In wenigen Tagen beginnt das Wintersemester an den deutschen Universitäten. Händeringend suchen die Neuen nach einer bezahlbaren Unterkunft. Doch Studenten als auch ihre Eltern müssen sich weit aus dem Fenster lehnen, um überhaupt etwas zu finden wie luckx – das magazin recherchierte.
Studentisches Leben
So manches Thema betrifft nicht nur Deutschland. So besteht in vielen europäischen Ländern Wohnungsnot. Und wie in Deutschland gilt das besonders für Hochschulorte. Da wir schon häufiger über die Tourismusdestination Griechenland berichtetet, ist uns die Berichterstattung über studentisches Wohnen aufgefallen. Daraufhin haben wir auch mit griechischen Studenten Kontakt aufgenommen. Deren individuelle Erfahren fließen in diesen Bericht ein.
Das studentische Leben erscheint nicht viel anders zu verlaufen als in Deutschland. Außer; die Sonne scheint häufiger und die Temperaturen sind deutlich höher – angenehmer – als bei uns in Mitteleuropa. Da lohnt es sich schon, den Weg nach Griechenland zu finden. Zwar frieren Griechen schon bei 20°C und bevorzugen Mäntel ab dieser Temperatur. Doch Germanen tragen weiterhin kurze Hose und T-Shirt. Ist eben Gewohnheit. Doch bei längerem Aufenthalt ändert sich dann auch deren Bekleidung. Hinderlich könnte die Sprache sein. Zwar gibt es auch Universitäten, die in englischer Sprache unterrichten. Doch das tägliche Leben finden meist in griechisch statt.
Symbolische Miete?
Um Studenten für den Studienort zu begeistern, errichten Hochschule Wohnheime, um günstige Mieten zu realisieren. Doch diese Zeiten sind in Deutschland schon lange vorbei. Auch die Studentenwerke, wohin die Universitäten ihre Wohnheime und den sonstigen studentischen Service ausgegliedert haben, müssen sich an Marktgegebenheiten orientieren, um nicht in die Verlustzone zu rutschen. Da sie meist über das Wohnen hinaus weitere Angeboten haben, die sie finanzieren müssen, ist die Finanzierungslage angespannt. So sind heutige Wohnheimplätze vielfach teurer als vergleichsweise private Angebote.
In Griechenland ist es so, dass eine Universität nach der anderen Studentenwohnheime mit einem festgelegten Rahmen einrichtet und erklärt, sich daran zu halten. Nach der Universität Westmakedonien und der Aristoteles-Universität Thessaloniki hat nun auch die Universität Ioannina klare Nutzungsbedingungen für ihr Studentenwohnheim definiert, die Pflichten für die Studierenden beinhalten und eine symbolische Miete festlegen. Gleichzeitig fordert sie diejenigen auf, die ein Zimmer besitzen, ohne Anspruch darauf zu haben, auf, dieses unverzüglich zu räumen, sofern sie nicht Miete zahlen wollen. Denn in vielen Wohnheimen ist es immer noch so, dass Studierende kostenfrei wohnen. Doch auch diese Zeiten ändern sich nach und nach. So beträgt die Miete für die Bewohner zwischen 20 bis 60 Euro. Darüber hinaus gelten strengere Regeln für die Nutzung der Zimmer und Gemeinschaftsräume.
Universität Ioannina
Als Beispiel haben wir von luckx – das magazin die Berichte über die Universität Ioannina gefunden. Die internen Bestimmungen für den Betrieb der Studentenwohnheime der Universität mit insgesamt 900 Betten sehen einen monatlichen Beitrag von 20 bis 60 Euro vor, abhängig vom Wohnheim und der Zimmerkategorie. Konkret beträgt der Beitrag 40 Euro für ein Einzelzimmer und 60 Euro für ein Doppelzimmer auf dem Campus Ioannina. Das Studentenwohnheim auf dem Perivleptou-Hügel außerhalb des Campus Ioannina ist kostenlos. Im Hostel Arta beträgt die symbolische Miete 40 Euro für ein Einzelzimmer und 20 Euro pro Person für ein Doppelzimmer. Finanzielle Schulden können in Raten beglichen werden. Auf schriftlichen Antrag hin kann die Zahlung vorübergehend ausgesetzt oder reduziert werden.
Gleichzeitig sieht die Verordnung vor, dass Absolventen oder Studierende, denen der Studierendenstatus entzogen wurde, ihr Zimmer innerhalb von 15 Tagen räumen müssen. Bei Verbleib nach dem Verlust des Studierendenstatus beträgt die monatliche Unterkunftsgebühr 150 Euro. Dafür stehen 113 jährliche Stipendien sowie drei mit Geldpreisen dotierte Exzellenzpreise für Studierende zur Verfügung, die alle Kurse des vorangegangenen Studienjahres in den Prüfungen im Februar, Juni und September bestanden haben .
Hausordnung
Die Hausordnung legt strenge Regeln für die Nutzung der Zimmer und Gemeinschaftsräume fest und sieht vierteljährliche Stichprobenkontrollen der Zimmer vor. Beispielsweise unterzeichnet jeder Studierende vor dem Einzug eine Vereinbarung, mit der er sich zur Einhaltung der Nutzungsbedingungen verpflichtet. Die Vereinbarung dokumentiert den Zustand des Zimmers sowie der ihm zur Nutzung übergebenen Möbel und Materialien. Die Studierenden müssen das Zimmer im gleichen Zustand zurückgeben, in dem sie es übernommen haben, normale Abnutzung ausgenommen. Bei Schäden durch unsachgemäße Nutzung oder beim Verlust von beweglichen Gegenständen im Zimmer haftet der jeweilige Bewohner. Die Kosten für Schäden oder Verluste, die in diesem Fall ausschließlich vom Bewohner zu tragen sind, werden von der Technischen Abteilung der Universität ermittelt. Die Verordnung sieht außerdem vor, dass die Untervermietung oder Überlassung eines Zimmers an Dritte, die Vorlage falscher Dokumente und schweres Fehlverhalten zur sofortigen Entfernung und zum Ausschluss von zukünftigen Unterkünften führen können.
Staatliche Regelung
Vorgegeben sind diese Bedingungen durch den Staat. Danach ist es die Pflicht der Universität, sich nach besten Kräften um die Unterbringung der Studierenden zu kümmern. Insbesondere, wenn Studierende für Epirus (Anm.: die Region) gewonnen werden sollen. Es handelt sich hierbei nicht um eine strenge oder strafende Maßnahme. Darüber hinaus hat die Universität den Bau neuer Studentenwohnheime beim Bildungsministerium beantragt. Damit ist beabsichtigt, die regionalen Universitäten zu stärken und sie für Abiturienten attraktiver zu machen.
Dazu muss der Leser wissen, dass griechische Studierende gern ihr Studium im Ausland beginnen, um sich bessere berufliche Perspektiven zu schaffen. Zwar versucht die Regierung, diese gut ausgebildeten Fachkräfte nach dem Ende des Studiums wieder in ihre Heimat zu holen. Doch das gelingt nur in einem sehr geringen Umfang. Denn die Verdienstmöglichkeiten und der erworbene Lebensstandard ist in Griechenland meist nicht zu erlangen. Trotzdem ist es eine Überlegung auch in Deutschland wert, gerade Studierende aus den unteren Einkommensschichten deutlich mehr zu unterstützen, als es bisher geschieht.