Rentenstrategie

Im Juli 2027 sollen die Renten kräftig steigen. So hat es die Bundesregierung den 21 Millionen Renten versprochen. Damit wird eine wichtige Wählergruppe bedient. Doch wie sichert die arbeitende Bevölkerung ihren Lebensabend, fragt luckx – das magazin?

Altersvorsorge

Der Bundesfinanzminister verfügt über ein gut gefülltes Steuersäckel. Zwar klagt auch er, dass Geld würde nicht reichen. Doch dann muss er einmal besser planen. Dann reicht es für alle. An so mancher Position reicht ein Fragezeichen zu setzen nicht aus. Wenn wir alle über Digitalisierung philosophieren, muss auch der deutsche Staat diese umsetzen. Mehr Freund und Bekannte im Staatsdienst unterzubringen, ist der falsche Weg. Die Bürokratie gehört besonders aufgrund des Fachkräftemangels auf Diät gesetzt.

Auch die Bundesbürger müssen besser planen. Dafür sind schon die Grundlagen in der Schulausbildung zu setzen. So muss Finanzplanung, Versicherung und Altersvorsorge mit in den Kanon der Schulfächer aufgenommen werden. Denn dann kann auch von den Bundesbürgern erwartet werden, dass sie sich um ihre Lebensplanung hinreichend Gedanken machen.

Ein Teil der Planung ist sicherlich das Thema Immobilien. Viele wünschen sich ein Häuschen im Grünen und träumen davon. Doch erst dann, wenn das Wissen rund um Eigenheim und Eigentumswohnung bekannt ist, kann der Traum in die Ralität umgesetzt werden. So können die Fragen zur Immobilie wie selbst bewohnen, vermieten, verkaufen oder verrenten auch selbst beantwortet werden. Eine abbezahlte Immobilie eröffnet im Ruhestand mehrere Wege. Entscheidend ist, die Weichen zu stellen, bevor die Liquidität fehlt.

Hohe Mieten machen Eigentum im Alter zur Entlastung

In den meisten deutschen Großstädten wohnt die Mehrheit der Haushalte zur Miete, und die Nachfrage in begehrten Lagen hält das Mietniveau hoch. Für Ruheständler bedeutet das: Die Miete ist häufig die größte monatliche Fixkostenposition, und genau diese entfällt, wenn zum Renteneintritt eine abbezahlte Immobilie zur Verfügung steht. Dass sich Wohneigentum langfristig auszahlt, zeigt eine empirica-Studie für die Landesbausparkassen: Nach der Auswertung auf Basis von Daten aus dem Jahr 2018 verfügten 50- bis 59-jährige Eigentümerhaushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 1.700 und 2.300 Euro im Schnitt über rund 190.000 Euro Nettovermögen – gut das Fünffache vergleichbarer Mieterhaushalte. Als eine wesentliche Erklärung gilt der sogenannte Zwangssparen-Effekt: Kreditraten und Tilgung führen regelmäßig zum Vermögensaufbau, während freiwillige Sparpläne leichter ausgesetzt werden können.

Tilgung

Als verlässliche Altersvorsorge funktioniert eine Immobilie erst, wenn die Finanzierung spätestens zum Renteneintritt vollständig getilgt ist. Läuft das Darlehen in die Rentenphase hinein, wird die Rate bei sinkendem Einkommen schnell zur Belastung. Zusätzlich müssen Eigentümer ausreichende Rücklagen für Instandhaltung und Modernisierung bilden. Deren Höhe hängt insbesondere von Alter, Zustand, Bauart und Größe des Gebäudes ab und sollte nicht pauschal aus dem gesamten Immobilienwert abgeleitet werden. Ob Grundriss, Lage und Zustand langfristig tragen, lässt sich mit einem Immobilienmakler in Düsseldorf realistisch einordnen. Welches Modell am besten passt, hängt vor allem davon ab, ob der Verbleib im vertrauten Zuhause oder ein möglichst hoher finanzieller Ertrag im Vordergrund steht.

Modell

Eigennutzung: Der klassische Fall – mietfrei wohnen im vertrauten Umfeld, sofern Grundriss und Lage auch mit eingeschränkter Mobilität noch funktionieren.

Vermietung: Die Mieteinnahmen ergänzen die Rente, sind allerdings zu versteuern. Ob sich die Immobilie als Altersvorsorge über eine Vermietung rechnet, lässt sich mit der Bruttomietrendite prüfen; als Faustregel gilt ein Wert ab etwa 3 bis 4 % als solide.

Verkauf oder Teilverkauf: Der Verkauf zum vollen Marktwert schafft die höchste Liquidität, etwa für den Umzug in eine barrierefreie Wohnung. Voraussetzung ist eine realistische Preisfindung, damit das Objekt weder zum Ladenhüter wird noch unter Wert den Besitzer wechselt. Beim Teilverkauf gehen üblicherweise bis zu 50 % an einen spezialisierten Anbieter; der Eigentümer bleibt Miteigentümer, zahlt aber ein laufendes Nutzungsentgelt.

Verrentung: Der Verkäufer sichert sich ein lebenslanges Wohnrecht und erhält den Kaufpreis als monatliche Leibrente oder befristete Zeitrente, nimmt dafür jedoch einen deutlich geringeren Gesamterlös in Kauf.

Nießbrauch: Die Immobilie wird übertragen, häufig als Schenkung an die Kinder, während das lebenslange Nutzungsrecht bestehen bleibt. Im Vordergrund stehen steuerliche Vorteile bei Schenkung oder Erbschaft.

Vielfalt

Mietfrei zu wohnen ersetzt kein laufendes Einkommen für Lebensmittel, Gesundheit oder Freizeit. Steckt das gesamte Vermögen in einem einzigen Objekt, entsteht zudem ein Klumpenrisiko, dem die Risikostreuung eines breit aufgestellten Depots fehlt. Die Immobilie sollte daher als ein Vorsorgebaustein neben gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge oder privaten Anlagen betrachtet werden. In einer Mieterhochburg bleibt die Ausgangslage für Eigentümer dennoch günstig: Eine wachsende Stadt, ein stabiler Wohnungsmarkt und anhaltende Nachfrage in nahezu allen Lagen sprechen dafür, dass sich die Immobilie auch künftig als Rentenbaustein eignet.