Was wir uns alle vom Staat wünschen, müssen wir im eigenen Haushalt anwenden. Der Blick in die Geldbörse oder auf das Konto beschränkt unsere Wünsche und Möglichkeiten. Das scheint bei der Bundesregierung und besonders beim Finanzminister ein Fremdwort zu sein, vermutet luckx – das magazin und setzt den ersten Teil fort.
Wirtschaftlicher Druck verändert das Finanzverhalten
So denken viele Haushalte deutlich bewusster über ihre Ausgaben nach, setzen stärker auf finanzielle Reserven und treffen ihre finanziellen Entscheidungen vorsichtiger als noch vor wenigen Jahren. Der Wunsch nach finanzieller Stabilität und Sicherheit ist derzeit größer als die Bereitschaft zu konsumieren. Die finanziellen Belastungen der vergangenen Jahre wirken sich zunehmend auf das Verhalten der Verbraucher aus. Viele Haushalte passen ihre Ausgaben aktiv an, suchen nach Sparpotenzialen und greifen verstärkt auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten zurück. Besonders deutlich zeigt sich dies beim täglichen Konsumverhalten. 25 Prozent der Befragten achten verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote, um ihre Ausgaben zu reduzieren. Gleichzeitig geben 21 Prozent an, dass sie heute weniger Geld sparen können als noch vor einem Jahr. Darüber hinaus greifen bereits 15 Prozent auf ihre Ersparnisse zurück, um laufende Ausgaben zu finanzieren. Auch bei der Finanzierung von Konsumausgaben zeigt sich ein Wandel. 17 Prozent der Deutschen nutzen häufiger „Buy Now, Pay Later“-Angebote (BNPL) und verschieben Zahlungen auf einen späteren Zeitpunkt. Weitere 14 Prozent haben Rechnungen verspätet bezahlt oder Zahlungen aufgeschoben, um ihre finanzielle Flexibilität zu erhalten. Sieben Prozent haben zusätzlich einen Nebenjob angenommen oder ihre Arbeitszeit ausgeweitet, um steigende Kosten auszugleichen. Gleichzeitig versuchen viele Verbraucher, ihre finanzielle Situation aktiv zu stabilisieren. So nutzen fünf Prozent Budget- oder Haushaltsapps zur besseren Kontrolle ihrer Finanzen, während drei Prozent gezielt ihre Finanzkenntnisse durch Kurse, Bücher oder digitale Lernangebote erweitern.
Inflation und Krisen
Die finanziellen Sorgen der Verbraucher werden zunehmend von globalen Entwicklungen geprägt. Während die Inflation weiterhin als größte Bedrohung für die persönliche finanzielle Situation wahrgenommen wird, gewinnen geopolitische Krisen, internationale Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheiten deutlich an Bedeutung. Mit 52 Prozent nennt mehr als jeder zweite Deutsche die anhaltend hohe Inflation und steigende Lebenshaltungskosten als größte Gefahr für die eigene finanzielle Zukunft. Damit bleibt die Preisentwicklung der mit Abstand wichtigste Belastungsfaktor für die Verbraucher. Gleichzeitig sorgen internationale Krisen für erhebliche Verunsicherung. 40 Prozent der Befragten befürchten negative wirtschaftliche Folgen des Krieges in der Ukraine. Nahezu ebenso viele (40 Prozent) sehen die anhaltenden Konflikte und die Instabilität im Nahen Osten als Risiko für ihre finanzielle Situation. Darüber hinaus rechnen 33 Prozent mit negativen Auswirkungen einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen zwischen Europa und den USA, etwa durch neue Handelsbarrieren oder Zölle.
Auch wirtschaftliche Abschwächungstendenzen werden aufmerksam verfolgt. 22 Prozent der Deutschen sorgen sich um eine Konjunkturabschwächung in Deutschland, 21 Prozent um eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Weitere 14 Prozent sehen eine globale Konjunkturabkühlung als Risiko für ihre finanzielle Zukunft. Bemerkenswert ist zudem die wachsende Bedeutung neuer Risikofaktoren. So betrachten 23 Prozent der Befragten die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz als potenzielles Risiko für ihre finanzielle Situation. Weitere 10 Prozent sorgen sich über die wirtschaftliche Abhängigkeit von China, während 9 Prozent Klima- und Umweltrisiken als finanzielle Belastungsfaktoren nennen. Lediglich acht Prozent der Deutschen geben an, sich über keine dieser wirtschaftlichen oder geopolitischen Entwicklungen Sorgen zu machen. Die große Mehrheit blickt somit nicht nur auf die eigene finanzielle Situation, sondern verfolgt auch globale Entwicklungen mit wachsender Aufmerksamkeit.
Über die Studie
Für die Studie befragte Opinium Research im Auftrag von CRIF zwischen dem 20. März und dem 9. April 2026 insgesamt 5.000 Verbraucher in Deutschland, Irland, Italien, Polen und Großbritannien.