Heute morgen war die aus dem Bürofenster zu sehende PV-Anlage mit Eis bedeckt. Doch so nach und nach wurde sie davon befreit, auch wenn nur wenige Strahlen die Anlage erreichten. Warum die Energiegewinnung per Sonnenkraft keine Winterpause macht, hat luckx – das magazin recherchiert.
Reduzierte Energieproduktion
Nach dauert es einige Wochen, bis der Winter beginnt. Dann wird er 89 Tage lang als kältere Jahreszeit begleiten. Auch wenn eine PV-Anlage in dieser Zeit ihre Energieproduktion auf etwa ein Drittel der Jahresleistung reduziert, ist das oft mehr als der Durchschnitts-Jahresbedarf eines Dreipersonen-Haushalts. Dennoch gehen weder die Sonne noch die Solaranlage auf dem Dach in den Winterschlaf. So benötigen moderne PV-Module weder eine direkte Sonneneinstrahlung noch müssen sie genau nach Süden ausgerichtet sein. Deshalb ist auch im Winter eine Stromerzeugung per Sonnenkraft möglich – und auch die Heizungsunterstützung über Solarthermie läuft weiter. Natürlich ist die Energiegewinnung bei direkter Sonneneinstrahlung am effektivsten. Doch auch bei indirekter Sonneneinstrahlung – also diffusem Licht wie heute morgen – laufen die Stromerzeugung bei PV-Anlagen bzw. die Wärmeproduktion bei Solarthermieanlagen weiter. Maßgeblich ist die Globalstrahlung. Das ist die gesamte Sonneneinstrahlung aus Direktstrahlung und Diffusstrahlung, die auf die Erdoberfläche trifft. Diese Globalstrahlung wird vom Deutschen Wetterdienst DWD gemessen und die Werte regelmäßig veröffentlicht.
Im Winterhalbjahr ein Drittel der Sonnenkraft
Die Globalstrahlung beträgt im Winterhalbjahr immer noch respektable 30 – 35 % der sommerlichen Sonneneinstrahlung. Modernen Solaranlagen genügt auch diese reduzierte Einstrahlung, um Energie zu produzieren. Und das übrigens selbst bei leicht schneebedeckten Modulen. Zudem tritt ein weiterer positiver Effekt ein: Der optimale Wirkungsgrad von PV-Modulen liegt bei unter 25° C. Gerade in den Wintermonaten ist es wichtig, den erzeugten Strom und die per Sonnenlicht gewonnene Wärme zu speichern, um sie rund um die Uhr abrufen zu können. Ein entsprechend der PV-Anlage berechneter und dimensionierter Batteriespeicher bzw. ein perfekt ausgelegter Wasserspeicher bei Solarthermieanlagen ermöglichen die effektive Nutzung der Sonnenkraft – auch im Winter. Ein weiterer Vorteil bei PV-Anlagen: Je weniger Strom ins Netz eingespeist, sondern selbst genutzt wird, desto geringer fallen die nach dem Erneuerbaren Energiegesetz EEG 2027 geplanten Netzentgelte aus.
Schnee kann liegen bleiben
Die Solarmodule im Winter vom Schnee zu befreien ist nicht erforderlich. So rutscht der Schnee durch die glatte Oberfläche meist von selbst ab. Auch wenn der Schnee dann doch einmal zu hoch liegen bleiben sollte, müssen PV-Anlagen betreiben gut überlegen, ob sie selbst Hand anlegen und den Schnee räumen. Passendes Arbeitsgerät und Sicherungseinrichtungen sollten schon vorhanden sein. Meist lohnt es sich nicht, den Schnee unter Eingehen eines Gesundheitsrisiko zu räumen. Auf den geringeren Ertrag sollte dann verzichtet werden. Wer den Schnee dennoch los werden möchte, sollte Fachleute wie Dachdecker mit der Schneeräumung beauftragen.