Infektionsgefahr

Auch wenn die Temperaturen grundsätzlich weiter sinken, so können sich die kleinen Bösewichter weiterhin irgendwo am Körper festkrallen. Wie man sich vor Zeckenstichen schützt, hat luckx – das magazin recherchiert.

Vorbeugen

Zecken sind früher und länger im Jahr aktiv als bisher. Denn der Klimawandel verändert nicht nur die Welt der Menschen. Auch an der Tier- und Pflanzenwelt geht der Klimawandel nicht spurlos vorbei. Wer sich im Sommer im Park, Wald oder am See aufhält, sollte sich deshalb zuverlässig vor Zeckenstichen schützen. Vorbeugende Maßnahmen und eine frühzeitige Behandlung können das Risiko schwerwiegender gesundheitlicher Folgen deutlich verringern. Auch wer im Herbst den Wald zum Beispiel bei Pilzwanderung durchstreift, sollte achtsam sein. So werden Zeckenstiche häufig unterschätzt. Dabei können einfache Schutzmaßnahmen Infektionen vorzubeugen oder ihre Folgen zu begrenzen. Auch können Zeckenschutzmittel mit den Wirkstoffen DEET, EBAAP oder Icaridin, aber auch pflanzliche Wirkstoffe wie PMD (aus Zitroneneukalyptus) oder ätherische Öle wie Lavendel- oder Kokosöl können das Risiko eines Zeckenstichs deutlich verringern. Auch für Kinder und Schwangere gibt es geeignete Zeckenschutzmittel. Ergänzend schützen lange Kleidung und geschlossene Schuhe. Nach Aufenthalten im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht und Zecken möglichst rasch entfernt werden.

Zeckenstiche nicht vermeidbar

Zeckenstiche lassen sich nicht immer vermeiden. Umso wichtiger ist es, Schutzmaßnahmen zu nutzen und im Verdachtsfall frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Arzneimittel können zur Behandlung entscheidend dazu beitragen, gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion, ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend. Die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Deutschland ist die Lyme-Borreliose. Typisch ist die sogenannte Wanderröte, hinzu können grippeähnliche Beschwerden auftreten. Wird die Erkrankung früh erkannt, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Neben Borreliose können Zecken auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Gegen die Viruserkrankung gibt es keine ursächliche Therapie, jedoch schützt eine Impfung wirksam vor einer Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie insbesondere Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort häufig im Freien aufhalten. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Erkrankungen durch Zeckenstiche in Europa gestiegen. Ein Grund dafür sind die höheren Durchschnittstemperaturen, durch die Zecken bereits früh im Jahr aktiv werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gehen Studien von rund 200.000 Borreliose-Diagnosen pro Jahr in Deutschland aus.