Im ersten Teil unseres Berichts über die Gastfreundschaft und dem Tourismus haben wir uns der griechischen Sprache bedient. Damit näherten wir uns von luckx – das magazin den unterschiedlichen Sichtweisen auf dem Weg zum Gast.
Wellness braucht technische Präzision
Die Technik muss funktionieren. Das Wasser muss warm sein, die Handtücher sauber und das Personal zugewandt. Wenn insbesondere Letzteres nicht stimmt, nützt auch die beste Technik nichts. Technik ist die Grundlage; der „Rest“ der Komfortgenuss des Gastes. Zwar machen Pools, Saunen, Dampfbäder und Erlebnisduschen für viele Hotels den Unterschied im Angebot aus. Damit alles zuverlässig funktioniert, müssen Wasseraufbereitung, Klimatisierung, Entfeuchtung und Technik gut aufeinander abgestimmt sein. So zeigen die Aussteller der ISH wie sich Hotel-Spas, Wellnessanlagen und Schwimmbäder planen und betreiben lassen. Dabei geht es vor allem darum, Räume zu gestalten, hygienisch sicher zu halten und Wasser sowie Energie sparsam einzusetzen.
Wasser spielt eine immer größere Rolle in unserem Leben. Das zeigen die Umwelteinflüsse, die in diesem Sommer zu Wasserknappheit führten. Flüsse waren nur eingeschränkt befahrbar. Die Gartenbewässerung wurde eingeschränkt. Und die Wasserqualität schwankt bei wechselnder Auslastung. Hygienisch einwandfreies Wasser muss dennoch jederzeit verfügbar sein. Lange Leitungswege und zeitweise ungenutzte Zimmer erhöhen die Anforderungen an Temperaturhaltung und den bestimmungsgemäßen Betrieb der Anlagen. Deshalb spielen Hygiene, Legionellenprävention sowie die frühzeitige Erkennung von Leckagen eine zentrale Rolle. Wasserführende Systeme müssen trotz allen hygienisch einwandfrei sein. Rohrleitungs-, Wasseraufbereitungs- und Zirkulationssysteme sowie digitales Wassermanagement unterliegen einem ständigen Kontrollmechanismus. Die laufende Überwachung der Anlagen schafft Transparenz beim Verbrauch, erkennt Unregelmäßigkeiten frühzeitig und unterstützt die Wartung. Wassersparende Armaturen sowie die Nutzung von Betriebs- oder Regenwasser können den Wasserbedarf zusätzlich senken.
Wärme und Klimatisierung
Hotels müssen oft gleichzeitig kühlen und heizen, da unterschiedliche Bereiche wie Zimmer, Küche oder Spa parallel verschiedene Temperaturanforderungen haben. Wärmerückgewinnung nutzt dabei die ohnehin entstehende Energie aus Abluft, Abwasser oder Kälteanlagen und speist sie wieder in die Warmwasserbereitung und andere Anwendungen ein. Auch für den Komfort spielt die Raumluft eine zentrale Rolle. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Zugluft und Geräuschpegel bestimmen maßgeblich, wie sich Gäste in Zimmern, Lobby, Spa und Tagungsbereichen fühlen. Weil diese Bereiche unterschiedlich genutzt werden, braucht es flexible Lüftungs- und Klimasysteme.Dabei kann die Raumluft zentral oder dezentral gesteuert werden. Wie Wärmerückgewinnung, Filtertechnik sowie Lösungen zum Kühlen und Entfeuchten funktionieren, zeigen die Aussteller auf der Messe. Gerade bei Umbauten im Bestand sind kompakte, geräuscharme Systeme gefragt, die sich einfach nachrüsten lassen.
Auch wenn die Zimmer häufig über Klimasysteme beheizt und gekühlt werden, benötigt das Hotel in unseren Breiten eine zentrale und verlässliche Wärmeerzeugung für das gesamte Gebäude. Sie versorgt öffentliche Bereiche, Küche, Wäscherei, Wellnessanlagen und die zentrale Warmwasserbereitung. Hier können regenerative und hybride Heizsysteme, Wärmepumpen, Wärmespeicher sowie Nah- und Fernwärme den Energieverbrauch, die CO₂-Emissionen und die Betriebskosten senken. Dabei muss die Wärmeerzeugung und die Technologien passend zu Standort, Gebäudestruktur und Lastprofil kombiniert werden.
Vernetzung
Den größten Nutzen entfalten technische Systeme, wenn sie Daten austauschen und sich an Belegung, Energiebedarf oder Wartungszustand anpassen. Ist das Property Management System mit der Gebäudeautomation verknüpft, wechseln ungenutzte Zimmer automatisch in einen energiesparenden Betriebsmodus und stehen vor der Ankunft der Gäste wieder mit optimalem Raumklima bereit. Sensoren und digitale Überwachung helfen dabei, Lastspitzen zu vermeiden und Störungen frühzeitig zu erkennen. Mit einer Intelligenten Gebäudesteuerung lassen sich Gebäudeautomation, Energiemanagement, IoT-Anwendungen und digitale Wartungslösungen zu einem gesamten System verbinden. Daraus können dann für Betreiber und Facility Manager Verbrauchsdaten und belastbare Informationen für das ESG-Nachhaltigkeitskonzept sowie für Zertifizierungen gewonnen werden. Für Investoren stehen niedrige Betriebskosten, langfristiger Werterhalt und eine hohe Anpassungsfähigkeit der Gebäude im Mittelpunkt. Offene Schnittstellen schaffen dafür die notwendige Flexibilität.
Hospitality-Tag
Damit das Ganze auch zum wirtschaftlichen Erfolg führen könnte, wirbt die ISH mit einem Hospitality-Tag am 18. März 2027 um die Gunst der Hotelliers. Im Rahmen einer Fachkonferenz soll auf die spezifischen Bedürfnisse der Betreiber eingegangen werden. Die Veranstaltung soll die Themen Hotelentwicklung, Architektur, Planung, Investment und Betrieb mit konkreten technischen Lösungen verbinden. Es bleibt zu hoffen, dass die Bedürfnisse der Gäste dabei nicht aus dem Blick fallen. Ob Hotelliers der Einladung folgen werden oder können, ist fraglich. Denn zur gleichen Zeit läuft die Internationale Tourismusbörse in Berlin, wo deren volle Aufmerksamkeit gefordert ist.
Ein Gedanke zu „Fremdenverkehr“
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