Phänomen Licht

Erst mit dem Licht können wir der Dunkelheit entkommen. Mit Licht wird vieles sichtbar, was sonst im Verborgenen wäre. Das haben sich die Macher der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci wohl auch gedacht, als sie das Motto Licht für 2026 vorstellten. Luckx – das magazin blickt auf die Musikfestspiele voraus.

Potsdam erstrahlt

Das Programm der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2026 steht unter dem Motto LICHT. Darunter soll die Stadt an der Havel mit ihren vielen Seen erstrahlen. Im Juni 2026 sind insgesamt 37 Veranstaltungen geplant. Darunter eine szenische Opernentdeckung, eine konzertante Oper, ein halbszenisch dargebotenes Oratorium, zwei große Open-Air-Konzerte, das traditionelle Fahrradkonzert sowie erstmalig Veranstaltungen an zwei Tagen im Filmpark Babelsberg. Darüber hinaus feiern die Musikfestspiele ihr 35jähriges Jubiläum. Doch Licht allein reicht für ein Musikfest nicht aus. Dazu gehört auch die Musik. So soll das Phänomen des Lichts in seinen unterschiedlichen Dimensionen musikalisch erforscht und reflektiert werden: als Naturereignis, als Symbol, als geistig-philosophische Metapher der Aufklärung oder als Teil unserer Alltagskultur.

Im Eröffnungskonzert widmet sich das Ensemble Correspondances unter der Leitung von Sébastien Daucé dem Sonnenkönig Ludwig XIV. und der Verbindung zu Friedrich II., dessen Selbstverständnis als Apoll des Lichts und der Künste eine ganze Epoche prägte.

Liebespfade

In Bononcinis für Kurfürstin Sophie Charlotte komponierter Oper »Cefalo e Procride « folgt die Akademie für Alte Musik Berlin in der Pflanzenhalle des Orangerieschlosses den verschlungenen Liebes-Pfaden Auroras, der Göttin der Morgenröte. Beim Open Air erstrahlt der Alte Markt zu Feuerwerksmusik mit Il Pomo d‘Oro unter Attilio Cremonesi und als Special Guest in ihrer Funktion als Unterstützerin des Ensembles wird die Autorin Donna Leon begrüßt. Händels Oratorium »Il trionfo del tempo e del disinganno « feiert das »Licht der Erkenntnis «, interpretiert von den Sängern um Sopranist Dennis Orellana und vom Ensemble 1700, geleitet von Dorothee Oberlinger. Das aufklärerische Streben nach »Enlightenment«, nach Erleuchtung und geistiger Reflexion findet sich auch in Haydns  »Schöpfung«, die Andreas Spering mit der Capella Augustina zu Gehör br ingen wird. Als Orpheus steigt Countertenor Valer Sabadus in Glucks konzertant dargebotener Oper in das Dunkel der Unterwelt, begleitet von Cantus Thuringia und Michael Hofstetter. Das nächtliche Dunkel illustrieren auch Dorothee Oberlinger in einem Konzert gemeinsam mit Bassbariton Sreten Manojlovic und dem Freiburger Barockorchester. Beim großen Abschluss-Open-Air an der Maulbeerallee widmen das Helsinki Baroque Orchestra mit Aapo Häkkinen, den Sängern Anna Dennis und Morten Grove Frandsen sowie der Violinvirtuosin Kreeta-Maria Kentala der Mittsommernacht ein eigenes Programm aus Barock, Traditionals und populären Kompositionen aus England, Finnland und Schweden.

Filmpark Babelsberg

Weitere Konzerte gestalten unter anderem Andreas Scholl, Nicolas Altstaedt, Lucile Boulanger, Kit Armstrong, Hille Perl und das Ensemble Constantinople. Als Premiere sind die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zu Gast im Filmpark Babelsberg. Hier bringen Asya Fateyeva und die lautten compagney Berlin ihr mit einem Opus Klassik ausgezeichnetes Programm »Dancing Queen« rund um Kompositionen von Rameau und Hits von ABBA auf die Bühne des Vulkans. Ergänzt wird dieses Konzert durch die ABBA-Party mit einem DJ-Set von Jueri. Außerdem wird ein Familientag von 10 bis 19 Uhr im Filmpark gestaltet, der sich rund um alle Bereiche der Lichtspiele dreht. Im Rahmen der erstmals stattfindenden »Geistesblitze«, einer von den Musikfestspielen gemeinsam mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften konzipierten Mini-Serie von kurzen Vorreden zu ausgewählten Musikdarbietungen, entwickeln Experten ihrer jeweiligen Fächer erhellende Gedanken, Querverbindungen oder Antithesen zu den musikalischen Programmen.