Schwarzwälder Kirschtorte

Kirschen und noch ein paar andere Dinge gehören in eine Schwarzwälder Kirschtorte. Doch kommen die Kirschen tatsächlich aus dem Schwarzwald? Und was gibt es noch Wissenswertes drumherum? Eine Reise in die Region gibt Antworten. Luckx – das magazin pflückte sie.

Kirschernte

Am Westrand der Ferienregion Schwarzwald zählen Kirschen zu den wichtigsten traditionellen Sonderkulturen – landschaftlich, kulinarisch und kulturell. Der Kaiserstuhl als vulkanisch geprägtes Mittelgebirge samt Kirschbäumen in den feuchten Tallagen war lange Deutschlands größtes Süßkirschenrevier. Im Markgräflerland, besonders im Eggenertal, sorgen Lössböden und mildes Klima für die berühmte Markgräfler Süßkirsche: tiefschwarz und aromatisch mit Marzipan-Note – ideal für Marmelade, Saft und Kirschwasser. Auch das Renchtal, das Achertal und das Durbachtal in der Ortenau sind seit Jahrhunderten ein bevorzugtes Anbaugebiet der Obstbauern: Die milde Luft der Talsohle trifft hier auf die frische Brise von den Schwarzwaldhängen. Vom jetzigen Blütenmeer bis zur Ernte im Sommer gibt es viele Möglichkeiten, die Kirsche zu genießen. Als frische Frucht, im Eis, als Marmelade, in der Kirschtorte und im Kirschwasser sowie auf Wanderwegen wie dem „Kirschbaumpfad“ oder bei Festen mit der „Kirschenkönigin“.

Süße Verführung

Sie ist rund, mächtig, geschichtet und beschwipst. Ihre Farben sind Schwarz, Weiß und Rot: Die Schwarzwälder Kirschtorte ist die süßeste Verführung im Schwarzwald und ein international bekannter Botschafter der Ferienregion. Zu den wichtigsten Zutaten der Torte gehören Kirschen sowie Schwarzwälder Kirschwasser, wie es nur hier hergestellt wird. In nahezu jedem Café und Hotel wird sie angeboten und gern bestellt. Auch werden Kurse und Seminare für interessierte Gäste angeboten, um die Geheimnisse der Tortenherstellung zu erlernen. Alle zwei Jahre (nächster Termin in 2027) wird beim „Schwarzwälder Kirschtortenfestival“ in Todtnauberg die beste Version gesucht und gekürt.

Kirschenhof

Mitten in den Obstanlagen des Kaiserstuhls liegt das Kirschencafé, das regionale Tradition und zeitgemäße Hofkultur verbindet. Nicole Schmidt, die einst selbst „Kirschenkönigin“ von Königschaffhausen war, prägt heute mit Leidenschaft den Familienbetrieb. Auf der Terrasse oder im modernen Gastraum genießen Gäste Kuchen und Torten häufig nach Omas Rezept, begleitet von einer kleinen Vesperkarte mit regionalen Klassikern. Auch Familien‑ und Betriebsfeiern finden hier einen persönlichen Rahmen zwischen Reben und Kirschbäumen. Zum Hof gehört ein Ladenbereich mit Destillaten, beschwipsten Früchten, Fruchtaufstrichen und weiteren regionalen Spezialitäten aus dem Sortiment „Kaiserlich genießen“. Direkt daneben liegt der Wohnmobil-Garten mit 50 Stellplätzen. Der Hof am Königsweg in Endingen‑Königschaffhausen ist Teil des „Kaiserstühler Radrundwegs“ und beliebter Ausgangspunkt für Wander‑ und Radtouren.

Black Forest Ice Cream“

Die sechs Eis-Sorten von „Black Forest Ice Cream“ sind inspiriert vom Schwarzwald. Für die Schwarzwälder-Eismanufaktur ist der Schwarzwald dabei nicht nur Herkunft, sondern Lebensgefühl: Naturschutz, Tier- und Artenschutz, regionale Landwirtschaft, Tradition und ein respektvoller Umgang mit Natur und Ressourcen. Deshalb hat jede Sorte ihren eigenen Partner, der für diese Werte steht und sich dafür einsetzt – beim Eisbecher „Schwarzwald & Kirsche“ ist das der Naturpark Südschwarzwald, der mit Projekten rund um Kulinarik, nachhaltige Wertschöpfung und Umweltbildung wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Regionalversorgung schafft. So entsteht dank natürlicher Zutaten ohne Schnickschnack und hochwertigen Rohstoffen wie Schwarzwaldmilch geschmackvoller Eis-Genuss mit dem gewissen Etwas.

Kirschwasser

Kirschwasser ist eines der kulinarischen Aushängeschilder der Ferienregion. Insbesondere das Renchtal blickt auf eine traditionsreiche Brennkultur zurück – seit 300 Jahren prägt das Brennrecht die Region, ihre Menschen und ihre Genussvielfalt. Es geht zurück auf eine Entscheidung des Straßburger Fürstbischofs Armand Gaston de Rohan, der 1726 seinen bäuerlichen Untertanen im Amt Oberkirch erlaubte, Früchte zum Eigengebrauch zu brennen: Die Landwirte konnten ihre Einkünfte aufbessern, die Wirtschaft in der Region wurde gestärkt und es flossen Steuergelder in seine Kasse. Diese bis heute lebendige Brenntradition ist etwa auf dem „Brennersteig“ und bei den „Heimattagen Ba-Wü“ in Oberkirch zu entdecken. Allein in Oberkirch mit 21.000 Einwohnern sind rund 700 Hausbrennereien registriert – damit gilt Oberkirch als heimliche „Brennhauptstadt“ Europas. Zum Jubiläum 2026 haben die Oberkircher Brenner einen gemeinsamen Edelbrand auf den Markt gebracht, eine Kirschwasser-Cuvée mit den erlesensten Tropfen der Region, abgefüllt und verfeinert bei der Edelobstbrennerei Fies im Ortsteil Ringelbach.