen oder Geschirrspülern, außerdem poröse Dichtungen, undichte Silikonfugen oder feine Risse in Leitungen. Besonders tückisch ist dabei, dass sich nicht jede Leckage sofort offenbart. Wasserleitungen werden in der Regel verdeckt verlegt. So treten deshalb kleine Undichtigkeiten oder Leckagen erst verspätet auf und bleiben längere Zeit unbemerkt. Das macht die Schäden dann besonders teuer. Dabei tritt oft nur wenig Wasser z.B. aus maroden Dichtungen oder Haarrissen in der Leitung aus. Auf Dauer wird auf diese Weise jedoch die Bausubstanz geschädigt, sodass in der Folge aufwändige Sanierungsarbeiten notwendig werden können.
Leistungen
Schutz vor finanziellen Folgen eines Leitungswasser-Schadens bieten die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung. Sie übernehmen die Kosten für die Beseitigung eines entstandenen Schadens am Gebäude und an der Einrichtung. Die Versicherung trägt in der Regel die Kosten für die Reparatur des undichten Leitungsstücks und die direkten Schadenkosten. Kosten für eine notwendige Sanierung der Leitungen sind jedoch nicht vom Versicherungsumfang umfasst. Vielmehr hat der Gebäude- bzw. Wohnungseigner in der Regel eine Instandhaltungspflicht. Schaut er weg, drohen nicht nur weitere Schäden. Bei einem erneuten Schadenfall kann es sein, dass der Versicherer nicht mehr leisten muss.
Prävention ist deshalb der beste Schutz. Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle von zugänglichen Leitungen oder Anschlüssen. Frühzeitiges Erkennen von Undichtigkeiten oder Feuchtigkeitsspuren reduziert das Risiko plötzlicher Rohrbrüche und Folgeschäden. Außerdem müssen der Hauptwasserhahn und Wohnungsabsperrventile jederzeit zugänglich und funktionsfähig sein.
Vorsorge
Bei längerer Abwesenheit, z.B. im Urlaub sollte der entsprechende Hahn geschlossen werden, damit etwaige Rohrbrüche nicht unerkannt wirken können. Und Wasch- und Spülmaschinen sollten nicht unbeaufsichtigt betrieben werden. Außerdem ist ein Leckage-Warnsystem mit automatischem Wasserstopp oft eine lohnende Investition. Langfristig führt an einer Erneuerung in die Jahre gekommener Leitungssysteme – in einem Zuge oder abschnittweise – jedoch kein Weg vorbei.