Grillsaison

Für meisten Mitbürger ist der Sommer die eigentliche Grillsaison. Doch für Grill-Enthusiasten beginnt die Saison mit dem 1. Januar jeden Jahres. Egal wann und wo gegrillt wird, es wird immer bewusster und nachhaltiger der Grill angeworfen, wie das magazin recherchierte.

Bewusster und nachhaltiger

Die Grillsaison ist in vollem Gange und es vergeht kaum ein Tag, da riecht es nicht von irgendwoher nach Grillgut und Holzkohle. Und da es immer ein wenig bewusster und nachhaltiger zu. Welche Trends in diesem Jahr angesagt sind und was beim Grillen beachtet werden sollte, müssen Griller in ihre Aktivitäten einbeziehen. Denn Grillen gehört für viele zum Sommer wie Eis und Badesee. Man sitzt zusammen, genießt lange Abende im Freien und lässt sich Zeit beim Essen. Doch Grillabende haben auch Schattenseiten. Rauch belastet die Luft, Einwegprodukte verursachen Müll und zurückgelassene Essensreste können Tiere anlocken. In trockenen Sommern steigt zudem die Brandgefahr erheblich, besonders dann, wenn man nicht daheim im Garten grillt, sondern in der freien Natur. Mit ein paar bewussten Entscheidungen lassen sich viele negative Auswirkungen einfach vermeiden.

Der richtige Grill

Wer einen neuen Grill kaufen möchte, stellt sich oft die Frage: Gas, Holzkohle oder Elektro? Auffällig ist, dass die Unterschiede bei den Emissionen kleiner sind als viele vermuten. Eine Untersuchung des TÜV Rheinland kam zu dem Ergebnis, dass sich die CO₂-Emissionen verschiedener Grillarten nur gering unterscheiden. Die Werte lagen je nach Modell zwischen rund 17,5 und 18 Kilogramm CO₂-Äquivalenten pro Nutzungsszenario. Bezüglich Produktion und Transportweg sind Gas- und Holzkohlegrills laut einer allgemeinen Marktanalyse als gleichwertig zu betrachten. Beim Verbrennen von Holzkohle werden Kohlenmonoxid, Feinstaub und CO2 freigesetzt, weshalb der Holzkohlegrill von vielen als umweltschädlicher eingestuft wird. Die TÜV-Reinland-Untersuchung bestätigt dies jedoch nicht. Zur Einordnung:

Einweggrill: Absolut die schlechteste Wahl. Wenn es eine Grillvariante gibt, die vermieden werden sollte, dann ist es diese. Die Aluminiumschalen werden nur einmal genutzt, verbrauchen unnötige Ressourcen und hinterlassen am Ende Müll, der in vielen Fällen nicht einmal ordentlich getrennt und recycelt wird (schließlich landen Einweggrille, wenn überhaupt, im nächsten Restmülleimer).

Kugelgrill: Durch den geschlossenen Deckel arbeitet er effizienter als viele offene Grills. Wer auf Holzkohle und Raucharomen nicht verzichten will, ist dies generell eine gute Wahl.

Gasgrill: Gasgrills lassen sich schnell starten und präzise regulieren. Dadurch wird nur so viel Energie eingesetzt, wie tatsächlich benötigt wird. Allerdings basiert das benötigte Flüssiggas meist auf fossilen Rohstoffen wie Propan oder Butan.

Elektrogrill: Ein Elektrogrill produziert vor Ort weder Rauch noch offene Flammen. Wird er mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, kann dies eine interessante Option sein – besonders auf Balkonen oder in dicht besiedelten Wohngebieten (Vorher unbedingt prüfen, ob das Grillen auf dem Balkon erlaubt ist!).

Infrarotgrill: Infrarotgrills erreichen hohe Temperaturen in kurzer Zeit und erzeugen kaum Rauch. Sie sind allerdings vergleichsweise teuer und eignen sich vor allem für Terrassen oder Gärten.

Solargrills: Sie nutzen gebündelte Sonnenenergie und kommen so ohne Strom oder Brennstoff aus. In der Praxis sind die Modelle aber derzeit noch Nischenprodukte für Technikbegeisterte. Die Auswahl ist klein und Erfahrungsberichte sind bisher begrenzt.

Holzkohlegrill

Wenn es der Holzkohlegrill sein soll, dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Verpackung. Eine Untersuchung vom WWF und dem Thünen-Institut zeigte, dass in vielen Grillkohle-Produkten Holz aus tropischen oder subtropischen Regionen enthalten war. Für Verbraucher ist die Herkunft häufig nicht sofort erkennbar. Der WWF empfiehlt daher Bio-Grillkohle mit FSC-Zertifizierung oder Naturland-Zertifizierung zu kaufen. Weiterhin sollte auf das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 geachtet werden. Das DIN-Siegel garantiert zwar keine nachhaltige Herkunft, stellt aber sicher, dass keine problematischen Zusätze wie Kunststoffe oder Erdöl enthalten sind.

Alternativen zur Holzkohle

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Alternativen zu Holzkohle und einige schneiden überraschend gut ab. Ein Praxistest des Fernsehsenders Kabel Eins verglich klassische Holzkohle mit Kokosbriketts, Olivenbriketts und Rebstöcken. Dies sind alles Abfallprodukte (z. B. Olivenkerne als Rückstände der Olivenölproduktion usw.), welche dann als Brennmaterial für den Grill noch einen Verwendungszweck finden.

Im Ergebnis erhitzt sich die klassische Holzkohle am schnellsten (in 13 Minuten), doch wurde die Hitzeentwicklung bei den Kokosbriketts und Olivenbriketts als gleichmäßiger empfunden. Testsieger waren die Kokosbriketts, da sie eben eine „lange und gleichmäßige Hitze” liefern und vergleichsweise günstig sind. Die Rebstöcke entwickelten mit Abstand den meisten Rauch und es musste häufig nachgelegt werden. Diese überzeugten demnach nicht.

Hier darf gegrillt werden

Die Regeln unterscheiden sich weltweit und oft sogar regional. Deshalb sollten nur ausgewiesene Grillplätze genutzt werden. Empfindliche Naturräume und offene Feuer in Waldnähe während der Trockenperioden sind absolut tabu. Wer daheim grillen möchte, sollte dringend auf örtliche Regeln achten. Mieter schauen am besten zuerst in ihren Mietvertrag, sprechen den Vermieter an und stimmen sich mit den anderen Mieter ab. Gerade in engen Wohngebieten und auf Balkonen ist das Grillen nicht immer oder nur in Maßen erlaubt.

Auch gilt ganz besonders, keine Essensreste in der Natur zurückzulassen. Fleisch und Fisch können Ratten und Schädlinge anlocken und sind für Wildtiere aufgrund der vielen Gewürze ein ohnehin gesundheitliches Risiko. Auch Knochen (insbesondere von Geflügel) bergen eine Gefahr, da sie schnell splittern. Deshalb sollten auch Haustieren keine Knochen vom Grillgut erhalten. Reste sollten am besten in Zeitungspapier eingewickelt und über den Restmüll entsorgt werden. Klar, dass der andere Müll auch entsorgen muss. Am besten für die Natur ist es, wenn gar nichts zurückgelassen wird.

Auch die Grillasche ist zu entsorgen. Sie muss eine ganze Nacht oder am besten 24 Stunden ruhen, um vollständig auszukühlen. Am besten sollte sie zwischendrin immer mal umgeschichtet werden, damit sich keine Glutnester bilden. Vollständig ausgekühlt gehört sie dann in den Restmüll. Öffentliche Grillplätze sollten für die Grillasche einen ausgewiesenen Platz haben.