Coupé, Cabrio, Limousine sind Fahrzeugformen, die wir aus der Automobil-Branche kennen. Aber auch im Bootsbau sind bestimmte Fahrzeugformen schon seit Jahrzehnten beliebt. Eine ist die Form des Coupé. Nimbus stellt auf der Messe Boot seine neueste Kreation vor, wie luckx – das magazin erfuhr.
Leben an Bord
Für ein ausgedehntes Leben an Bord wurde das Coupé entwickelt. Es basiert auf der 495-Plattform und kehrt zum Kern der Nimbus-Tradition zurück: geschützte, komfortable, vom Eigner selbst gesteuerte Coupés, in denen skandinavisches Design auf funktionalen Komfort trifft und die für echte Küstenbedingungen konzipiert sind. Das 495 Coupé wird auf der Boot Düsseldorf 2026 digital vorgestellt, die Auslieferung an Kunden beginnt 2027. Die Coupé-Serie ist seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1968 das Rückgrat von Nimbus. Vom 320 Coupé über das 305 Coupé, 365 Coupé und 405 Coupé haben diese geschlossenen Cruiser definiert, wie skandinavische Bootsfahrer das Wasser erleben: geschützt, wenn es die Bedingungen erfordern, offen, wenn das Wetter es zulässt. „Für einen Coupé-Kunden ist eine Flybridge oft nicht nur unnötig, sondern sogar undenkbar. Sie steht für etwas anderes: mehr Wartungsaufwand, mehr Exposition, eine extrovertiertere Herangehensweise an das Bootfahren. Das sind keine Menschen, die eine Flybridge kaufen würden, wenn es kein Coupé gäbe. Sie sind grundlegend andere Bootsfahrer“, Jonas Göthberg, kaufmännischer Direktor bei Nimbus Sweden, unterscheidet klar zwischen Coupé- und Flybridge-Kunden.
Mehr Licht im Salon
Der typische Coupé-Besitzer schätzt längere Zeit an Bord. Das sind Cruiser, die ihre Reisen eher in Wochen als in Wochenenden messen, die Wert auf das Wohngefühl im Innenraum legen und die ein Boot wollen, das im November genauso gut funktioniert wie im Juli. Durch den Wegfall der Flybridge gewinnt das 495 Coupé Platz und Funktionalität zurück, die direkt dem Langstrecken-Cruiser zugutekommen. Der auffälligste Unterschied ist über Kopf zu sehen. Ohne die Flybridge-Konstruktion bietet das Coupé ein deutlich größeres Glas-Schiebedach, das den Salon mit Tageslicht durchflutet. Dies ist seit Jahrzehnten ein charakteristisches Merkmal der Nimbus Coupés, und das 495 geht noch einen Schritt weiter als alle Vorgängermodelle.
Sonnenschutz
Für Boote, die im Mittelmeerraum oder in Nordamerika eingesetzt werden, stellen zahlreiche Oberlichter eine Herausforderung dar: Wie lassen sich Hitze und Blendung bewältigen, ohne das offene Gefühl zu beeinträchtigen, das diese Boote so begehrenswert macht? Das 495 Coupé verfügt über ein elektrisches Markisensystem, das über dem Dachglas angebracht ist. Auf Knopfdruck fährt die Außenmarkise aus, um den Salon zu beschatten, während die Oberlichter zur Belüftung geöffnet bleiben können. Das Ergebnis ist ein geschlossenes Boot, das auch bei starker Sonneneinstrahlung atmen kann. „Das ist neu für uns. Wir haben Boote mit maximalem Lichteinfall und Boote mit ausgezeichnetem Wetterschutz entworfen. Dies ist unser erster Versuch, beides gleichzeitig zu bieten“, so Joacim Gustavsson von Nimbus.
Kochen an Board
Auf der 495 Flybridge befindet sich auf der Backbordseite der Kombüse die Treppe zum Oberdeck. Beim Coupé steht dieser Platz wieder für die Küche zur Verfügung. Das praktische Ergebnis ist deutlich mehr Arbeitsfläche, eine Anordnung, in der zwei Personen bequem arbeiten können, und Stauraum, den die Flybridge nicht bieten kann.
Für Eigner, die einen eher traditionellen Innenraum bevorzugen, wird die Nimbus 495 Coupé mit einer Option für Mahagoni-Innenausstattung erhältlich sein. In Kombination mit einem neuen Eichenboden und aufeinander abgestimmten Polsterfarben sorgt dies für eine wärmere, klassischere Coupé-Atmosphäre, die an das zeitlose skandinavische Cruising-Feeling früherer geschlossener Nimbus-Modelle erinnert.
An der Stelle, an der sich früher die Flybridge-Treppe befand, bietet das Coupé einen Stauraum im Heckdeck. Nasse Jacken, Segelstiefel und Schlechtwetterbekleidung haben hier ihren festen Platz, getrennt von Wohn- und Schlafbereichen.
Da keine Flybridge den Platz auf dem Dach einnimmt, bietet das 495 Coupé Platz für zusätzliche Solarpaneele. Solarenergie allein kann zwar keine Systeme mit hohem Energiebedarf wie Klimaanlagen versorgen, verlängert aber die Zeit, die ein Eigner ohne Generator am Anker bleiben kann, erheblich.
Stauraum auf dem Dach
Der durch das klappbare Masthaus entstandene vertiefte Bereich bietet einen praktischen Bonus: einen speziellen Stauraum für Rettungsflöße, SUPs, Schlauchboote und andere Ausrüstung, die Feuchtigkeit oder Gerüche mit sich bringen kann.
Ein Hauptgrund für die Nachfrage nach dem Coupé ist einfach: die Durchfahrtshöhe unter Brücken. Mit seinem elektrisch klappbaren Mast erreicht das 495 Coupé eine Durchfahrtshöhe von weniger als 3,5 Metern. Diese Abmessung eröffnet den Zugang zu europäischen Kanalsystemen, Flussnetzen und den sie verbindenden Schleusen. Damit ist das Boot für den Great Loop in Nordamerika geeignet, eine Umrundung der östlichen Vereinigten Staaten über Binnenwasserstraßen.
Das Coupé wird auch mit einer verkürzten Badeplattform erhältlich sein, wodurch die Gesamtlänge unter 14 Meter liegt, was für die Verfügbarkeit von Liegeplätzen in Yachthäfen und für die Registrierung von Vorteil ist. Mehr Infos während der Boot.