Keine Belebung in Sicht

Es bewegt sich nicht sehr viel auf dem Immobilienmarkt. Das ist, etwas kurz und knapp sowie frech formuliert, das Ergebnis der Expo Real Immobilienmesse in München. Zwar gibt es einige Lichtblicke. Doch insgesamt bleibt die Branche hinter den eigenen Erwartungen zurück ist das Ergebnis von luckx – das magazin.

Finanzierung, Baukosten und Bürokratie

Der Immobilienmarkt bleibt weiterhin hinter den eigenen Ansprüchen zurück. So jedenfalls ist der Eindruck, den wir von luckx – das magazin aus München mitgenommen haben. Zwar prüfen Investoren wieder mehr Vorhaben, doch anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen, hohe Baukosten und regulatorische Hürden erschweren, besser behindern, die Umsetzung vieler Projekte weiterhin. Im Mittelpunkt des Besucherinteresses standen die Themen Wohnungsbau, Finanzierung und investierbare Infrastruktur, wobei Letztere erstmals einen eigenen Schwerpunkt bildete. Die Messeorganisatoren hatten damit gleich auch einen zunehmenden Schwerpunkt in der Branche erkannt. Jedenfalls in kurzer zeitlicher Distanz. Dieser Bereich soll das Messeangebot um Energie-, digitale und soziale Infrastruktur sowie Verteidigung erweitern. Damit rückten die Investmentbereiche und ihre Bedeutung für Immobilienstandorte stärker in den Fokus. Diese strategische Erweiterung ließ Aussteller und Besucher aufhorchen. Das macht auch Sinn, um Immobilien und Infrastruktur zusammen zudenken. Gerade bei größeren Stadt- und Quartiersentwicklungen müssen Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, Grün- und Freiräume sowie soziale Infrastruktur von Anfang an gemeinsam geplant werden. Doch irgendwann sind neue Kasernen und Datencenter gebaut – und dann?

Wohnungsbau

Doch ohne Wohnungsbau lassen sich die Grundbedürfnisse von uns Menschen nicht vollumfänglich befriedigen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung lahmt. Denn ohne Unterkunft keine Arbeitskräfte – weder aus dem Inland noch aus dem Ausland. Um hier Lösungen anzubieten, kann ein Vorschlag flexibles Wohnen sein. Mit dem Bereich „Flexible Housing – Opportunities next door“ setzte deshalb die Messe das Thema Wohnen auch in diesem Jahr fort. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie trotz hoher Bau- und Finanzierungskosten sowie langwieriger Planungs- und Genehmigungsprozesse mehr bezahlbarer Wohnraum in Deutschland entstehen kann. Neben dem Neubau ging es um Aufstockung, Umnutzung, serielles und modulares Bauen sowie eine effizientere Flächennutzung. Die Diskussionen zeigten, wie eng politische Rahmenbedingungen, Investitionsentscheidungen und die Projektumsetzung zusammenhängen und wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik ist.

Internationale Investitionen

Zugleich war der Zugang zu Kapital ein zentrales Gesprächsthema. Jace Tyrell, Chief Executive von Opportunity London, verweist auf die geschäftliche Bedeutung der auf der Messe geknüpften Kontakte: „Die EXPO REAL ist nach wie vor eine wichtige Plattform für London, insbesondere auf dem sich derzeit wandelnden Markt für Kapitalbeschaffung, auf dem enge Beziehungen und direkte Gespräche wichtiger denn je sind – und wir haben bereits erlebt, wie eine über die EXPO REAL entstandene Beziehung zu Geschäften für London geführt hat.“

Die Umsetzung konkreter Vorhaben prägte auch den Bereich der Transform & Beyond, in dem die Transformation der Immobilienwirtschaft erneut im Mittelpunkt stand. Unternehmen und Start-ups präsentierten Lösungen für Dekarbonisierung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Energieversorgung. Die Anwendungen verdeutlichten, wie technologische Innovationen zunehmend Eingang in die Planung, den Bau und den Betrieb von Immobilien finden. Im Austausch über diese Anwendungen ging es auch darum, geeignete Partner für Aufgaben zu finden. Die aktive Suche nach Lösungen bestimmte die Gespräche. Messe als Informationsquelle hat immer noch ihre Berechtigung. Doch die Aussteller als auch die Messegesellschaft muss also mehr bieten.