Von den Bürgern dieses Landes wird die Instandhaltung und Modernisierung ihrer Immobilien gefordert. Heizung, Dämmung, Fenster: Alles sehr hohe Investitionen in Wohnungen, Büro- und Industriegebäude. Doch die Suche nach der Verantwortung von Verwaltung und Politik geht ins Leere recherchierte luckx – das magazin.
Öffentliche Gebäude
Ob Schulen, Verwaltungsgebäude, Sportstätten oder Schwimmbäder: sie alle bilden den Zustand Deutschlands und seiner wirtschaftlichen Entwicklung ab. Sie bilden das Rückgrat der öffentlichen Infrastruktur nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Zwar wurde beim Bau sehr viel Geld in die Hand genommen. Doch für die Substanzerhaltung, Renovierung, Sanierung und Modernisierung fehlte das Geld oder deutlicher gesagt: Es wurde nicht geplant. Es wurde auf Verschleiß gewirtschaftet. Verantwortung hat weder Politik noch Verwaltung übernommen. Nach der Devise: Es läuft ja alles. Nun kommt der große Hammer. Da der größte Teil dieser Immobilien aus den 1960er- bis 1980er-Jahren stammt ist nun massiv zu investieren. Denn weder energetisch noch funktional wird den den aktuellen Anforderungen genüge getan.
Während private Eigentümer mit immer neuen Forderungen drangsaliert werden, kommen Bund, Land und Kommunen ihren Pflichten nicht nach. Doch mit der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) steigen die Anforderungen an die Modernisierung öffentlicher Gebäude deutlich. Trotz verschärfter europäischer Vorgaben schreitet die Modernisierung vieler Bestandsgebäude weiterhin langsam voran: Noch immer gelten rund drei Viertel des europäischen Gebäudebestands als energieineffizient, die jährliche Sanierungsrate liegt bei etwa einem Prozent. (World Green Building Council / EPBD Factsheet 2025).
Mehr Druck erforderlich
Für Kommunen wächst damit der Druck, ihre Gebäude langfristig energieeffizienter, wirtschaftlicher und nutzerorientierter weiterzuentwickeln. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen innerhalb der Gebäude selbst. Neben Energieeffizienz rückt zunehmend die Qualität der Innenräume in den Fokus. Öffentliche Gebäude sollen heute nicht nur ressourcenschonend betrieben werden, sondern auch gesunde, komfortable und leistungsfördernde Umgebungen schaffen. Aspekte wie Luftqualität, thermischer Komfort, Akustik und intelligente Gebäudesteuerung werden dabei immer stärker als Teil einer ganzheitlichen Nutzerqualität betrachtet – insbesondere in Schulen, Verwaltungsgebäuden und stark frequentierten öffentlichen Einrichtungen. „Die Anforderungen an öffentliche Gebäude haben sich deutlich erweitert. Neben der Energieeffizienz stehen heute auch Innenraumqualität, intelligente Steuerung und das Sicherstellen einer nachhaltigen, langfristigen Betriebsfähigkeit im Fokus. Gerade im Bestand sind dafür integrierte und flexibel nachrüstbare Lösungen entscheidend.“ Frank Ernst, Geschäftsführer, Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK)
Sanierung im laufenden Betrieb
Gleichzeitig verändert sich der Blick auf öffentliche Gebäude grundlegend. Sie werden zunehmend nicht mehr nur unter energetischen Gesichtspunkten betrachtet, sondern als Räume, die Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit aktiv unterstützen sollen. Mit dieser Entwicklung gewinnen europaweit auch Themen wie Innenraumqualität, Nutzerkomfort und resiliente Gebäudekonzepte an Bedeutung. Die Modernisierung öffentlicher Gebäude muss dabei häufig im laufenden Betrieb erfolgen. Maßnahmen müssen so konzipiert werden, dass Unterricht, Verwaltungsbetrieb oder öffentliche Nutzung parallel weiterlaufen können. Gleichzeitig treffen unterschiedliche Bauzustände und technische Systeme innerhalb eines Gebäudes aufeinander, was die Planung zusätzlich komplex macht. Hinzu kommen begrenzte Budgets, komplexe Genehmigungsverfahren und lange Projektlaufzeiten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die schrittweise Sanierung an Bedeutung. Einzelne Gewerke werden modernisiert, technische Systeme ergänzt und Gebäude über längere Zeiträume hinweg weiterentwickelt. Entscheidend ist dabei, dass Lösungen ineinandergreifen, flexibel einsetzbar sind und sowohl technisch als auch wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Lösungsangebote für kommunale Gebäude auf der ISH 2027
Ein zentraler Hebel in der Sanierung ist die Energieversorgung. Im Lösungsfeld „Wärmeerzeugung“ werden Systeme gezeigt, die den Austausch veralteter Heiztechnik ermöglichen und eine schrittweise Umstellung auf effizientere und erneuerbare Energieträger unterstützen auch unter den Bedingungen bestehender Gebäude. Parallel dazu rückt die Qualität der Innenräume stärker in den Fokus. Im Lösungsfeld „Raumluft“ geht es um Konzepte, die die Luftqualität gezielt verbessern und sich gleichzeitig in Bestandsgebäude integrieren lassen. Auch stark frequentierte Bereiche stellen besondere Anforderungen an die Modernisierung. Das Lösungsfeld „Sanitärräume“ zeigt Lösungen für langlebige, hygienische und wirtschaftliche Ausstattungskonzepte. Im Sonderareal „Pools & Spas“ werden zudem Anwendungen für Schwimmbäder sichtbar, bei denen Wasserqualität, Energieeinsatz und Betrieb eng miteinander verzahnt sind. Mit zunehmender Komplexität der Gebäude wird zudem die systematische Planung und Steuerung wichtiger. Im Lösungsfeld „Software“ werden digitale Innovationen präsentiert, die helfen, den Gebäudebestand zu analysieren, Maßnahmen zu priorisieren und Sanierungsprozesse strukturiert zu steuern. Darauf aufbauend zeigt das Lösungsfeld „Intelligente Gebäudesteuerung“, wie sich technische Anlagen im laufenden Betrieb vernetzen und optimieren lassen. Automatisierte Prozesse tragen dazu bei, Energieverbräuche zu senken, Abläufe zu stabilisieren und gleichzeitig den Komfort für Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern.
Die nächste ISH, Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Luft, findet vom 15. bis 19. März 2027 in Frankfurt am Main statt.