Die Studienförderung wurde nicht grundlos eingeführt. Sie sollte unser rohstoffarmes Land gerade mit dem unterstützen, was Deutschland auszeichnet. Das Land der Dichter, Denker und Ingenieure lebt vom Erfindungsreichtum und der Umsetzung. Doch anscheinend ist das den Studienabbrechern in der Bundesregierung nicht bewusst, fast luckx – das magazin die aktuelle Situation zusammen.
Studienförderung
Zwar hat die Bundesregierung im August 2026 den Entwurf für das 30. BAföG-Änderungsgesetz beschlossen. Damit sollen Anpassungen und eine schrittweise Erhöhung der Leistungen erfolgen. Doch wer dann genauer hinschaut, findet von dem nichts wieder. Die wichtigen Erhöhung folgen erst im nächsten Jahr. So wird zwar die Wohnkostenpauschale endlich von 380 auf 440 Euro erhöht. Doch bei einer Miete von über 500 Euro geht der Rest zu Lasten der Lebensmittel. Da ist dann schon am 20. jeden Monats der letzte Bissen verzehrt. Macht ja nichts. Dann Hungern wir für den Frieden. Denn Studenten zahlen überdurchschnittlich viel fürs Wohnen. In Universitätsstädten ist Wohnraum knapp und teuer. 53 Prozent ihres Einkommens gehen für Miete und Nebenkosten drauf. Für die Gesamtbevölkerung liegt die Wohnkostenbelastung im Durchschnitt bei 25 Prozent, ermittelte das Statistische Bundesamt für 2024. Angesichts weiter steigender Mieten können sich viele keine Studentenbude mehr leisten. 38,4 Prozent der Studierenden wohnt noch bei den Eltern – doch nur 13,3 Prozent tun dies aus freien Stücken, so eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Viele pendeln aus finanziellen Gründen zur Hochschule. Von den rund 2,9 Millionen Studenten fährt mehr als jeder Sechste eine Stunde oder länger zur Uni, weil er oder sie vor Ort keine bezahlbare Bleibe findet.
Hier gibt’s wenig Quadratmeter für viel Geld
In den vergangenen drei Jahren verteuerten sich Mieten für kleine Wohnungen und WG-Zimmer in Universitätsstädten im Durchschnitt um jährlich 2,3 bis knapp sieben Prozent. Der Studentenwohnreport 2025 zeigt ein Gefälle von West nach Ost. Während in Chemnitz eine eigene Studentenbude für rund 300 Euro warm noch erschwinglich ist, verlangen Vermieter in Hamburg, Freiburg, Münster, Berlin, Heidelberg und Frankfurt selbst für WG-Zimmer weit über 600 Euro im Monat. Am teuersten ist München: 837 Euro werden im Schnitt für eine studentische Musterwohnung von 30 Quadratmetern verlangt. Ein WG-Zimmer ist mit einer Warmmiete von 790 Euro nur geringfügig günstiger.
Laut Statistischem Bundesamt lag das mittlere Einkommen (Median) von Studierenden im Jahr 2024 bei 930 Euro. Das heißt: Die Hälfte der Studenten hat ein höheres monatliches Budget, die andere Hälfte muss mit weniger Geld auskommen. Im Durchschnitt geben sie 53 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus – fast 500 Euro. Ab einer Quote von 40 Prozent gelten Haushalte als finanziell überlastet. Dies trifft auf 62 Prozent der Studenten zu. Die aktuelle BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro deckt nur in drei Städten die Warmmiete ab: in Magdeburg, Bochum und Chemnitz. Wieder einmal hat die Regierung eine Chance verpasst.