Wir sollten ab und zu in den Wald gehen. Denn nichts scheint erholsamer als ein Waldspaziergang zu sein. Schon während der politischen Gespräche über Deutschland wurde im Wald die Lösung gefunden. Und heute bieten die deutschen Wälder geradezu eine Abkühlung bei der Hitze, weiß luckx – das magazin.
Sommerhitze
Nicht nur in diesem Jahr heizt der Sommer uns ordentlich ein. Gerade in der Stadt wird Hitze schnell zur Belastung. Asphalt speichert die Wärme bis tief in die Nacht, Straßenbahnen gleichen Saunen und selbst die eigene Wohnung wird plötzlich zum Backofen. Kein Wunder, dass Ventilatoren ausverkauft sind und Badeseen Hochkonjunktur haben. Ein Hitzekonzept für Deutschland gibt es nicht. So müssen wir selbst aktiv werden und uns an alte Ideen erinnern und Lösungen gegen die immer heißeren Sommer in der Stadt zu finden. Wer konnte, hat sich zwischendurch mehr als ein Bad im See gegönnt – vielleicht sogar ein ganzes Wochenende im Grünen. Doch naheliegend können große Baumbestände für Abkühlung sorgen. So wirken Wälder wie eine natürliche Klimaanlage. Durch die Verdunstung von Wasser über die Blätter kühlen sie ihre Umgebung spürbar ab. Als gigantische CO2-Speicher mildern sie den Klimawandel ab und leiden gleichzeitig selbst erheblich darunter.
Mensch im Wald
Wenn der Mensch nicht wäre, wäre fast ganz Deutschland bewaldet, vor allem mit Buchenwäldern. Dennoch sind Wälder keine bloße Ressource. Für die Menschen hierzulande ist der Wald seit Jahrtausenden ein besonderer, nützlicher wie mystischer Ort. Schon den alten Germanen war er heilig: In Hainen und auf Lichtungen opferten sie ihren Göttern Linden und Eichen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden aus versprengten Siedlungen im Urwald erst Dörfer, dann Städte. Schon im 18. Jahrhundert war der Wald stark reduziert. Zu dieser Zeit (ca. 1713) entstand deshalb auch der forstliche Gedanke der Flächennachhaltigkeit. Und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhundert begann die Industrielle Revolution. Dazu wurde weiterhin Wald gefällt, viel Wald. Die sich rasant entwickelnden Städte brauchten Platz und fraßen den Wald Stück für Stück auf. Und auch der Umstieg von Handarbeit auf mechanische Fertigung von Waren mit neuen Antrieben und Produktionsmaschinen verbrauchte Holz, Holz und noch mehr Holz.
Industrielle Revolution
Vor allem die Stadtbevölkerung begann schon in den Jahrzehnten vor der industriellen Revolution, den Wald als Ort für Ruhe, Erholung und Verbundenheit mit etwa Größerem zu verklären. Die Künstler der Romantik, wie Ludwig Uhland, Clemens Brentano oder Caspar David Friedrich, fingen diese Stimmung in ihren Werken ein. Diese romantische Vorstellung des Waldes hält in Deutschland bis heute an. Im heutigen Stadtleben dominiert meist ein Sinn: das Sehen. Wir schauen auf Bildschirme, Ampeln oder Schaufenster. Im Wald dagegen werden alle Sinne angesprochen. Wir hören Vogelstimmen, riechen feuchte Erde, fühlen Baumrinde oder Moos und nehmen unzählige Grüntöne wahr. Genau diese Vielfalt hilft unserem Gehirn, sich zu entspannen. Aufmerksamkeit wird nicht mehr gefordert – sie darf einfach entstehen.
Wald ist wichtig
Für uns Menschen ist ganz klar nachgewiesen, dass der Wald Stress reduziert, denn der Wald ist super, um sich zu erholen. Im Wald lassen sich Ruhe und Entspannung vom Alltagslärm finden. Mit dem „Waldbaden“ ziehen nun vermehrt Menschen in den Wald, um bewusst Zeit für sich zu haben. Mit einem Aufenthalt im Wald wird der Stressabbau verbessert und die psychische Gesundheit gefördert. Wer einen Fichtenwald in der Nähe hat, sollte die Kühle am Morgen und Abend genießen. Dazu kommen noch die ätherischen Öle, die sich besonders an warmen Tagen bilden und den Aufenthalt zu einem wahren Gesundheitserlebnis werden lassen.