Eigentlich sollte in unserem Land jeder, der die Fähigkeiten dazu hat, studieren können. Doch schon immer war das Studieren nicht vom Wollen, sondern vom finanziellen Können der Eltern abhängig. So entscheidet das „langfristige“ Budget über den Studienerfolg, weis luckx – das magazin.
Bestandsaufnahme
Hochschulorte sind ein Zentrum von persönlicher und internationaler Entwicklung. Das ist nicht erst seit der Zeit der Öffnung der europäischen Grenzen so. Schon seit Jahrhunderten reisen junge Menschen zum Studium dorthin, wo die besten, die geeigneten Kapazitäten für die Weiterentwicklung sind. Seit Wohnraum knapp ist, das ist er besonders in Hochschulorte, wirkt sich das nicht nur auf den Zuzug von Studierenden aus. Denn besonders in Hochschulorten ist die Nachfrage nach kleinen Wohnung und WG-Zimmern besonders groß. So entscheidet das finanzielle Budget, an welcher Hochschule Abiturienten ein Studium aufnehmen können. Aber auch darüber, ob sie überhaupt studieren können. Denn das BAföG reicht bei weitem nicht zum Studieren aus. Wer mit knapp 1.000 Euro monatlich auskommen muss, kann sich Mieten von über 600 Euro schlicht nicht leisten. Auch Nebenkosten wie Heizung und Warmwasser sowie Preise für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs fallen in den Metropolen höher aus als im Bundesdurchschnitt – zum Teil über 20 Prozent. Hinzu kommen die Ausgaben für Semesterbeitrag, öffentlichen Nahverkehr oder Auto, Lehrbücher, Internet, Handyvertrag und mehr. Wer nicht familienversichert ist, muss auch die Kosten für die Krankenversicherung einplanen.
Eltern zahlen das Studium
Aktuelle Zahlen, wie viel Studierende monatlich für Wohnen und Lebenshaltung ausgeben, gibt es nicht. Die letzte Sozialerhebung arbeitet mit Zahlen von 2021 und ist angesichts der gestiegenen Inflation veraltet. Das Portal StudisOnline rechnete die Preissteigerungen der letzten Jahre ein und kommt – je nach Hochschulstandort – auf einen Bedarf zwischen 800 und knapp 2.100 Euro im Monat.
Eltern sind verpflichtet, ihrem Nachwuchs die Erstausbildung zu finanzieren – auch ein Studium. Laut dem Unterhaltssatz der Düsseldorfer Tabelle liegt der Bedarf für ein volljähriges, unverheiratetes Kind, das auswärts studiert und nicht bei den Eltern wohnt, bei 990 Euro im Monat (Stand 2026). Die Kosten für ein fünfjähriges Studium summieren sich demnach auf rund 60.000 Euro. Teurer wird es, wenn der Nachwuchs länger für den Abschluss braucht und eine hohe Miete zahlen muss. 90 Prozent der Studierenden sind finanziell auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen.
Zwar gibt es einen steuerlichen Bonus für die Eltern, wenn Studierende einen eigenen Haushalt führen. Dann können Eltern den Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 1.200 Euro steuerlich geltend machen. Die Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung des Nachwuchses mindern als Sonderausgaben die Steuerlast. Besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr, berücksichtigt der Fiskus die finanzielle Unterstützung studierender Kinder nur eingeschränkt als außergewöhnliche Belastung. Vorausgesetzt, diese sind bedürftig. Ihr Vermögen darf 15.500 Euro nicht übersteigen.
Vorsorge treffen
Viele Familien haben am Monatsende keine 1.000 Euro und mehr übrig, um das Studium von Sohn oder Tochter zu finanzieren. Streben mehrere Kinder eine akademische Ausbildung an, lässt sich dies selten vom laufenden Gehalt bezahlen. Daher sollte früh vorgesorgt werden und Geld für den Nachwuchs anlegen ist fast schon Pflicht. Wer das Kindergeld spart sowie Geldgeschenke zu Weihnachten und Konfirmation, Firmung oder Jugendweihe langfristig am Kapitalmarkt investiert, baut für die Kinder ein solides finanzielles Polster auf. Wer weniger Zeit zum Sparen hat, nutzt Festgelder. Dabei sollte auch det Blick über die deutschen Grenzen schweifen. So mancher Anbieter zahlt beispielsweise für eine fünfjährige Anlage mit höchster Sicherheit 3,10 Prozent Zinsen, bei zehn Jahren Anlagezeitraum sind es sogar 3,40 Prozent. Auch eine Anlage in Genossenschafsanteile kann sich lohnen: dort lassen sich manchmal vier Prozent Dividende erzielen. Geld, das Studierende kurzfristig benötigen, lässt sich gut verzinst auf Tagesgeldkonten parken. Anbieter mit Aktionszinsen von drei Prozent und mehr besonders bei Direktbanken.