Es gibt Erlebnisse, die vergisst man nie. Vor vielen Jahren waren wir von luckx – das magazin in einer europäischen Hauptstadt. Da der ÖPNV bestreikt wurde, sollte ein Auto gemietet werden. Doch ohne Kreditkarte war das nicht möglich. Das waren 4 teure Tage mit Taxifahrten.
Aus Erfahrung lernen
Zurück in Deutschland wurde schnell nach einer Lösung gesucht. Bis heute blieben wir dieser treu mit dem Kreditkartengeber. Auch heute hilft sie ungemein. Besonders, weil einige Versicherungsleistungen integriert sind.
Aktuell bieten viele Banken und Dienstleister unterschiedliche Kreditkartenkonstellationen. So zahlen viele Deutsche im Urlaub mit Karte. Je nach Kartenwahl fällt die Abrechnung sehr unterschiedlich aus. Laut einem Kreditkarten-Vergleich erheben 20 von 60 in Deutschland erhältlichen Kredit- und Debitkarten eine Fremdwährungsgebühr zwischen 0,47 und 2,99 Prozent auf Zahlungen außerhalb der Eurozone. 40 Karten rechnen ohne Aufschlag ab — 17 davon verlangen zugleich keine Jahresgebühr. Doch, das darf nicht unterschätzt werden, Kreditkartengeber sind kein Wohlfahrtsinstitut.
Ohne Aufschlag im Auslandseinsatz sind unter anderem die TF Mastercard Gold der TF Bank, die GenialCard der Hanseatic Bank und die Kreditkarte von Bank Norwegian — alle drei ohne Jahresgebühr und ohne Fremdwährungsgebühr, Bargeldabhebungen im Ausland eingeschlossen. Am oberen Ende der Gebührenskala stehen die Extra Karte und die Florin+ Mastercard der Novum Bank mit jeweils 2,99 Prozent Fremdwährungsgebühr. Verbreitet sind außerdem 1,75 Prozent — etwa bei der ING Visa Card, der ClassicKreditkarte der Commerzbank und der VISA Classic Kreditkarte von 1822direkt — sowie 2,00 Prozent bei den American-Express-Karten.
Deutliche Unterschiede zeigt der Vergleich auch beim Bargeld: Während mehrere gebührenfreie Karten Abhebungen in Fremdwährung ohne eigenes Entgelt ermöglichen, berechnen andere Anbieter bis zu 4,00 Prozent der Abhebesumme, mindestens 5,00 Euro pro Vorgang. Im Kreditkarten-Vergleich liegen Karten ohne Fremdwährungsgebühr und ohne Abhebeentgelt damit im oberen Feld der Bewertung für Reisende.
Was das für Reisende bedeutet
Laut Studie ergibt sich aus den Vergleichsdaten eine einfache Beispielrechnung: Wer im Urlaub außerhalb der Eurozone 2.000 Euro mit Karte zahlt und zusätzlich 1.000 Euro Bargeld in vier Abhebungen holt, zahlt mit einer gebührenfreien Karte 0 Euro an Karten-Auslandsgebühren. Mit einer Karte am oberen Ende der Skala werden für dieselben Umsätze bis zu 59,80 Euro Fremdwährungsgebühr und bis zu 40 Euro Abhebeentgelt fällig — zusammen knapp 100 Euro pro Reise. Um die Kosten möglichst gering zu halten, sollten Urlauber einiges beachten.
Am Geldautomaten und Kartenterminal die Abrechnung in Landeswährung wählen. Bei der sogenannten dynamischen Währungsumrechnung (DCC) rechnet der Betreiber zu einem eigenen, in der Regel ungünstigeren Kurs um. Wer Optionen wie „Without Conversion“ oder „Continue in Local Currency“ wählt, lehnt nur den Wechselkurs des Betreibers ab — nicht die Auszahlung.
Die Betreibergebühr des Geldautomaten prüfen. Sie wird vor der Bestätigung angezeigt und lässt sich vom Kartenanbieter nicht verhindern. Verlangt der Betreiber eine feste Gebühr pro Abhebung, sind wenige größere Abhebungen günstiger als viele kleine — soweit Automatenlimit und Sicherheitslage das zulassen.
Die Teilzahlungsfunktion umstellen. Bei mehreren gebührenfreien Karten im Vergleich ist die Teilzahlung bei Ausgabe voreingestellt. Das ergibt dann einen effektiven Jahreszinsen zwischen 19,92 und 24,40 Prozent. Wer die Kartenrechnung monatlich vollständig ausgleicht, vermeidet diese Zinsen.
Auf die Verzinsung von Bargeldabhebungen achten. Einzelne Karten ohne Abhebegebühr verzinsen Barverfügungen bereits ab dem Buchungstag mit effektiven Jahreszinsen von bis zu 25,09 Prozent — gebührenfrei abheben ist damit nicht automatisch zinsfrei.
Mindestens zwei Karten unterschiedlicher Netzwerke — etwa Visa und Mastercard — getrennt voneinander mitführen. Für Mietwagenkautionen und Hotelbuchungen wird teils ausdrücklich eine echte Kreditkarte mit eigenem Verfügungsrahmen verlangt; reine Debitkarten werden dort mitunter abgelehnt.
Kreditkartenabrechnung vor der nächsten Reise prüfen
Auch wenn die Werbung der Kreditkartengeber vieles versprechen, so sollten Kreditkarteninhaber immer ihre Abrechnung prüfen. Das lässt sich schon vielfach im Urlaub online erledigen. Spätesten Zuhause sollte noch einmal genauer hingeschaut werden. Und wer regelmäßig verreist, sollte die Konditionen vor der Buchung der nächsten Reise vergleichen, da Anbieter ihre Gebührenmodelle im Jahresverlauf anpassen.
„Die Spannweite von null bis knapp 100 Euro Gebühren für denselben Urlaub zeigt, wie stark sich die Kartenwahl im Auslandseinsatz auswirkt“, sagt Alexander Senger, Geschäftsführer der Capitalo Finanzservices GmbH. „Wer außerhalb der Eurozone unterwegs ist, sollte eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr wählen und vor Ort konsequent in Landeswährung zahlen. Der Blick lohnt sich besonders auf die Karten, die weder Jahres- noch Fremdwährungsgebühr berechnen.“