Wohin geht die Camping-Branche?

In wenigen Wochen ist es wieder soweit: Die Campingbranche trifft sich zu ihrer größten Leistungsschau auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf. Schon jetzt verspricht die Branche wie jedes Jahr, neue Impulse für Destinationen zu liefern. Doch in den vergangenen Jahren war davon nichts zu verspüren, wie luckx – das magazin weiß.

Destination Zukunft“ soll Tourismus, Politik und Caravaningbranche zusammenbringen

Die Caravan-Branche hofft weiterhin darauf, dass die Branche für die touristische Entwicklung von Regionen an Bedeutung gewinnt. Doch leider ist es bisher nicht eingetroffen. Camping ist teuer geworden, weil alle daran noch mehr verdienen wollen. Waren es zuerst die Hersteller von Freizeitfahrzeugen, die die Fahrzeugpreise um 100 Prozent ohne Veränderungen am Fahrzeug erhöhten. Dann die Campingplätze, die Preise zwischen 50 und 100 Euro pro Tag für einen Stellplatz aufrufen. Und wenn ein Camper dann aufgrund von überfüllten Camping- und Stellplätzen keinen Parkplatz fand, irgendwo sein Fahrzeug abstellte, kam die Polizei und machte Jagd auf Freisteher. Das ist leider die Realität, die der gesamten Community erheblichen Schaden zufügt. In dieser Gemengelage befindet sich das Interesse am mobilen Reisen. Wenn dann endlich eine Gemeinde sich für eine Neuausrichtung ihrer Tourismusaktivitäten entscheidet, finden Tourismus-Experten nicht das notwendige Gehör bei der Planung und Umsetzung des Caravaning-Tourismus. Denn die Anforderungen an Destinationen steigen, passende Angebote und zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln. Mit dem Fachprogramm „Destination Zukunft“ auf dem Caravan-Salon Düsseldorf will die Branche abermals diskutieren, wie es weitergehen soll. Mit Vertretern aus Tourismus, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft will sie sich zukunftsfest machen. Die Herausforderungen an Destinationen sind angesichts veränderter Reisemotive, neuer Mobilitätsformen und gesellschaftlicher Trends völlig andere geworden, als der Wohnwagenstellplatz der Vergangenheit erforderte.

Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch

Auch im Kriegs- und Krisenjahr 2026 hat der Tourismus weiterhin eine der höchsten Präferenzen im täglichen Leben der Deutschen. Trotz steigender Preise nimmt die Reisewirtschaft weiterhin Fahrt auf. Ob das Niveau des Vorjahres erreicht wird, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt melden einige Destinationen weiterhin steigende Nachfrage. Ob dies der Realität entspricht, wird sich zu Beginn des Jahres 2027 zeigen, wenn die ersten Zahlen bekanntgegeben werden. Auch wenn der Campingtourismus im Vergleich zur Hotelunterkunft sowie Ferienwohnungen und -häuser eher eine untergeordnete Rolle spielt, hat er für viele Destinationen eine Bedeutung. Die Diskussionen werden dabei nicht nur auf dem Caravan-Salon rund ums Caravaning, Outdoortourismus, Destinationsentwicklung und touristische Wertschöpfung geführt. Wichtig für diese Branche ist die Entwicklung und Nachfrage nach Reisemobilstellplätzen. Wächst diese, so erhöhen sich damit auch die Chancen für Kommunen, touristische Destinationen und private Investoren. Wer bisher nicht in der Branche aktiv war, muss sich um Fördermöglichkeiten bemühen. Denn ohne diese lassen sich Stellplatzprojekte nicht erfolgreich umsetzen. Des Weiteren können wirtschaftlichen Potenziale entstehen und entwickelt werden.

Der Caravan-Salon versucht mit „Destination Zukunft“ neben seiner Bedeutung als weltweit wichtigster Marktplatz für Freizeitfahrzeuge eine Bedeutung als zentrale B2B-Plattform für den Austausch zwischen Tourismus, Caravaning und Politik zu gewinnen. Trotz dieser Bemühungen ist es noch nicht gelungen. Aber was noch nicht ist kann noch werden. Deshalb sollten Interessenten die Möglichkeit nutzen, um aktuelle Entwicklungen zu erfahren, Kontakte zu knüpfen und Impulse für die strategische Weiterentwicklung ihrer Destinationen und touristischen Angebote mitzunehmen.