Erhalten

Wer eine Immobilie baut, möchte diese so lange wie möglich in einem guten Zustand erhalten. Das gilt auch beim Kauf. Von Ausnahmen einmal abgesehen. Doch vielfach fehlen Informationen über das Gebäude, die erst mühsam beschafft werden müssen, wie luckx – das magazin auf der EXPO Real recherchierte.

Werthaltig, nachhaltig, zukunftsfähig

Die Anforderungen an Eigentümer, Investoren und Asset Manager haben sich deutlich verändert. Technische Risiken, ESG-Anforderungen, Betreiberverantwortung, Dekarbonisierung, Kostenoptimierung und Werterhalt können nicht mehr isoliert betrachtet werden. Um Werte langfristig zu erhalten, zu sichern und weiter zu entwickeln, sind Technik, Betrieb, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gemeinsam zu betrachten. Deshalb ist eine Immobilien als Gesamtsystem zu sehen, um belastbare Grundlagen für die Entscheidungen zu bekommen. Dabei werden auch zunehmend digitale Anwendungen eingesetzt. So wurde vom TÜV beispielsweise eine Lösung entwickelt, die Audits, Objektbegehungen und Zustandsbewertungen nach einheitlichen Standards ermöglicht und die Daten- und Dokumentationsqualität weiter verbessert. Das Tool wird im Moment schon bei Facility-Management-Audits verwendet und soll schrittweise auf weitere Bereiche wie das technische Property Management ausgeweitet werden. Weil die Ergebnisse systematisiert und standidisiert wurden, lassen sich die Ergebnisse besser vergleichen.

Qualitätssicherung

Bauherren, Investoren und Projektentwickler sind auf Baubegleitendes Qualitätscontrolling angewiesen. Deshalb müssen Bauprojekte von der Planungs- und Ausführungsphase bis zur Abnahme begleitet werden. Ziel ist es, Mängel frühzeitig zu erkennen, Risiken zu minimieren und Nachträge sowie kostenintensive Nacharbeiten zu vermeiden. Durch regelmäßige Baustellenbegehungen, systematische Begutachtungen und eine transparente Berichterstattung lassen sich belastbare Entscheidungsgrundlagen für alle Projektbeteiligten schaffen. So sind Sachverständigen auch bei Beweissicherungen gefragt, um bestehende Zustände von Immobilien zu dokumentieren, Ansprüche abzugrenzen und Konflikte zu vermeiden. Sie unterstützen Eigentümer und Investoren durch technische Bewertungen, Zustandsanalysen und die Identifikation von Modernisierungs- und Optimierungspotenzialen zudem dabei, Stranded Assets zu retten und Immobilien langfristig werthaltig und zukunftsfähig aufzustellen. Moderne digitale Werkzeuge und drohnengestützte Technologien ergänzen die Arbeit der Sachverständigen auf Baustellen und in Bestandsobjekten. Sie ermöglichen die schnelle und sichere Erfassung relevanter Daten und unterstützten die Qualitätskontrolle und Dokumentation des Baufortschritts.

Nachhaltig

Mit der Internationalisierung der Immobilienmärkte wird auch die Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsaussagen immer wichtiger. Der Nachhaltigkeitsstandard BREEAM des britischen Building Research Establishment (BRE) bietet dafür einen ganzheitlichen Rahmen, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt und den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie umfasst. Mit über einer Million Zertifizierungen in mehr als 80 Ländern ist BREEAM einer der weltweit führenden Standards in diesem Bereich. In Deutschland ist u.a. der TÜV in der Funktion und entwickelt sowie betreibt das nationale BREEAM-Systeme, verantwortet die Ausbildung und Lizenzierung von Expertinnen und Experten sowie die Zertifizierung von Projekten in der DACH-Region. „Unsere Aufgabe sehen wir nicht nur in der Adaption des BREEAM-Standards an nationale Anforderungen, sondern auch in der Stärkung der DACH-Region im internationalen Wettbewerb“, erklärt Alexander Rüb, Leiter der Nationalen Systemvertretung BREEAM bei TÜV SÜD. „Wir verbinden globale Anforderungen und Best Practices mit den hohen Qualitätsansprüchen und Besonderheiten der deutschsprachigen Märkte.“ Auf der Expo Real präsentierte die Prüforganisation den Stand der Technik.