Abenteuer mit Zelt und Rucksack

Draußen unterwegs sein ist für viele Mitmenschen das größte Erlebnis. So ist die Nachfrage nach Wohnwagen und Wohnmobilen zwar gesunken. Doch weiterhin ist ein großes Bedürfnis, diese Freiheit zu erleben. Wer es noch intensiver möchte, packt den Rücksack und ist dann direkt mit der Natur verbunden, meint luckx – das magazin.

Blick auf Berge und Meer

Es ist eine unvergleichliche Erfahrung, die Nacht am Strand oder in den Bergen zu verbringen, dann am Morgen die Fenster vom eigenen Freizeitfahrzeug zu öffnen und einen grandiosen Blick zu genießen. Noch intensiver ist das Erlebnis, den Biwacksack einen Spalt oder die Zeltplane zurückzuschlagen, Wald, Berge oder Küste vor sich haben. Eine Trekkingtour macht die Natur zum Outdoor-Zuhause. Doch eine längere Tour erfordert gute Vorbereitung. Schlafplatz, Verpflegung, Wetter und Ausrüstung müssen bedacht werden. Für die erste Tour braucht es weder Expeditionserfahrung noch Spezialausrüstung – sondern eine gute Planung und Equipment, das zur Strecke und zur Jahreszeit passt.

Auswahl

Wie viel Gepäck notwendig ist, hängt vom Reiseziel ab. Eine kurze Tour auf gut ausgebauten Wegen stellt andere Anforderungen als eine mehrtägige Bergwanderung. Dauer, Höhenmeter, Gelände, Jahreszeit und Übernachtungsmöglichkeiten bestimmen, was tatsächlich mit muss. Für Einsteiger bieten sich überschaubare Touren mit wenigen Etappen an. So lässt sich ausprobieren, wie sich mehrere Stunden Gehzeit mit Gepäck anfühlen. Auch Wasserstellen, Übernachtungsplätze und Ausweichrouten sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Wer seine erste Nacht draußen verbringt, sollte eine Route mit gut erreichbaren Ausweichmöglichkeiten wählen.

Der Rucksack wird beim Trekking zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand. Für eine Hüttentour reichen 30 bis 45 Liter Volumen. Wer mehrere Tage autark unterwegs ist und Zelt, Schlafsack, Kocher und Verpflegung transportiert, benötigt 50 bis 65 Liter. Entscheidend sind ein gut passendes Tragesystem, eine verstellbare Rückenlänge und ein stabiler Hüftgurt. Das Gewicht sollte auf der Hüfte liegen und nicht nur auf den Schultern.

In den Rucksack gehören Kleidung für wechselnde Bedingungen, Regen- und Sonnenschutz, genug Wasser, Verpflegung, Erste-Hilfe-Set und Navigationsmöglichkeit. Bei Übernachtungen kommen Zelt, Schlafsack und Isomatte hinzu. Praktisch sind außerdem Stirnlampe, Powerbank, Feuerzeug, kleines Reparaturset und Müllbeutel. Beim Packen lohnt es, jedes Gramm zu hinterfragen. Schwere Gegenstände gehören nah an den Rücken, häufig benötigte Dinge nach außen oder ganz nach oben.

Bekleidung

Beim Trekking muss Kleidung flexibel sein. Das Zwiebelprinzip erlaubt es, sich wechselnden Temperaturen anzupassen. Funktionsunterwäsche transportiert Feuchtigkeit vom Körper weg, darüber sorgt ein Fleece- oder Merinoshirt für Wärme. Als äußere Schicht schützt eine wasser- und winddichte Hardshelljacke vor Regen und Wind. Für kalte Bedingungen kann eine leichte Isolationsjacke aus Daune oder Kunstfaser sinnvoll sein. Auch eine wasserdichte Hose ist bei unbeständigem Wetter nützlich. Bei den Schuhen entscheidet das Gelände. Leichte Wanderschuhe reichen auf einfachen Wegen, für steiniges oder alpines Gelände bieten festere Modelle mit hohem Schaft mehr Halt. Wichtig: Die Schuhe gut einlaufen, um Blasen zu vermeiden.

Zelten

Wer campt, sollte sich über erlaubte Übernachtungsplätze informieren. Freies Zelten ist in Deutschland nur an definierten Orten gestattet; je nach Bundesland, Schutzgebiet und Gelände gelten unterschiedliche Regeln. Offizielle Trekkingplätze oder ausgewiesene Campingmöglichkeiten sind hier eine sichere Wahl. Beim Zelt zählen ein einfacher Aufbau, ausreichender Wetterschutz und ein möglichst niedriges Gewicht. Für wechselhaftes Wetter sind ein zuverlässiges Außenzelt und ein wasserdichter Boden entscheidend. Der Schlafsack sollte zur erwarteten Temperatur passen. Maßgeblich ist die Komforttemperatur und nicht nur die auf dem Schlafsack angegebene Extremtemperatur. Eine Isomatte schützt vor Kälte vom Boden und sorgt für mehr Liegekomfort.

Verpflegung

Die Trekkingverpflegung sollte energiereich, haltbar und möglichst leicht sein. Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel oder Brot eignen sich für Pausen; Couscous, Nudeln oder gefriergetrocknete Gerichte lassen sich mit wenig Wasser und Brennstoff zubereiten. Wer selbst kochen möchte, benötigt einen kleinen Kocher, passenden Brennstoff, Topf und Besteck. Auf kurzen Touren kann auch kalte Verpflegung sinnvoll sein. Je nach Temperatur, Gelände und körperlicher Belastung kann der Wasserbedarf deutlich steigen. Vor der Tour sollte geklärt sein, wo Wasser nachgefüllt werden kann. Trinkflaschen oder eine Trinkblase ermöglichen schnellen Zugriff während des Gehens. Naturwasser auf keinen Fall ungeprüft trinken – hier können Filter oder andere Aufbereitungsmethoden notwendig werden.

Wetter

Auf einer mehrtägigen Tour lässt sich ein Wetterwechsel nicht einfach aussitzen. Eine verlässliche Wettervorhersage gehört zur Vorbereitung wie ein Plan B. Regenjacke (und Regenhose) sollten griffbereit sein, eine warme Isolationsschicht schützt bei sinkenden Temperaturen. Trockene Ersatzkleidung am besten in wasserdichte Packsäcke oder geschützte Innentaschen packen. Auch die Navigation verdient Aufmerksamkeit. Neben Smartphone und GPS-Gerät schaffen eine offline verfügbare Karte und ein geladener Ersatzakku Sicherheit. Eine klassische Karte und ein Kompass können auf abgelegenen Strecken als unabhängige Orientierung dienen. Besonders bei längeren Touren sollte außerdem eine vertraute Person über Route und geplante Rückkehr informiert sein.

Die erste Trekkingtour muss weder besonders lang noch besonders abgelegen sein. Entscheidend ist, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und Ausrüstung, Route und Wetter aufeinander abzustimmen. Dann kann es losgehen.